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SB Chiemgau trotzt dem Spitzenreiter einen Punkt ab

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SBC-Kapitän Stefan Mauerkirchner (vorne, hier im Duell mit Wasserburgs Maximilian Höhensteiger) brachte seine Elf bereits in der 1. Minute früh in Führung. Am Ende reichte es für die Traunsteiner gegen den Spitzenreiter nur zu einem 1:1. (Foto: Butzhammer)

Verkehrte Welt im Jakob-Schaumaier-Sportpark: Nicht der TSV Wasserburg zeigte am Freitagabend eine meisterliche Leistung, sondern der abstiegsbedrohte SB Chiemgau Traunstein hatte den Spitzenreiter lange Zeit am Rande der sechsten Saisonniederlage. Am Ende hieß es vor 610 Zuschauern dann aber nur 1:1. Dieses Ergebnis hilft beiden Teams nicht wirklich weiter: Wasserburg musste damit seine Meisterparty (dafür wäre ein Sieg nötig gewesen) verschieben, der SBC bleibt auch trotz des Punktgewinns weiter im Tabellenkeller stecken und drei Spieltage vor Schluss stehen die Zeichen damit deutlicher denn je auf ein erneutes Nachsitzen für den Tabellensechzehnten. Der Abstand zum rettenden Ufer ist nach diesem Spieltag nämlich auf fünf Punkte angewachsen.


»Das Unentschieden ist zu wenig für uns«, sagte dann auch SBC-Spielertrainer Yunus Karayün. Er machte seiner jungen Mannschaft aber keinen Vorwurf, sondern lobte seine Elf. »Wir haben sie nicht ins Spiel kommen lassen.« Letztlich fehle aber einfach noch die Abgezocktheit. »Es zehrt einfach auch an den Kräften, wenn man von Anfang an gegen den Abstieg spielen muss.« Der Auftritt gegen Wasserburg mache jedoch Mut für die Zukunft, hob er hervor. »Wir müssen es einfach schaffen, die Liga zu halten und dann in der neuen Saison einen Neubeginn starten.«

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Karayün ärgerte sich vor allem über die Leistung des Schiedsrichtergespanns um Yannick Eberhardt. Das sei gerade in der zweiten Halbzeit einfach katastrophal gewesen, monierte er. »Bei uns geht es doch auch um was«, betonte der Spielertrainer. Er konnte sich in der 90. Minute auch nicht mehr zurückhalten und flog wegen Meckerns mit Gelb-Rot vom Feld.

Die Partie begann für den SB Chiemgau mit einem Paukenschlag. Es war nicht mal eine Minute gespielt, da saß der erste Angriff der Traunsteiner – und der war auch noch ganz stark gespielt! Ethan Monaghan flankte von der rechten Seite auf Mike Opara, der schaute kurz und legte auf Kapitän Stefan Mauerkirchner auf. Der SBC-Stürmer lief nach seiner Verletzungspause gleich von Beginn an auf und das Trainerteam hatte damit ein goldenes Näschen, denn Mauerkirchner fackelte nicht lange, zog ab und der Ball flog wunderschön über Wasserburgs Torwart Georg Haas hinweg zum 1:0 in die Maschen.

Wer nun dachte, die Gäste würden nun sofort in den Angriffsmodus wechseln, sah sich getäuscht. Erst in der 18. Minute gab’s eine Annäherung der Wasserburger Richtung SBC-Tor. Doch Matthias Haas jagte einen Freistoß aus zentraler Position weit in die Wolken – kläglich! Zwei Minuten später legte Dominik Haas auf Christoph Scheitzeneder auf, sein Schuss ging ebenfalls über den Traunsteiner Kasten, den diesmal übrigens wieder Maximilian Tanzer hütete.

Der SB Chiemgau versteckte sich weiter nicht und spielte nach vorne. In der 26. Minute hatten die Zuschauer schon den Torschrei auf den Lippen. Goran Divkovic zog an der Strafraumgrenze ab, Torwart Georg Haas war geschlagen, doch der Ball klatschte an den linken Pfosten – Glück für Wasserburg! Auf der Gegenseite probierte es Dominik Haas noch einmal, doch Tanzer fing den Ball sicher. Kurz vor dem Pausenpfiff war dann die Karayün-Elf nochmals an der Reihe. Eine Flanke von Opara segelte in den Strafraum, dort klärte ein Wasserburger Verteidiger gerade noch vor dem einschussbereiten Divkovic. Die folgende Ecke von Karayün kam zu Mauerkirchner, der den Ball rechts neben den Pfosten köpfte. So ging’s mit einer 1:0- Führung für die Heimelf in die Kabine – und die war mehr als verdient!

Auch in der zweiten Halbzeit hielt der SB Chiemgau mit. Ja, mehr noch: Gleich nach fünf Minuten hatte die Heimelf die nächste gute Gelegenheit, auf 2:0 zu stellen. Mauerkirchner schickte Monaghan mit einem Traumpass auf die Reise, der lief völlig frei Richtung Tor. Doch anstatt selber abzuziehen, passte er auf den mitgelaufenen Divkovic und den Ball fing in letzter Sekunde ein Wasserburger ab. Großchance vertan – und das rächte sich. In der 67. Minute konnte der in dieser Szene unglücklich agierende Tanzer eine Flanke des eingewechselten Lucas Knauer nicht festhalten, der Ball ging zur Ecke raus und diese führte im Anschluss zum bitteren 1:1 (68.) aus SBC-Sicht. Der Ball landete plötzlich bei Robin Ungerath und der köpfte die Kugel über die Linie.

Die Partie war jetzt ein offener Schlagabtausch. Für Traunstein traf der eingewechselte Maximilian Probst in der 70. Minute nur das Außennetz, Torwart Georg Haas fälschte den Ball entscheidend ab. Die anschließende Ecke von Karayün landete bei Mauerkirchner, der rechts vorbeischoss. Die Wasserburger hätten den Spielverlauf in der 84. Minute fast auf den Kopf gestellt. Matthias Haas zirkelte eine Ecke in den Strafraum, dort lauerte Markus Hartl, der den Ball an den Pfosten setzte. Das war die letzte Chance in einer rassigen Partie.

SB Chiemgau Traunstein: Tanzer, Sandner, Monaghan (67. Probst), Karayün, Opara, Köberich, Kraus, Divkovic, Daniel, Mayer, Mauerkirchner (75. Fenninger).

TSV Wasserburg: Georg Haas, Höhensteiger, Scheitzeneder (67. Hartl), Dominik Haas, Stephan, Schaberl (58. Hundschell), Hain (35. Knauer), Matthias Haas, Lindner, Weber, Ungerath.

Tore: 1:0 Mauerkirchner (1.), 1:1 Ungerath (68.)

Gelb-Rote Karte: Karayün (90./SBC).

Zuschauer: 610.

Schiedsrichter: Yannick Eberhardt (München). SB