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SBC verspielte seine Aufstiegschance

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Doppeltes Pech für den SB Chiemgau Traunstein: Torjäger Max Probst schied verletzt aus und durch das torlose Remis gegen 1860 Rosenheim II verspielte der Traunsteiner Bezirksligist seine letzte Chance auf den Aufstieg. (Foto: Weitz)

1860 Rosenheim II: Moller, Mohamed Abeid, Blättler, Hügel (46. Markus Huber), Höhensteiger, Eminoglu, Lenz, Sikorska, Martin Huber, Tresch (46. Obermair), Novy.


SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Bauer, Petzka (60. Defta), Thudt, Sebastian Mayer, Berz (78. Wendlinger), Schön, Probst (46. Mauerkirchner), Waritschlager, Wittmann, Marchl.

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Schiedsrichter: von Maffei (ASV Miesbach).

Zuschauer: 100.

Tore: Fehlanzeige.

Rote Karten: keine. – Gelb-Rote Karten: keine.

Mit einer Rumpfmannschaft hat die Regionalliga-Reserve von 1860 Rosenheim die Aufstiegsträume des SB Chiemgau Traunstein endgültig platzen lassen. Das Team von Trainer Ralf Santelli, der auch in der kommenden Saison bei der U 23 der Rothemden tätig sein wird, trotzte dem Tabellendritten der Fußball-Bezirksliga Ost ein 0:0 ab. Das Remis war zwar letztlich äußerst glücklich für die Platzherren, was auch Santelli zugab, »aber wir haben uns mit diesem einen Punkt für eine engagierte Leistung belohnt.« In der Tat stemmte sich die Crew um Kapitän Fatih Eminoglu mit Mann und Maus – und letztlich auch mit Erfolg – gegen die Niederlage.

Ein Sonderlob hatte der 1860-Trainer für Torhüter Georg Moller übrig, der nach seiner Fingerverletzung die eine oder andere Großchance der Gäste vereitelte und obendrein durch gutes Stellungsspiel glänzte. Der Kasten seines Gegenübers Issa Ndiaye geriet nur selten in Gefahr; dennoch war sogar ein Sieg des Fixabsteigers möglich, den der Pfosten bei einem satten Schuss von Martin Huber verhinderte (83.).

Das Aufbäumen der Rosenheimer gegen die Niederlage war umso bemerkenswerter, als Santelli mangels Personal (15 Akteure des Gesamtkaders fehlten) zwei Routiniers in seine Truppe einbauen musste: Franz Höhensteiger (41) hielt die Mannschaft nach etwa zweieinhalbjähriger Wettkampfpause gut zusammen, und der 42 Jahre alte Markus Huber kam im zweiten Durchgang zu seinem allerersten Bezirksliga-Einsatz.

Das Bemühen um einen Treffer kann man den Schützlingen von Trainer Franz Gruber in keinster Weise absprechen. Angriff um Angriff rollte auf den Kasten der Sechziger, doch etwas Zählbares wollte einfach nicht herausspringen.

»Ich weiß gar nicht mehr, was ich dazu sagen soll«, schüttelte Gruber im Hinblick auf die vielen guten SBC-Möglichkeiten den Kopf. »Das Tor ist nur noch eine Frage der Zeit«, hatte Traunsteins Abteilungschef Rainer Hörgl schon gegen Ende der ersten Hälfte gesagt – doch es fiel auch in den zweiten 45 Minuten nicht, obwohl die Überlegenheit des SBC mit zunehmender Spieldauer immer drückender wurde.

Die besten Möglichkeiten in der ersten Halbzeit verzeichneten Maxi Probst (musste zur Pause angeschlagen ausgewechselt werden), der knapp den 1860-Kasten verfehlte, Dominik Waritschlager (Glanztat von Moller), Jochen Thudt (Kopfball nach Patrick-Schön-Ecke am kurzen Eck vorbei) und Florian Marchl, der sein Visier verkehrt eingestellt hatte. Bei den Gastgebern war nur ein Versuch von Eminoglu kurz vor der Pause nennenswert (übers Tor).

Nach dem Seitenwechsel drängten die Traunsteiner phasenweise vehement auf das Siegtor, spielten zum Teil auch gut über die Flügel. Doch ihre Chancen konnten sie erneut nicht in Zählbares ummünzen. So hatte der eingewechselte Stefan Mauerkirchner bei zwei guten Gelegenheiten ebenso kein Glück im Abschluss wie Waritschlager, der einmal schon an Moller war, ehe er das lange Eck verfehlte, und das andere Mal den Außenpfosten anvisierte. Auch an der wohl besten Möglichkeit war Waritschlager beteiligt: An seinen Ball – egal ob Torschuss oder Hereingabe – kam der eingewechselte Markus Wendlinger kurz vor Schluss um eine Stiefelspitze nicht mehr heran.

Die Tatsache, dass die Traunsteiner auf den Kunstrasen geschickt wurden, ohne darüber am Vortag informiert worden zu sein, ärgerte die Gäste zwar massiv. »Aber eine Ausrede darf das nicht sein. Wir hätten diesen Gegner auch so schlagen müssen«, redet SBC-Pressesprecher Peter Mallmann Klartext. Ralf Santelli meinte zu diesem Thema nur: »Wir haben auch erst vor dem Spiel erfahren, dass wir nicht im Stadion spielen dürfen.« cs