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SB Chiemgau will Mini-Serie fortsetzen

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Jochen Thudt (links, hier im Duell mit dem Inzeller Michel Hernandez) war zuletzt bereits in der Zweiten Mannschaft im Einsatz und nahm bei der »Ersten« auf der Bank Platz. Er signalisierte Trainer Jochen Reil, dass er auch weiterhin aushelfen wird. (Foto: Wirth)

Wenn der SB Chiemgau Traunstein am morgigen Sonntag um 15 Uhr auf der Bezirkssportanlage an der Heinrich-Wieland-Straße in München gegen Türkgücü-Ataspor den Versuch unternimmt, seine Mini-Serie (ein Sieg, ein Remis) fortzusetzen, wird ein wichtiger Spieler aus traurigem Grund nicht dabei sein: Andre Köppl. Da sein Vater Bernd Köppl während dieser Woche gestorben ist, steht der 27-jährige Defensivmann wohl in den nächsten Spielen nicht zur Verfügung – und verlängert damit die ohnehin schon sehr lange Ausfallsliste des Fußball-Landesligisten.


»Bernd war nicht nur Spielervater, sondern ein großer Mensch. Er war als Fan und Gönner immer für uns da und hat viel für die Mannschaft getan«, sagt SBC-Trainer Jochen Reil, der natürlich vollstes Verständnis dafür hat, dass Andre Köppl den Fußballsport eine Stufe weiter nach unten rücken muss, was vor allem auch geschäftlich bedingt ist.

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Gastgeber haben keine sonderliche gute Phase

Dennoch ist der Traunsteiner Coach positiv gestimmt, dass auch mit dünner Personaldecke weiter gepunktet werden kann. Von einem »Not-Aufgebot« will er übrigens nicht sprechen, »das wäre auch unseren mit weniger Landesliga-Erfahrung ausgestatteten Spielern gegenüber nicht fair, denn sie machen ihre Sache sehr gut«, stellt Reil klar.

Die Türken haben keinen sonderlich guten Lauf: Obwohl sie vor der Saison mächtig aufgerüstet hatten, warten sie nun schon seit fünf Begegnungen auf einen Dreier. Ihr letzter Sieg datiert vom 6. August (2:0 beim FC Töging), sodass ihr Vorsprung auf die rote Zone auf nur noch einen Zähler zusammenschmolz. Ob es ein Vorteil für den SBC ist, dass Türkgücü-Ataspor-Torjäger Onur Kaya (sechs »Kisten«) im heimischen Kreis Inn/Salzach ein alter Bekannter ist, muss man abwarten. Fakt ist, dass der 28-jährige Stürmer-Routinier, der früher unter anderem für den SB/DJK Rosenheim, SV Wacker Burghausen II und TSV Ampfing auf Torejagd ging, an einem guten Tag ein Spiel alleine entscheiden kann. Die SBC-Kicker sollten sich auch von der Tatsache nicht blenden lassen, dass Kaya zuletzt bei der 1:2-Niederlage in Hallbergmoos nur eine gute halbe Stunde ran durfte.

Zwei positive Dinge wollte Jochen Reil im Hinblick auf das Sonntagsspiel noch herausstellen: Zum einen wird »Jogi« Thudt weiterhin aushelfen und könnte diesmal sogar eine Option für die Startformation sein. »Er hat mir die vollste Unterstützung zugesagt, engagiert sich derzeit nicht nur in der Abteilungsleitung, sondern auch auf dem Platz«, freut sich der SBC-Übungsleiter. Zudem nutzten die Traunsteiner die relativ lange Pause seit dem Auftritt gegen den TSV Eching (2:2), um diese Woche drei Trainingseinheiten zu absolvieren. »Einen Schönheitspreis gibt es für uns zurzeit nicht zu gewinnen. Das wissen wir. Doch wenn die Jungs kratzen und beißen, dann können wir auch bei den Türken etwas holen«, betont Reil.

Damit dies klappt, müssen auch die Chancen konsequenter verwertet werden. »Wir haben ja unsere Möglichkeiten«, so Reil, »aber wenn du sie nicht nutzt, wie zum Beispiel vor 14 Tagen beim 2:1-Sieg in Hallbergmoos, dann musst du halt bis zum Schlusspfiff zittern.« cs