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SBC Traunstein nun schon mit acht Punkten Vorsprung

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Er hatte mit einem Lattentreffer Pech: SBC-Angreifer Stefan Mauerkirchner (rechts), der in dieser Szene Benjamin Hadzic versetzt. (Foto: Wirth)

SB Chiemgau Traunstein: Rott, Kaltenhauser (ab 50. Buchner), Petzka, Bauer, Thudt, Berz, Schön, Mauerkirchner, Probst (ab 66. Schneider), Willberger (ab 75. Dengel), Marchl.


VfL Waldkraiburg: Bozjak, Traunsberger, Swoboda, Stuiber, Hadzic, Balck, Cossu (ab 87. Görgner), Deutsch, Dedu, Gibis (ab 70. Kriger), Keri (ab 79. Weichhart).

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Schiedsrichter: Gruber (Salzburg).

Zuschauer: 600.

Tore: 1:0 (38.) Probst, 1:1 (44.) Gibis.

»Heute hat nur das Ergebnis nicht gestimmt – in der ersten Halbzeit haben wir es versäumt, für klare Verhältnisse zu sorgen.« Diese Aussage von Rainer Hörgl, dem Abteilungs-chef des Fußball-Bezirksliga-Spitzenreiters SB Chiemgau Traunstein, verdeutlicht, dass der VfL Waldkraiburg mit dem 1:1 (1:1)-Remis im Jakob-Schaumaier-Sportpark gut bedient war.

In der Tat erarbeitete sich das Team von Trainer Adam Gawron in den ersten 45 Minuten mehrere Top-Gelegenheiten, doch das Leder wollte nur einmal ins Netz. Großes Pech hatten vor allem Stefan Mauerkirchner, als er mit einem Knaller aus der Drehung, das Lattendreieck zittern ließ (12.), und Maxi Probst, der nach einer sehenswerten Kombination über Patrick Petzka und Mauerkirchner den Pfosten anvisierte (45.).

Auch Patrick Schöns Direktabnahme (nach Flanke von Max Bauer), Jochen Thudts Versuch (nach Ecke von Daniel Willberger) sowie weitere Möglichkeiten durch Schön (nach Willberger-Traumpass) und Probst (Torwart Domen Bozjak klärte jeweils prächtig) brachten nichts ein.

So blieb es bei nur einem SBC-Treffer, den Probst in der 38. Minute nach präziser Hereingabe von Petzka markierte. Es war schon sein 13. Saisontor. Doch nur sechs Minuten später schlugen die Waldkraiburger, die bis dahin nur vereinzelte Nadelstiche gesetzt hatten, eiskalt zurück: Nach einem schnell ausgeführten Einwurf wurde Patrick Keri bedient und dessen Flanke von der rechten Seite veredelte Markus Gibis mit einem herrlichen Flugkopfball zum 1:1 (44.). Zuvor hatte auch Keri nach einem flotten VfL-Konter einen Treffer auf dem Fuß, doch SBC-Schlussmann Simon Rott – der den angeschlagenen Issa Ndiaye fehlerlos vertrat – reagierte stark und rettete per Fußabwehr (25.).

Diese erste Halbzeit war jedenfalls vollgepackt mit vielen Höhepunkten, und die 600 Fans sahen trotz Regens und nicht einfacher Bedingungen ein sehr gutes Bezirksliga-Spiel. Das änderte sich nach dem Seitenwechsel ein wenig, »weil wir dann besser gestanden sind und nicht mehr so viel zugelassen haben«, wie es Gäste-Kapitän Benny Hadzic formulierte. »Dann haben unsere Jungs leidenschaftlich gekämpft und taktisch diszipliniert gespielt«, meinte auch VfL-Teammanager Dirk Gümpel.

Einen großen Pechvogel gab es bei den, nach der Pause in der Offensive harmlosen Gästen dennoch: Markus Gibis – der immer wieder von seinen Teamkollegen mit hohen Bällen gesucht wurde – verdrehte sich bei einem Zweikampf das rechte Knie und musste mit Verdacht auf eine schwere Verletzung vom Platz getragen werden. Eine Kernspintomographie wird im Laufe dieser Woche für Klarheit sorgen.

Auch die Offensivaktionen der Hausherren waren im zweiten Durchgang nicht mehr allzu zwingend, am ehesten hatten noch Willberger (59.), Petzka (86.) und Schön (verzog per Freistoß in der Nachspielzeit) das 2:1 auf dem Fuß, das über 90 Minuten gesehen auch völlig verdient gewesen wäre.

Am Ende war Waldkraiburgs Trainer Gzim Shala einer der gefeierten Helden: Beim designierten Meister hat er im Laufe dieser Saison vier Punkte geholt – einen mit dem VfL, drei mit seinem Ex-Verein TSV Ebersberg. »Für mich ist Traunstein auf alle Fälle ein gutes Pflaster – ich habe hier auch früher schon ein paar Mal gewonnen«, sagte Shala, »wir haben uns gegen den Fast-Meister in der ersten Halbzeit zu sehr von der Kulisse beeindrucken lassen. Nach der Pause haben wir dann vieles richtig gemacht.« Seine Truppe ist nun schon seit sechs Spielen ungeschlagen.

Schon 19 Begegnungen ohne Niederlage hat der SBC hinter sich. Zum vorzeitigen Titelgewinn reichte es für die Gawron-Crew zwar nicht, doch aufgrund der 3:4-Niederlage von Verfolger SV/DJK Kolbermoor gegen den TSV Ampfing gelang es den Traunsteinern, ihren Vorsprung auf acht Zähler auszubauen.

Jetzt müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn der Bezirksliga-Meister 2015 nicht SB Chiemgau Traunstein heißen sollte. Eines steht fest: Am kommenden Samstag (15 Uhr/beim SC Baldham-Vaterstetten) können Berz, Marchl, Probst und Co. mit einem Sieg alles klarmachen, auf fremde Hilfe sind sie nun nicht mehr angewiesen.

»Wenn man bedenkt, dass wir doch einige Problemfälle (Grippekranke, Ausfälle, etc.) hatten, so können wir mit der spielerischen Leistung gegen den VfL und mit dem gesamten Wochenende natürlich sehr zufrieden sein«, resümierte Adam Gawron. Auch der SBC-Trainer sprach das einzige Manko an diesem Abend an: »Wir haben halt unsere Chancen nicht genutzt.« cs