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Schnell raus aus dem Auto

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Hier kann er sich auf die Rennstrecken vorbereiten: Christopher Haase am heimischen Simulator.

Das Training für Rennfahrer ist inzwischen sehr komplex geworden. Das gilt auch für Christopher Haase: Der Audi-Pilot aus Kirchanschöring ergänzt sein körperlich hartes Trainingsprogramm, das er im Studio oder aber auch mit Radfahren etc. betreibt, auch durch eine Vorbereitung am heimischen Simulator.


»Da kann ich mich gut auf die Strecke einstellen. Besonders wichtig ist dieses Training aber für die mentale Seite«, erläutert er. So übt er, eine Stunde lang voll konzentriert am Steuer zu sitzen.

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An den Rennstrecken gibt es dagegen neben den normalen Trainingsfahrten und den technischen Analysen vor allem eine weitere Trainingsarbeit: den Fahrerwechsel. »Das üben wir ständig«, so der 29-Jährige.

Denn: Bei den Wettbewerben – besonders den Sprintrennen über eine Stunde – zählt jede Sekunde.

Und da müssen nicht nur die – maximal zwei – Mechaniker beim Reifenwechsel schnell sein, sondern auch die Piloten, die in fast liegender Position im Wagen sind. Sobald er an der Box steht und die Zündung aus ist, öffnet Haase das Gurtschloss. Der Teamkollege reißt derweil die Fahrertür auf und öffnet das Sicherheitsnetz. Haase zieht in dieser Zeit das »Radio« (Boxenfunk) ab.

»Dann springe ich aus dem Sitz und nehme das Inlay mit.« Das ist – vereinfacht gesagt – das Sitzkissen, das jeder Fahrer individuell ins Auto mitnimmt. Das Inlay wird – um Zeit zu sparen – über das Auto in die Box geworfen. Derweil springt bereits der Teamkollege mit seinem Inlay ins Fahrzeug und befestigt die Gurte auf der rechten Seite, Haase steckt dessen Gurte auf der linken Seite ein; festgezurrt werden müssen diese dann vom Teamkollegen. »Dann haue ich die Tür zu«, so Haase. Denn wenn die Mechaniker auf der Fahrerseite den Reifen wechseln, muss die Tür geschlossen sein.

Kurz danach ist der letzte Reifen befestigt, das Auto »fällt« nach dem Wegnehmen des Wagenhebers auf die Räder. Der Pilot – der schon den Startknopf gedrückt hält – drückt nun diesen Knopf. Er gibt Vollgas – wobei natürlich die Boxengeschwindigkeit eingestellt ist. »Unsere Bestzeit für den Wechsel lag im Training bei 13 Sekunden«, so der Kirchanschöringer, »im Rennen waren es ca. 20 Sekunden, manchmal auch nur 18«, so Haase.

Und wie weiß der Fahrer, dass das Fahrzeug wieder auf den Rädern steht? »Den Bodenkontakt merkst du, manchmal fällst du schon kräftig auf den Rücken«, lacht Haase. who