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SBC mit einem Riesenschritt in Richtung Landesliga

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Der zweifache SBC-Torschütze Maximilian Probst (links, hier im Duell mit dem Kastler Alexander Vetter) und sein Team feierten einen wichtigen Sieg. Der Aufstieg rückt immer näher. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Petzka (ab 54. Griesbeck), Bauer, Thudt (ab 75. Buchner), Berz (ab 68. Kaltenhauser), Schön, Mauerkirchner, Probst, Willberger, Daniel, Marchl.


TSV Kastl: Weber, Göppinger, Vetter, Gross (ab 58. Handle), Aigner, Dominik Grothe, Urban, Philipp Grothe, Thiel (ab 67. Westphal), Schuster (ab 78. Kaiser), Hannes Langenecker.

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Schiedsrichter: Maier (SV Hohenlinden).

Zuschauer: 400.

Tore: 0:1 (5.) Gross, 1:1 (12.) Mauerkirchner, 2:1 (25.) Willberger, 3:1 (32.) Probst, 3:2 (74.) Dominik Grothe, 4:2 (77.) Probst.

Gelb-Rote Karten: - / Urban (90.+1).

Der TSV Kastl hat dem Favoriten das Leben nicht leicht gemacht, dennoch setzte sich der Tabellenführer durch: Im Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga Ost landete der SBC Traunstein einen verdienten 4:2-Heimsieg und baute somit seinen Vorsprung – auch dank der 0:1-Niederlage von Verfolger Kolbermoor gegen Ebersberg – auf vier Punkte aus.

Die Partie vor 400 Zuschauern im Jakob-Schaumaier-Sportpark erinnerte in der zweiten Halbzeit phasenweise an die »Wasserschlacht von Frankfurt« bei der WM 1974 (Deutschland besiegte damals Polen durch ein Tor von Gerd Müller 1:0). Ein vernünftiges Kurzpassspiel war kaum noch möglich, da der Ball oft von Pfützen gebremst wurde.

»Es war schwer bei diesen Bedingungen«, klagte Gäste-Trainer Sven Vetter, »trotzdem war unsere Leistung in der zweiten Halbzeit o.k.« Dagegen hätte sein Team im ersten Durchgang in der Defensive »unsortiert« gewirkt, zudem vermisste der TSV-Trainer »die nötige Laufbereitschaft«. Dabei erwischte der Neuling einen guten Start und ging früh durch Robert Gross in Führung: Gegen seinen 16-Meter-Flachschuss ins lange Eck – im Anschluss an eine abgewehrte Freistoßflanke von Hannes Langenecker – war kein Kraut gewachsen (5.).

Heimelf dreht Spiel noch in der ersten Halbzeit

Doch der SBC machte bis zur Pause aus diesem 0:1-Rückstand eine 3:1-Führung. Zunächst schoss Patrick Schön mit einem 18-Meter-Freistoß Stefan Mauerkirchner an, von dem der Ball unerreichbar für Schlussmann Egon Weber ins Netz prallte (12.). Dann gelang Daniel Willberger mit einem satten Linksschuss aus 20 Meter sein erstes Bezirksliga-Tor – hier zeigte der Kastler Torwart, dem die Sicht versperrt war, keine Reaktion (25.). Nach gut einer halben Stunde war es schließlich der überragende Traunsteiner Torjäger Maxi Probst, der nach Vorarbeit von Patrick Schön auf und davon zog und das 3:1 erzielte (32.).

Dominik Grothe, den Sven Vetter nach einer Stunde vom Flügel ins Sturmzentrum beordert hatte, schloss einen sehenswerten Angriff über den eingewechselten Sebastian Handle zum 2:3 aus Sicht der Gäste ab – und machte die Partie somit nochmals spannend (74.). Doch die Traunsteiner schlugen nur drei Minuten später zurück, als Mauerkirchner Probst schickte, dieser energisch die TSV-Abwehr durchbrach und das Leder eiskalt in die Maschen knallte.

Neben Probst – der seine Treffer acht und neun bei nur sechs Einsätzen markierte – wollte Traunsteins Abteilungs-chef Rainer Hörgl auch noch Willberger aus einer kompakten, aber keineswegs fehlerlosen Truppe herausheben. »Ich kann nicht verstehen, dass unsere Jungs nach der Pause nicht auf einfache Mittel zurückgegriffen haben. Bei solchen Bedingungen muss man halt den Ball auch mal wegschlagen«, übte SBC-Trainer Adam Gawron Kritik. Und Hörgl gab zu: »Vor diesem Gegner hatten wir schon ein bisschen Bammel – insofern können wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein.«

Dass für Kastl durchaus mehr drin gewesen wäre, wird durch zwei Szenen dokumentiert: Beim Stand von 1:1 holte SBC-Mittelfeldmann Patrick Schön eine Direktabnahme von Lorenz Schuster per Kopf von der Linie. Und nach 55 Minuten musste Traunsteins Torwart Issa Ndiaye nach einem schlampigen Rückpass von Jochen Thudt weit raus aus seinem Kasten, um Gross zu stoppen, was er nicht ganz astrein tat. »Das war für mich eine klare Rote Karte«, so Vetter. Doch der Schiedsrichter ließ das Spiel weiterlaufen.

Thudt-Treffer wegen Abseits aberkannt

Auch die Hausherren hätten weitere Treffer erzielen können. So verzog Probst zweimal nur knapp, wurde ein Schuss von Mauerkirchner geblockt, und ein Treffer von Thudt nach Kopfball-Verlängerung von Max Bauer wurde wegen Abseits nicht gegeben (35.), wobei die Traunsteiner dies natürlich ganz anders sahen als der Unparteiische Christian Maier vom SV Hohenlinden. Auch der eingewechselte Florian Griesbeck prüfte Weber mit einem strammen Abschluss.

Nicht mehr entscheidend war die Gelb-Rote Karte, die der Kastler Tobias Urban in der Nachspielzeit gezeigt bekam. Fazit: Ein verdienter Erfolg des Spitzenreiters, der seit 22. August 2014 (0:1 in Raubling) ungeschlagen ist und mit Riesenschritten der Landesliga entgegenstrebt. cs