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SBC Traunstein: Abschied vom EHG-Stadion

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Damals war's ...: 2005 gastierten die Münchner »Löwen« im EHG-Stadion am Viadukt. Unsere Spielszene zeigt ESV-Akteur Sven Thiele bei dem Versuch, Rodrigo Costa zu stoppen. (Foto: Weitz)

Das letzte Saison-Heimspiel des Fußball-Bezirksligisten SB Chiemgau Traunstein steht ganz im Zeichen des Abschieds vom EHG-Stadion am Viadukt. Zum letzten Mal läuft das Team von Trainer Gerhard Balk heute um 15 Uhr gegen den abstiegsbedrohten TSV Ebersberg im früheren ESV-Stadion auf, ehe der mit Spannung erwartete Umzug in die prächtige EHG-Arena erfolgt.


Das letzte Punktspiel in dieser altehrwürdigen, im Jahr 1953 erbauten Sportstätte ist die heutige Partie aber nicht, denn anschließend kickt noch die »Zweite« in der Kreisliga Gruppe II gegen den TuS Traunreut, und am Sonntag in acht Tagen spielt noch die »Dritte« des SBC in der A-Klasse Gruppe VI gegen die DJK Kammer. Trotzdem gibt's das Abschieds-Freibier für Fans (100 Liter werden bereit gestellt) bereits heute – »allerdings erst im Anschluss an die Kreisliga-Begegnung«, so SBC-Pressesprecher Peter Mallmann.

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Die hochklassigsten Mannschaften, die in der 60-jährigen Historie am Viadukt zu Gast waren, sind der FC Bayern München, 1. FC Nürnberg und 1860 München. Die Bayern kamen 1992 mit Trainer Jupp Heynckes während dessen erster Amtszeit bei den »Roten« und schenkten dem ESV 16 Treffer ein (Endstand: 0:16). Neben Raimond Aumann, Christian Ziege, Olaf Thon oder Michael Sternkopf betrat damals unter anderem auch der mittlerweile 44-jährige Brian Laudrup den Rasen. Mallmann erinnert sich: »Der musste dann gleich weiter zur EM nach Schweden – und ist dort mit den Dänen Europameister geworden.«

Der Nürnberger »Club«, der 1980 seine Visitenkarte bei den »Eisenbahnern« abgab, musste sich mit einem relativ knappen 5:1 zufriedengeben. Norbert Eder (Vizeweltmeister von 1986 und später unter anderem Trainer des SB Rosenheim), Horst Weyerich, Peter Stocker, Wolfgang Frank und ihre Teamkollegen zeigten damals, was sie auf dem Kasten haben. Als Trainer der Franken, die als Bundesliga-Aufsteiger angereist waren, stand seinerzeit Horst Heese an der Seitenlinie.

Und im Jahr 2005 waren es schließlich die Münchner »Löwen«, die sich im ESV-Stadion die Ehre gaben – und einen 8:0-Sieg landeten. Unter der Regie von Trainer Reiner Maurer konnten die Fans damals Stars wie Marcel Schäfer (jetzt VfL Wolfsburg), Daniel Baier (jetzt FC Augsburg), Harald Cerny, Paul Agostino oder Karlheinz Pflipsen bewundern.

Doch das ist nun alles Geschichte und die Vorfreude auf die neue Arena überwiegt natürlich bei den SBC-Kickern im Vergleich zum Abschiedsschmerz. Zumal sich der Rasen seit Monaten in miserablem Zustand befindet. Anfang Juni wird die ESV-Anlage abgerissen und künftig soll dort ein hochmoderner Kunstrasen für perfekte Bedingungen auch zu schlechten Jahreszeiten sorgen.

Es wird auch noch eine kleine Stadion-Abschiedsparty geben, doch der genaue Termin steht laut Mallmann noch nicht fest. Mit einem Sieg gegen Ebersberg wollen die Sportbund-Fußballer – die völlig unbeschwert auftreten können – auf alle Fälle schon mal ihren offiziellen Abschied des Stadions feiern. »Für damalige Verhältnisse war es eine sensationelle Arena«, betont Peter Mallmann, »aber jetzt freuen wir uns natürlich auf ganz andere Dimensionen ...« cs