SB Chiemgau will Ärger in positive Energie umsetzen

SB Chiemgau will Ärger in positive Energie umsetzen
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Richtig zupackend: So wie hier Markus Unterhuber (links) gegen Eggenfeldens Simon Schie sollen sich die Fußballer des SB Chiemgau auch im Auswärtsspiel in Freising präsentieren. (Foto: Weitz)

Zwei Schritte vor, einen zurück – im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga Südost präsentiert sich die Mannschaft des Tabellenvorletzten SB Chiemgau Traunstein (17./12 Punkte) mit wechselhaften Vorstellungen. Zuletzt gab's mit dem 1:3 auf eigenem Platz gegen den TSV Brunnthal – einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf – einen heftigen Rückschritt, der Trainer Jochen Reil immer noch mächtig wurmt.


»Ja, da war ich ziemlich sauer. Du bereitest dich und das Team akribisch auf das Spiel vor, und dann werden die Vorgaben nicht umgesetzt und vor allem gegen den Ball nicht gut genug gearbeitet«, zeigt er sich noch immer enttäuscht. Reil betont jedoch zugleich vor dem Gastspiel beim SC Eintracht Freising (6./23) am morgigen Samstag (15 Uhr): »Ich stehe hinter der Mannschaft.«

Schließlich dürfe man seinen Spielern nicht den Vorwurf machen, es hätte an der Einstellung gelegen. »Sie hatten gut trainiert, da war richtig Zug drin. Und sie wollten ja auch – aber sie haben es einfach nicht geschafft, auf 100 Prozent zu kommen.« Das sei aber nötig, um in der Landesliga zu bestehen, »denn wir sind halt in der Landesliga mit der Qualität nicht ganz vorne. Und der jungen Mannschaft fehlt es halt auch noch an Cleverness.«

Fehler beiallen drei Gegentoren

Das habe sich auch an den drei Gegentoren gegen Brunnthal gezeigt: Beim ersten Tor »sind wir bei einem Standard falsch gestanden.« Beim zweiten »rutscht erst ein Spieler aus, dann treffen seine Kollegen die falschen Entscheidungen.« Das dritte Gegentor sei diesmal ein Torwartfehler gewesen.

Dabei habe man in Marko Kao einen prinzipiell guten Ersatz für den längerfristig verletzten Tom Unterhuber im Team, »aber wenn er – bedingt durch seinen Schichtdienst – halt zeitweise ein bis zwei Wochen im Training fehlt, dann ist es halt schwierig.«

Problematisch sei es auch gewesen, dass »wir es nicht geschafft haben, nach dem 1:1 das Ergebnis erst einmal abzusichern. Wir hatten sogar die Chancen zum 2:1« – nur sei das an diesem Tag halt nicht gelungen.

Daraus gelte es, nun für die Partie in Freising die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dass der Gegner ein richtiges Kaliber ist, ist Reil dabei sehr wohl bewusst: »Das ist eine gestandene Landesliga-Mannschaft mit sieben bis acht erfahrenen, guten Spielern drin«, zeigt er vor dem Tabellensechsten großen Respekt.

Da könne man nur »im Kollektiv dagegenhalten und die Vorgaben, die ich mache, möglichst gut umsetzen.« Das sei vor dem Brunnthal-Spiel ja in den Partien gegen den SB Rosenheim (5:1) und beim FC Unterföhring (1:1) gut gelungen.

Doch gegen Brunnthal »haben wir mit der gleichen Startaufstellung begonnen wie in Unterföhring, trotzdem hat es da nicht geklappt«, zeigt er sich etwas »irritiert« über den Rückschlag für sein Team, »das ist immer wieder eine Überraschungstüte für mich.«

»Entwicklung geht nichtvon heute auf morgen«

Diesmal wolle man aber nun die Freisinger überraschen. Erfreulich dabei: Schon seit seinem Amtsantritt hätten »die Jungs im Training immer gut mitgezogen, aber die Entwicklung geht halt nicht von heute auf morgen«, fordert er auch Geduld mit seinen Spielern ein. Reil stellt klar: »Das sind alles gute Typen, und die, die da sind, haben es auch verdient, dass jeder sie unterstützt.« Doch es fehle bei vielen Spielern die Konstanz, wie sie zuletzt etwa Markus Unterhuber »als unser derzeit beständigster Spieler« gezeigt habe.

Auf dem Spielfeld gelte es, die Vorgaben gut einzuhalten, vor allem bei der Arbeit »gegen den Ball«. Und dieses Defensivverhalten und Anlaufen des Gegners sei auch von der Offensive und dem Mittelfeld gefordert, »denn wenn die den Gegner zu wenig einbremsen, kommt unsere Abwehr noch mehr unter Druck.«

»Werden sonst vomGegner erdrückt«

Seine Mannschaft könne nicht einfach darauf setzen, sich fast komplett in die Defensive zurückzuziehen und einen Gegner »wegzuverteidigen«. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass man von der spielstarken Konkurrenz eher »erdrückt« werde.

Klar sei auch: »Wir können nur etwas gewinnen, wenn alle 100 Prozent geben.« Dass die Mannschaft dazu gewillt sei, habe sie auch in dieser Woche wieder im Training gezeigt. »Die Jungs ärgern sich ja selbst am meisten über das Spiel gegen Brunnthal«, weiß Reil – und hofft, dass seine Mannschaft ihren und seinen Ärger über die vergangene Partie nun in Freising in positive Energie umsetzen kann ...

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