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SB Chiemgau Traunstein zittert sich zum Sieg

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Der stark aufspielende SBC-Stürmer Stefan Mauerkirchner (blaues Trikot) schoss in dieser Szene das 2:1. Türkgücü-Torhüter Cerruti Zola (von links), Serkan Türkcan und Domagoj Habek sind machtlos. Die Traunsteiner gewannen das Landesligaspiel am Ende mit 3:2. (Foto: Weitz)

Dieses Landesligaspiel am Donnerstagabend hatte wirklich einiges zu bieten: viele Tore, Spannung bis zur letzten Sekunde, rassige, aber faire Zweikämpfe und einige Wortgefechte am Rande. Am Ende behielten die Fußballer des SB Chiemgau Traunstein gegen den SV Türkgücü-Ataspor München mit 3:2 die Oberhand.


Damit kletterten die Traunsteiner in der Tabelle sogar auf Platz (26 Spiele/47 Punkte) zwei vor – zumindest bis zum heutigen Karsamstag: Denn dann spielt der bisherige Zweite SpVgg Landshut (25/46) beim Spitzenreiter TuS Holzkirchen (15 Uhr) und könnte wieder an den Traunsteinern vorbeiziehen. Auch der ASV Dachau (25/46) hat durch den 4:0-Sieg in Hallbergmoos am Donnerstagabend ans Spitzentrio angeschlossen und könnte ebenfalls am Ostermontag um 15 Uhr beim TSV Kastl den SBC von Platz zwei verdrängen.

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Trotzdem: »Jetzt haben wir ein schönes Osterfest«, freute sich SBC-Trainer Jochen Reil nach dem intensiven Spiel. Allerdings schob er hinterher: »Das war teilweise ein wenig des Guten zu viel für mich heute.« Er meinte damit vor allem, dass seine Mannschaft seine Vorgaben nicht gut umsetzte. »Gleich unsere ersten Ballkontakte waren nicht gut.« Seine Elf habe während der gesamten Partie viele unsaubere Bälle gespielt. »Wir waren einfach viel zu passiv.«

Dabei begann die Partie für die Heimelf, in der Last-Minute-Neuzugang Alexander Köberich erstmals von Beginn an spielte, perfekt. Denn nach einer tollen Kombination über Kapitän Patrick Schön und Daniel Willberger stand der stark spielende Stürmer Stefan Mauerkirchner goldrichtig und versenkte den Ball zum 1:0 in den Maschen. Doch die technisch starken Gäste zeigten sich davon wenig beeindruckt und kamen in der 15. Minute durch Osman Yontar, der aus 25 m mal abzog und genau ins Kreuzeck traf, zum Ausgleich.

»Da war teilweise Totenstille«

Bis zur Halbzeit hatten beiden Teams noch gute Gelegenheiten. Gästespieler Cengiz Ötkün visierte per Freistoß aus 20 m den linken Pfosten an (33.). Für den SBC tauchten Mauerkirchner (30. und 35.) sowie Waldemar Daniel (30.) gefährlich vor dem Tor der Gäste auf. Doch der Spielfluss aufseiten der Gastgeber war mehr oder weniger dahin. In dieser Phase hätte sich SBC-Abteilungsleiter Ludwig Trifellner vor allem eines gewünscht: Die Unterstützung der 470 Zuschauer im Stadion.

»Da war teilweise Totenstille«, ärgerte er sich. »Die Mannschaft hätte da die Fans gebraucht«, mahnte er an. Man müsse bedenken, was in Traunstein die letzten eineinhalb Jahre aufgebaut wurde und das sei keine Selbstverständlichkeit. »Wir spielen jetzt auch noch immer um die Relegation. Die Mannschaft hätte sich da mehr Unterstützung verdient,« sagte Trifellner weiter. Man müsse einfach auch mal die Kirche im Dorf lassen. »Wir werden nicht alle Gegner in Grund und Boden spielen können. Das müssen wir einsehen.«

Nach dem Wechsel war die Begeisterung auf den Rängen dann aber schnell wieder da: Denn in der 50. Minute schlug erneut Mauerkirchner zu, der Türk-Torwart Cerruti Zola keine Abwehrchance ließ. Auch danach blieben die Traunsteiner am Drücker: Maximilian Probst scheiterte in der 54. Minute an Zola und auch Willberger vergab aus nächster Nähe (61.). Aber fünf Minuten später ließ sich Willberger nicht zweimal bitten, als er einen Ball von Schön wunderschön serviert bekam und zum 3:1 traf.

Damit schien die Partie gelaufen zu sein – aber weit gefehlt: In der letzten Viertelstunde wurde es nochmals so richtig turbulent. Zunächst kamen die Gäste zum Anschlusstreffer durch Domagoj Habek und sie witterten jetzt nochmals ihre Chance. Was folgte waren mehrere Wortgefechte in und außerhalb des Platzes. Als Waldemar Daniel in der 85. Minute dann alleine Richtung Torwart Zola zustürmte, fiel er plötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht hin und musste mehrere Minuten auf dem Feld behandelt werden. Für Daniel (Verdacht auf Muskelfaserriss) ging's dann auch nicht mehr weiter.

In der zehnminütigen Nachspielzeit (zwischenzeitlich hatte sich auch noch ein Gästespieler verletzt und musste ebenfalls länger am Feld behandelt werden) gab's dann auch noch zwei Rote Karten. Zunächst musste Alexander Schlosser nach einem keinesfalls überharten Foul mit Rot vom Feld (90.+1), dann erwischte es auch noch den eingewechselten Gästespieler Pascal Preller wegen Meckerns (90.+3). Der SBC brachte die hitzige Schlussphase aber unbeschadet über die Zeit und durfte sich über drei Punkte im Osternest freuen.

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Zeric, Bauer, A. Schlosser, D. Schlosser, Schön (73. Marchl), Mauerkirchner, Probst (73. Probst), Willberger, Köberich, Daniel (87. Müller).

SV Türkgücü-Ataspor München: Zola, Bornhauser, Habek, C. Ötkün, Erten (70. Preller), Cisse, Türkcan, Yontar, Medara (Atilgan), Sütlü, Vatany.

Tore: 1:0 (7.) Mauerkirchner, 1:1 (15.) Yontar, 2:1 (50.) Mauerkirchner, 3:1 (66.) Willberger, 3:2 (75.) Habek.

Rote Karten: Alexander Schlosser (90. +1 /Foul)/Pascal Preller (90. + 3/Meckern).

Zuschauer: 470.

Schiedsrichter: Benjamin Mignon (Aying). SB