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Seit 50 Jahren Schauturnen beim TuS Traunreut

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Das Schauturnen des TuS Traunreut stand ganz im Zeichen des 50. Jubiläums. 1962 fand das erste »Jahresabschluss-Schauturnen« unter der Leitung von Kurt Grelle in der alten, umgebauten katholischen Kirche statt. Die Veranstaltung ist seitdem fester Bestandteil der Turnabteilung und aus dem Terminkalender nicht mehr wegzudenken. Die diesjährige Turngala stand unter dem Motto »Muppets-Show« und umfasste das komplette Turnangebot im TuS von den Vorschulkindern bis hin zum Leistungssport.


»Das Jubiläum 50 Jahre Schauturnen ist etwas ganz Besonderes«, betonte die TuS-Vorsitzende Claudia Schmid. »Seit 50 Jahren lassen sich die Übungsleiter und Trainer in Zusammenarbeit mit dem Abteilungsleiter und den vielen Helfern jedes Jahr wieder etwas Neues einfallen. Viele Stunden wird geprobt und trainiert mit den Kindern und Jugendlichen.«

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Wie mannigfaltig der Turnsport ist und wie viele verschiedene Gruppen es in der Turnabteilung, der größten Abteilung im TuS, gibt, zeigte das Schauturnen auf eindrucksvolle und unterhaltsame Weise. Das Programm, durch das Cecilia Greither als Moderatorin im Kostüm von Frosch Kermit führte, umfasste die Vorschulgruppe, die Tanzgruppe Gummibärchen, die Fun-Gruppen für Mädchen und Buben, die Geräteturner weiblich und männlich, die Tanzgruppe Delicious und nicht zuletzt die Kunstturnerinnen des Gym Tittmoning mit ihrem Bundesliga-Team 2012.

Spielerisch sind die Übungen der Kleinsten, die mit einem großen Tuch oder kleinen Bällen ihre Motorik schulen, tänzerisch präsentieren sich Buben und Mädchen verschiedenen Alters und vermitteln so ihren Spaß.

Professionell und höchst anspruchsvoll ist der Sport, den die Geräteturner und die Kunstturnerinnen zeigen. Landesfachwirtin und Trainerin Natalie Pitzka ist stolz auf ihre Schützlinge, gehört doch die Mannschaft mit Sonja Fischer, Cecilia und Teresa Greither sowie Alessa Wirth zu den besten zehn Teams der DTL-Bundesliga. Der Aufstieg der Mädchen in die I. Bundesliga wurde heuer nur knapp verpasst. Als Ziel für 2013 formulieren Natalie Pitzka und die Inhaberin des Gym Tittmoning, Marianne Greither, die Gründung einer Turntalentschule in Traunreut und für die Mannschaft den Aufstieg in die I. Bundesliga. Mit dem Gym Tittmoning und dem TuS Traunreut gibt es in der Region eine Hochburg des Kunstturnens und einen Landesstützpunkt des BTV.

Die Zuschauertribüne in der TuS-Halle war voll besetzt mit stolzen Eltern, die ihren Kindern bei den Darbietungen zusahen. Aber auch für Turnsport-Interessierte und Freunde des TuS ist das Schauturnen am dritten Adventswochenende ein fester Termin, den sie nicht versäumen. Das Schauturnen bildet jedes Jahr im Dezember einen gelungenen Abschluss und die Möglichkeit eines umfassenden Überblicks über alle Angebote der Turnabteilung.

Unter den Zuschauern saßen auch zwei Traunreuterinnen, die mit dem TuS und dem Turnsport seit Jahrzehnten eng verbunden sind. Hilde Kadlec und Gerhild Fritsch können sich noch gut an die Anfangszeiten des Schauturnens erinnern. »Natürlich komme ich jedes Jahr her und schau mir das an, das Schauturnen ist doch auch irgendwie unser Baby«, betonte Hilde Kadlec. Sie turnte als Kind schon in der Gruppe ihres Vaters mit und unterstützte später ihren Mann bei seiner Arbeit für die Turnabteilung. »Sonst hätte ich ihn ja nie gesehen, so oft wie der in der Turnhalle war«, schmunzelt sie. Die beiden sportlichen Damen waren in frühen Jahren selber erfolgreiche Turnerinnen und fungierten schon früh als Übungsleiterinnen. Hilde Kadlec begann mit dem Kinderturnen, als ihre eigene Tochter anfing mit Turnen, und war später auch beim Mutter-Kind-Turnen.

Die erste Halle, in der die Turnabteilung damals trainieren konnte, stand am Traunring und war die frühere katholische Kirche. »Wenn nebenan Betstunde war, mussten wir immer ganz ruhig sein beim Turnen«, erinnern sich Hilde Kadlec und Gerhild Fritsch. »Und im Winter musste jeder ein Packerl Brennholz mitbringen für den Eisenofen, der die Halle notdürftig erwärmte.«

Mit dem heutigen Turnsport seien die Verhältnisse damals zu ihren Zeiten nicht zu vergleichen: »Wir hatten ja gar nicht die ganzen Geräte. Aber für das Wenige, das wir hatten, waren unsere Leistungen schon damals beachtlich.« Probleme mit dem Nachwuchs hätte es nie gegeben. 200 bis 250 Kinder seien immer zum Turnen und auch zum jährlichen Schauturnen gekommen. Wenn man bedenkt, dass damals die Einwohnerzahl von Traunreut wesentlich geringer war als heute, ist dies schon eine beachtliche Zahl. Die beiden Turndamen wissen aber auch eine Erklärung dafür: »Es gab ja all die anderen Abteilungen noch nicht, die heute zum TuS gehören. Da ist man halt zum Turnen gegangen, wenn man Sport betreiben wollte.«

Weitere Aufnahmen von der TuS-Turngala finden Sie im Internet unter www.traunsteiner-tagblatt.de. mix

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