Schwungvolle Offensive und stabile Abwehrreihe

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Er sorgte auch gegen den TSV Dachau wieder für viel Schwung in der Offensive des SV Kirchanschöring: Manuel Omelanowsky. (Foto: Butzhammer)

Der SV Kirchanschöring bleibt in der Fußball-Bayernliga Süd schier unbezwingbar für die Konkurrenz. Auch der spielstarke TSV Dachau blitzte vor einer tollen Kulisse von 561 Zuschauern am Dienstagabend mit 0:2 am SVK ab. Den Ausgang einer flotten, chancenreichen Partie auf hohem Bayernliga-Niveau entschieden am Ende Standardsituationen und zwei prächtig aufgelegte Schlussleute, die immer wieder ihre Hände im Spiel hatten. Nur gegen Elias Huber und Manuel Omela-nowsky war Dachaus Nummer eins Max Mayer machtlos. Auf Seiten des SVK hielt Egon Weber nahezu alles – auch im schwersten Moment für seine Farben.


Der ereignete sich in der 36. Minute, als die Teamkollegen Berni Mühlbacher und Thorsten Nicklas nach einem Diagonalball übel mit den Köpfen zusammen rasselten und es im Stadion plötzlich still wurde. Mühlbacher rappelte sich wieder hoch, wurde aber vorsichtshalber in der Halbzeit ausgetauscht, Nicklas blieb minutenlang liegen. Sein enger Freund Weber eilte zu ihm, leistete Beistand und packte beim Abtransport unter Beifall für »Torre« – dieser wurde zu Untersuchungen ins Landeskrankenhaus Salzburg gebracht – mit an. Danach eilte der Schlussmann auf die andere Seite des Feldes in seinen Kasten zurück und sicherte ohne Verschnaufpause mit einem Paraden-Dreierpack die wichtige 1:0-Pausenführung.

Ein Hechtsprung nach Alexander Weisers Freistoß aus gut 25 Metern ins obere Eck fiel noch in die Kategorie, willkommene Flugeinlage (47.). Wie er im Anschluss bei den Versuchen von Lirim Kelmendi aus zentraler Position und Mario Maric aus spitzem Winkel die Hand nach oben schnellen ließ und den Ball über die Latte lenkte, stellte all seine Klasse unter Beweis (48.). Vorausgegangen waren zwei Eckstöße von Weiser. Mit großer Mühe verteidigten die »Anschöringer« die mit Schnitt und Tempo getretenen Standards des Dachauer Sechsers.

Und das von der ersten Minute weg. Die Gäste begannen nämlich sehr robust, eroberten die Bälle und ließen diese dann spielfreudig ins Angriffsdrittel laufen. Die Folge: Ruhende Bälle und zwei Abschlüsse von Dachaus Oliver Wargalla, die aber neben das Tor gingen. »Da hatten wir richtig Probleme«, bekannte SVK-Trainer Mario Demmelbauer. Bezeichnend für den Lauf des SVK, dass sich diese Probleme nach 13 Minuten mit dem ersten eigenen Eckball in Luft auflösten. Nicklas zog das Leder nah zum Tor. Den geklärten Ball wuchtete Manuel Omelanowsky aus dem Rückraum mit vollem Risiko in Richtung TSV-Kasten. Elias Huber hielt geschickt den Außenrist in die Flugbahn und gab dem Ball so die entscheidende Richtungsänderung nach links unten – 1:0.

Einem Rückstand beim SVK hinterherzulaufen, ist derzeit eine Herkulesaufgabe – nur sieben Gegentore ließ die beste Abwehr der Liga bislang zu. Das sah auch Gästetrainer Fabian Lamotte so: »Danach mussten wir enormen Aufwand betreiben, um zurückzukommen. Das spielt Kirchanschöring mit seinem super Umschaltspiel natürlich in die Karten.« Eine treffende Analyse: Nach rund einer halben Stunde fischte Torhüter Mayer dem SVK-Angreifer Omelanowsky zweimal nach Kontern den Ball in höchster Not vom Fuß.

Und auch kurz nach dem Seitenwechsel wurde es nach einer Umschaltaktion gefährlich: Pöllner eroberte am eigenen Strafraum das Leder, keine zehn Sekunden später legte der enteilte Omelanowsky auf der anderen Seite zu Dominik Buxmann quer. Dieser hatte – allein vor Mayer – aber wohl zu viel Zeit nachzudenken und entschied sich, diesen zu umkurven. Der aber ahnte dies und packte zu (51.). Der 19-jährige Buxmann war übrigens »wieder eine von fünf Veränderungen in der Startelf. Dass jeder das Vertrauen und seine Spielzeiten bekommt, ist sicher ein Grund für die Stimmung in der Mannschaft«, so Cheftrainer Demmelbauer.

Dieses Vertrauen sollte sich auch gegen Dachau auszahlen. Gegen Ende hin tiefer gestaffelt, verteidigten die Hausherren kompakt und leidenschaftlich. Ging doch etwas schief, war Weber zur Stelle – wie etwa bei den Fernschüssen von Kelmendi (61.) und Wargalla (73.). Durchschnaufen hieß es dann erst in der 89. Minute, als Omelanowsky einen cleveren Haken setzte und gelegt wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Oberteisendorfer selbst und rutschte zum Schlusspunkt auf den Knien in Richtung Fans. Einige davon werden dem Tabellenzweiten nun im extra organisierten Fanbus am Samstag (Beginn: 16 Uhr) zum Spitzenspiel bei Tabellenführer SpVgg Hankofen-Hailing folgen.

SV Kirchanschöring: Weber, Sternhuber, Obirei, Huber, Nicklas (44. Galler), Pöllner, Dinkelbach (84. Hosp), Mühlbacher (46. Urban), Buxmann (66. Peter), Omelanowsky (90. Birner).

TSV 1865 Dachau: Mayer, Lamotte, Weiser (71. Ceker), Wargalla, Ricter, Tugbay (90. Lipovsek), Leiber (90. Konjuhi), Kelmendi, Leugner, Maric (90. Bromm), Sinani.

Tore: 1:0 Huber (13.), 2:0 Omelanowsky (89.).

Zuschauer: 561

Schiedsrichter: Simon Schreiner (DJK SF Reisenberg).

Besonderes Vorkommnis: Thorsten Nicklas musste nach einem Zusammenprall mit dem Krankenwagen abtransportiert werden.

bts

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