weather-image
14°

»Seine Fahrten sind eine Augenweide«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Auf seine tollen Fahrten dürfen sich auch die Fans in Inzell freuen: Weltmeister Dimitri Koltakow, der auch in Berlin das Geschehen beherrschte. (Foto: Weitz)

Ein überragender Weltmeister und starke Schweden und Österreicher prägten das Geschehen beim Eisspeedway-Grand-Prix in Berlin. Weniger Punkte gab es erwartungsgemäß für die deutschen Piloten, die sich dennoch teuer verkauften.


Dabei kam der Ruhpoldinger Stefan Pletschacher als Reservefahrer erst am zweiten Tag zum Zuge. Nachdem ihm heuer ja die Fahrpraxis fehlte »und ich am ersten GP-Tag keinen einzigen Einsatz hatte«, fehlte ihm am zweiten Tag auch noch der Rhythmus. Er blieb in seinen Einsätzen ohne Punkt, verbuchte aber seinen Aufenthalt in der deutschen Hauptstadt dennoch als Gewinn.

Anzeige

Zum einen, »weil ich im Grand-Prix-Training im Hinblick auf den Grand Prix in Inzell einiges testen konnte und das gut funktioniert hat.« Zum anderen, »weil ich wenigstens am zweiten Tag Rennpraxis bekommen habe.« Doch gerade wegen seines GP-Heimspiels in der Inzeller Max-Aicher-Arena (17./18. März) wollte der 39-Jährige auf dem schlechten Eis in Berlin kein unnötiges Risiko eingehen, sondern sah seine Einsätze eher als gute Vorbereitung. »Ich möchte mich auf Inzell konzentrieren und dort meine Chance nutzen. Ich bin froh darüber, dass mich der DMV per Veranstalter-Wildcard nominiert hat und möchte da vor eigenem Publikum das Beste daraus machen.«

Der Beste ist in dieser Saison bislang eindeutig Titelverteidiger Dimitri Koltakow. Unter den dominierenden Russen »fährt er nochmal in einer eigenen Liga. Seine Fahrten sind eine Augenweide«, zeigt sich Pletschacher beeindruckt. So holte Koltakow an beiden Tagen in allen Läufen (fünf Punkteläufe, Halbfinals und Endläufe) jeweils klar die Siege.

Überzeugend war wieder Schwedens WM-Neuling Martin Haarahiltunen, der am ersten Tag sogar das Finale erreichte und am zweiten Tag im Semifinale scheiterte. Im Grand Prix V war somit auch ein Westeuropäer im Endlauf, im GP VI dagegen gewann Koltakow vor seinen Landsleuten Dinar Walejew, Dimitri Khomisewitsch und Daniil Iwanow. Er baute mit nunmehr 122 Punkten seinen Vorsprung in der Gesamtwertung vor Iwanow (97) und Khomisewitsch (92) deutlich aus.

Sergej Karatschintsew, der vor dem GP in Berlin noch knapp hinter diesem Verfolgerduo gelegen hatte, erwischte einen mäßigen ersten Tag, trat im Halbfinale nicht mehr an und fuhr im GP VI nur noch einen Lauf. »Er hat sich aus der WM abgemeldet. Für ihn rückt in Inzell und Heerenveen dann Stefan Svensson ins GP-Hauptfeld«, weiß Pletschacher. Diesmal war Stefan Svensson im Feld dabei, weil sich bekanntlich Günther Bauer (Schleching) wegen seiner Verletzungsfolgen abgemeldet hatte – in Inzell will er jedoch wieder kräftig Gas geben.

Gut fuhren in Berlin auch die Österreicher Franz Zorn (5. und 8.) sowie Harald Simon (jeweils Sechster). »So waren es doch erfolgreiche Tage für uns: Ich bin DM-Dritter geworden, und der Harald hat in der WM überzeugt«, freute sich Pletschacher, der mit dem Pfaffenschlager das Team »Stahlwerk Annahütte« bildet.

Fünf Punkte am ersten und vier am zweiten Tag holte Hans Weber (Schliersee). Wildcard-Pilot Max Niedermaier (Edling) – dem es in dieser Saison bislang ebenfalls an Fahrpraxis mangelte – kam auf vier Zähler am ersten und drei am zweiten Tag. Nach seinem DM-Titelgewinn kann auch der Edlinger auf insgesamt erfreuliche Tage in der deutschen Hauptstadt zurückblicken. Einen Zähler holte im GP VI der wie Pletschacher als Reservefahrer aufgebotene Tobias Busch (Stralsund).

In der WM-Gesamtwertung ist Weber (20 Punkte/14. Platz) derzeit bester Deutscher vor Bauer (10/18.) und Niedermaier (20./7). Bester Westeuropäer ist Haarahiltunen (4./68) vor Simon (6./46) und Zorn (8./40). who