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Seppi Weiß: »Die Jungs sollen das Spiel einfach nur genießen«

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Der Kirchanschöringer Torwart Stefan Schönberger wird heute Abend gegen Red Bull Salzburg wohl eine Menge Arbeit vor sich haben. (Foto: Butzhammer)

SV Kirchanschöring gegen Red Bull Salzburg oder fünftklassiger Dorfverein gegen Champions-League-Vertreter. Egal, wie man die freundschaftliche Begegnung, die heute um 18 Uhr im Stadion an der Laufener Straße angepfiffen wird, auch bezeichnen mag – sie wird ganz sicher eine tolle Kulisse zu bieten haben.


»Vierstellig dürfte die Zuschauerzahl auf alle Fälle werden«, mutmaßt der neue SVK-Co-Trainer Seppi Weiß, »ich kann das aber nur schwer einschätzen, wie viele Leute tatsächlich kommen werden. Die größten Optimisten bei uns im Verein rechnen mit 2000 Fans.«

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Besonders im Fokus stehen wird der neue Salzburger Cheftrainer Jesse Marsch, der mit seiner Crew am vergangenen Montag das Training aufgenommen hat und heute erstmals auf der Bank der »Roten Bullen« Platz nehmen wird. Allein Marschs Premiere dürfte also jede Menge Besucher aus der Alpenrepublik anlocken.

Neben dem SVK treffen die Mozartstädter in der Aufbauphase unter anderem auf Feyenoord Rotterdam (12. Juli in Leogang) und den frisch gebackenen Europa-League-Sieger FC Chelsea (31. Juli in der Red-Bull-Arena). Die »Anschöringer«, die schon drei Tests absolviert (und alle gewonnen) haben, befinden sich also definitiv schon mal in prominenter Gesellschaft.

Wie Weiß angekündigt hat, werden bei den Gelb-Schwarzen heute alle 21 Kaderspieler zum Einsatz kommen, »auch alle Neuzugänge bis auf Kevin Kostner sind dabei«, erklärt der ehemalige Spielertrainer des TSV Altenmarkt und SC Inzell. »Kevin ist gleich im ersten Training umgeknickt und hat sich am Sprunggelenk verletzt, mittlerweile hat er immerhin schon wieder mit dem Lauftraining angefangen«, sagt Weiß.

Auch der Torwart-Neuzugang vom TV Obing, Andi Mitter, darf sich Chancen auf einen Einsatz ausrechnen, wenngleich natürlich die Nummer eins Stefan Schönberger – in Kooperation mit seinen Vorderleuten – zunächst mal versuchen wird, den Profis des österreichischen Double-Gewinners das Toreschießen so schwer wie möglich zu machen. Dem 39-jährigen Weiß, der in Traunstein wohnt und in Trostberg im BASF-Verkaufsservice tätig ist, taugt es übrigens sichtlich im neuen fünfköpfigen Trainerteam um Chefcoach Michael Kostner.

»Wir sprechen uns immer gut ab, wer welche Trainingsinhalte übernimmt«, betont er, »so übernimmt Albert Eder beispielsweise meist das Aufwärmprogramm, und dann wird eingeteilt, wer mit den Jungs etwa Standards oder Spielformen etc. macht. Das funktioniert bisher ganz gut. Man kann das natürlich nicht mit der Arbeit bei einem Kreisligisten vergleichen.«

Neben Eder sind auch noch Alex Harsch und Torwarttrainer Thomas Zimmermann im SVK-Trainerteam vertreten. Dessen Aufgabe ist es nun natürlich auch, die Einheiten möglichst sinnvoll zu dosieren, »weil wir ja auch viele Spiele haben – am Dienstag geht’s dann gleich bei meinem ehemaligen Verein, dem SC Inzell, weiter«, so Weiß. »Dass die Jungs am Dienstag gegen Saaldorf (3:1) spielerisch zu viele Fehler gemacht haben, hängt sicher auch damit zusammen, dass wir am Vortag noch ein hartes Kräftigungs-Zirkeltraining gemacht haben«, berichtet der Co-Trainer, »bisher haben wir auch viel Ausdauer gemacht, weil hier einige Spieler noch Nachholbedarf haben.«

Dennoch sei vor allem die Leistung in Testspiel Nummer zwei gegen den Landesligisten SV Erlbach (3:0) ansprechend gewesen. »Das war sicher ein starker Gegner, gegen den wir in der ersten halben Stunde auch Probleme hatten. Danach war’s eine klare Sache, weil unsere Jungs wirklich gut gespielt haben.«

Das sollen sie auch heute gegen den übermächtig erscheinenden Gegner tun. Auch wenn die Salzburger einige hochkarätige Abgänge (und kaum Zugänge) zu verzeichnen haben, dürfte sich die Frage nur um die Höhe des Red-Bull-Sieges drehen. Weiß betont deshalb: »Unsere Jungs sollen dieses Spiel einfach nur genießen, engagiert auftreten und versuchen, den ,Bullen’ so gut es geht Paroli zu bieten. Gegen diese top ausgebildeten Profis kann sich jeder beweisen – wir haben ja nichts zu verlieren«, meint der 39-Jährige. Und ergänzt: »Auch wenn uns die Salzburger reindrücken werden, muss es unser Ziel sein, mutig nach vorne zu spielen und nicht nur die Bälle weit rauszuschlagen. Für uns ist es einfach riesig, dass wir gegen so einen Gegner antreten dürfen.«

Seinen Spielerpass hat Seppi Weiß, der möglichst bald mit der Ausbildung zur Trainer-B-Lizenz beginnen möchte, übrigens nicht vom SC Inzell zum SVK mitgebracht. »Darüber haben wir uns eigentlich gar keine Gedanken gemacht. Für die ,Erste’ bin ich zu alt, und in der ,Zweiten’ zu spielen, ist bei den vielen Terminen, die man mit der ,Ersten’ hat, auch nicht ganz so einfach. Außerdem freue ich mich als Familienvater auch mal über einen freien Tag.«

Tickets für die Partie gibt es heute an den Abendkassen, der Einlass ist ab 16.30 Uhr möglich. Ein großes Kinderfest geht von 14.30 Uhr bis 17 Uhr über die Bühne und soll auch zahlreiche junge Fußballbegeisterte ins Stadion an der Laufener Straße locken. cs