weather-image
21°

SBC Traunstein gibt sicheren Sieg in letzter Sekunde aus der Hand

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Freilassings Abwehrspieler Tom Mooser (rechts), der dem ESV mit seinem Ausgleichstor zum 4:4 in letzter Sekunde einen Heimpunkt im Bezirksligaderby rettete, setzte sich in dieser Szene im Zweikampf mit dem zweifachen SBC-Torschützen Florian Griesbeck durch. (Foto: Schlosser)

ESV Freilassing: Schoenberger, Niederstraßer, Öggl (70. Mayer), Poschner, Mooser, Köppl, Thriller, Krojer, Deiter, Franz, Otto (70. Tavares).


SB Chiemgau Traunstein: Abfalter, Mayer, Bauer, Thudt, Berz, Schön, Waritschlager (60. Petzka), Dengel, Daniel, Marchl (67. Buchner), Griesbeck (73. Maaßen).

Anzeige

Schiedsrichter: Cerkez (SV Eurasburg).

Zuschauer: 400.

Tore: 0:1 (10.) Griesbeck, 0:2 (37.) Griesbeck, 1:2 (41.) Krojer, 2:2 (45.) Krojer, 2:3 (60.) Waritschlager, 2:4 (69.) Mayer, 3:4 (90.) Deiter, 4:4 (90.) Mooser.

Eine turbulente Schlussphase, lange Gesichter im Gästelager und Jubel bei den »Eisenbahnern«: Der Fußball-Hit in der Bezirksliga Ost zwischen dem ESV Freilassing und dem SB Chiemgau Traunstein vor knapp 400 Zuschauern bei optimalen äußeren Bedingungen war wahrlich kein Spiel für schwache Nerven. Die Partie endete nach einer zweimaligen Aufholjagd der Grenzstädter jeweils in den letzten Minuten der beiden Spielhälften mit 4:4.

SBC-Stürmer Griesbeck traf zweimal

Man kann es dem Liga-Primus aus der Großen Kreisstadt nicht verdenken, dass dieses Unentschieden als gefühlte Niederlage beurteilt wird, lagen die Schützlinge von Adam Gawron doch nach Ablauf der regulären Spielzeit noch 4:2 vorne. Den eigentlich prägnanten Gesprächsstoff des Derbys lieferten die ESVler sowohl mit großzügig verteilten Geschenken an den Gegner wie auch mit einer absolut leidenschaftlichen Kampfmoral. Alles in allem – es war der bisher verrückteste Saison-Kick.

Die Traunsteiner Mannschaft unterband die anfangs schwungvollen Angriffe der Heimelf. Ali Triller (von Torwart Andreas Abfalter zur Ecke abgewehrt) und Christian Niederstraßer (aus der Drehung drüber) sorgten für den ersten Wirbel. Doch dann unterlief nach zehn Minuten dem sonst zuverlässigen Niederstraßer auf der rechten Abwehrseite ein gravierender Ballverlust im Zweikampf mit Florian Griesbeck. Clever gab dieser auch noch Martin Poschner das Nachsehen und umspielte zudem den entgegen eilenden ESV-Torwart Stefan Schönberger. Das Leder landete im Netz.

In der Folge versandeten die beiderseitigen Bemühungen in einem ziemlich zerfahrenen Spiel. Dann schauten die Gastgeber dumm aus der Wäsche, als der SBC eine kollektive Schlafphase erneut nutzte. Wieder lachte sich Griesbeck über die gegnerische Unzulänglichkeit ins Fäustchen und brachte sein Team mit 2:0 (37.) in Front.

Wie wichtig Denis Krojer, und Kapitän Albert Deiter – beide gingen angeschlagen in die Partie – für Freilassing sind, verdeutlichte die 41. Minute. Aus einem zügigen Angriff über die rechte Seite sah der ballführende Deiter den mitgelaufenen Krojer, der den Querpass zum Anschlusstreffer verwertete. Es sollte noch besser kommen. Fast mit dem Pausenpfiff wiederholte sich dieser Angriff: Erneut schaltete Deiter nach einem langen Ball aus der eigenen Abwehrhälfte den Turbo und die Querflanke erreichte in zentraler Position Krojer, der Abfalter keine Chance ließ.

Wesentlich rasanter gestalteten beide Teams die zweite Halbzeit. Bei solchem Offensivgeist hüben wie drüben, blieb das nächste Tor nicht aus, der abseitsverdächtige Waritschlager schlug als nächstes zu. Danach sollte der Freilassinger Mooser noch zum entscheidenden Spieler werden. Er verhinderte in der 68. Minute ein sicheres Tor durch Griesbeck, in dessen Schuss sich der Ex-Kirchanschöringer warf.

Gäste fühlten sich wohl zu siegessicher

Aus einer von Patrick Schön von rechts präzise in den Fünfmeterraum hereingegebenen Eckstoß köpfte wie aus dem Lehrbuch SBC-Kapitän Sebastian Mayer zum 4:2 (70.) ein. Offensichtlich fühlten sich die Gäste nun zu siegessicher. Letztlich zahlte es sich aus, dass die Hausherren trotz des scheinbar aussichtslosen Rückstandes in ihrem Kampfgeist nicht nachließen.

Auch das Anschlusstor von Deiter nach 92 Minuten, der einen superweiten Abschlag von Schönberger aufnahm und – ohne besonders gestört zu werden – die Kugel an Abfalter vorbei zum 3:4 vorbeispitzelte, schien zunächst nur eine Ergebniskorrektur zu sein. Doch es sollte anders kommen. Aus dem Gewühlpulk heraus traf Thomas Mooser noch zum Ausgleich. Sekunden später war das Derby zu Ende. schl