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Seltsamer Modus trifft deutsche Fahrer hart

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Skeptischer Blick: Luca Bauer kann in dieser Saison wohl nur wenige Rennen bestreiten. (Foto: Weitz)

Enttäuschend endete für die deutschen Eisspeedway-Piloten die Qualifikation zur WM (Grand Prix) in diesem Jahr – und das längst nicht nur aus sportlichen Gründen. Denn von den zwei geplanten Qualifikationsrennen in Örnsköldsvik (Schweden) und Kaujahioki (Finnland) konnte nur das in Schweden ausgetragen werden.


Und wer aus dem Feld von Finnland nicht zu den besten 7 der WM des Vorjahres gehörte – wie Hans Weber (Schliersee) – oder ins Feld von Schweden nachrücken durfte, erhielt gar nicht erst eine faire Chance, sich einen Platz im Grand-Prix zu sichern. So wie Max Niedermaier (Edling), im Vorjahr immerhin zweitbester Deutscher im Grand Prix.

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Die sechs Erstplatzierten von Schweden kamen zu den sieben Gesetzten hinzu. Zwei weitere feste GP-Plätze vergab die FIM per Wildcard, und pro Veranstaltungsort darf der jeweilige Ausrichter noch eine Wildcard vergeben.

Als Siebter in Schweden war Lukas Hutla (Tschechien) erst in einem Stechen gegen den Schweden Martin Haarahiltunen (je 10 Punkte) gescheitert, auch Markus Jell (Altfraunhofen/MSC Teisendorf) hatte als Achter mit acht Zählern nur knapp die direkte Qualifikation verfehlt. Doch bei der Vergabe der zwei weiteren permanenten Wildcards des Weltverbands FIM wurde das Duo nicht berücksichtigt. Charly Ebner – im Vorjahr bester Österreicher im GP und wegen der Absage von Finnland ebenfalls ohne sportliche Qualifikations-Chance – erhielt diese Wildcard wohl auch berechtigt, der Niederländer Bart Schaap allerdings lag in der WM 2019 klar hinter Niedermaier.

Immerhin schafften es Hutla (1.) und Markus Jell (2.) ganz vorn auf die sogenannte Nachrücker-Liste: Fällt ein Pilot von der »WM-Stammbesetzung« für einen GP ganz aus, erhalten die Nachrücker dessen Platz – daher dürften Hutla und Jell in dieser Saison wohl mit Einsatzchancen rechnen dürfen. In der Nachrückerliste folgen: 3. Wladimir Tscheblakow, Kasachstan; 4. Luca Bauer, Reit im Winkl; 5. Max Niedermaier.

In Schweden sicherten sich Igor Konjonow (Russland/15 Punkte), der Saalfeldener Franz Zorn (13), Jasper Iwema (Niederlande/12), Harald Simon (Österreich/11), Ove Ledström (Schweden/11) und Martin Haarahiltunen (Schweden/10 + Sieg im Stechen) die GP-Plätze. Dahinter folgten: 7. Lukas Hutla, Tschechien/10/Niederlage im Stechen; 8. Markus Jell, MSC Teisendorf 8; 9. Wladimir Tscheblakow, Kasachstan 7; 10. Luca Bauer, Reit im Winkl, 11. Pawel Nekrassow, Kasachstan, je 5; 12. Jiri Wildt, Tschechien 4; 13. Franz Mayerbüchler, Inzell, 14. Philip Lageder, Österreich je 3; 15. Pierre Hallen, Schweden, 16. Jussi Nyrönen, Finnland je 2.

In den ersten zwei Läufen ging es gut, aber dann war es leider wieder vorbei«, bedauert Luca Bauer die verpasste Qualifikation. Der 21-Jährige zeigte sich dabei zufrieden mit den Bedingungen in Örnsköldsvik: »Obwohl es relativ warm war, haben sie die Bahn gut hergerichtet.« Im Moment weiß der Nachwuchsfahrer noch nicht, wo er in dieser Saison noch antreten kann. Ein Platz über die FIM-Nachrückerliste erscheint in weiter Ferne, und so kann der Reit im Winkler eigentlich nur hoffen, beim Heim-Grand-Prix in Inzell (14./15. März) per Wildcard ins Hauptfeld zu kommen oder zumindest einen Platz als Reservefahrer der Veranstaltung zu erhalten.

Möglicherweise kann der mit italienischer Lizenz fahrende Bauer dann auch noch bei der Europameisterschaft antreten. Viel Fahrpraxis ist das nicht – und wie er sich auf mögliche Renneinsätze vorbereiten kann, ist auch noch unklar. »Aber wenn es doch mal kälter wird, werde ich schauen, ob ich doch mal irgendwo trainieren kann«, hofft er. who