weather-image
22°

SB Chiemgau Traunstein wie ein Abstiegskandidat

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Da keimte Hoffnung auf: Stefan Mauerkirchner setzte sich in dieser Szene gegen Stefan Schauer durch und erzielte das 2:2 – doch letztlich unterlag der SBC mit 2:3. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Kaltenhauser, Petzka (ab 48. Tahir), Bauer, Thudt, Berz, Schön (ab 80. Fenninger), Mauerkirchner, Willberger, Daniel, Marchl (ab 84. Köppl).


SV Manching: Geisler, Frank, Maritato, El-Mahmod (ab 80. Ziegler), Kremer (ab 46. Bielicz), Geiß, Schachtner, Chiaradia (ab 89. Heissler), Dmitrovic, Schauer, Huber.

Anzeige

Schiedsrichter: Freund (SV Perlesreut).

Zuschauer: 530.

Tore: 0:1 Schachtner (12.), 0:2 Chiaradia (25.), 1:2 Bauer (37., Handelfmeter), 2:2 Mauerkirchner (52.), 2:3 Schachtner (76.).

Der Fußball-Landesligist SB Chiemgau Traunstein hat seinen Negativtrend der vergangenen Wochen fortgesetzt: Nach der 2:3 (0:2)-Heimniederlage nach schwacher Vorstellung gegen den Neulingskollegen SV Manching steht aus den letzten sieben Spielen nur ein Sieg zu Buche.

Sollte diese Entwicklung nicht gestoppt werden können, so sind die Kicker aus der Großen Kreisstadt ein ernsthafter Abstiegskandidat.

»Das war nicht nur eine schlechte, sondern eine katastrophale Leistung«, klagte Manfred Wudy, 2. Abteilungsleiter des SBC, und auch Traunsteins Trainer Adam Gawron war sich darüber im Klaren, »dass man sich so nicht präsentieren darf – einen schlechteren Gegner werden wir in nächster Zeit nicht bekommen.« Torsten Holm, Trainer der Manchinger, lobte dagegen überraschenderweise die Gastgeber: »Eine fußballerisch starke Mannschaft, der nur die nötige Erfahrung fehlt.« Ein Kompliment, von dem sich der Meister der Bezirksliga Ost nichts kaufen kann.

Die Chiemgauer hatten zwischenzeitlich einen 0:2-Rückstand wettgemacht, doch anstatt nachzulegen und die Aufholjagd fortzusetzen (man hatte noch genügend Zeit), kassierten sie einen weiteren »billigen« Gegentreffer zum 2:3. Danach ging gar nichts mehr bei den Hausherren, deren Fehlerquote viel zu hoch war. Der Sieg der keineswegs überzeugenden Manchinger war insofern nicht unverdient.

Auch wenn Gawrons Aussage ein wenig übertrieben wirkt: Völlig daneben lag er nicht, als er sagte: »Da kannst du 4:0 führen, liegst aber plötzlich 0:2 zurück.« Damit beschrieb er die erste Halbzeit, in der Stefan Mauerkirchner (1./ 17. Minute), Patrick Schön (7./21.) und Waldemar Daniel (28./sehenswerter 18-Meter-Schuss) gute bis hundertprozentige SBC-Chancen ausließen. Dagegen zog der SVM durch Treffer von Daniel Schachtner (12.), der – freigespielt von Mario Chiaradia – das Leder allein vor Issa Ndiaye unter die Latte lupfte, und Co-Trainer Chiaradia selbst, der nach Zuspiel von Bernd Geiß via Innenpfosten abschloss, mit 2:0 in Führung. Schachtner hatte dazwischen Ndiaye mit einem tollen Schuss zu einer ebenso starken Parade gezwungen (22.).

Wenigstens gelang den Traunsteinern in der 37. Minute der Anschlusstreffer: Ein guter Angriff über Tobi Berz und Mauerkirchner endete mit einem Handspiel des Manchingers Daniel Kremer. Den fälligen Elfmeter verwandelte Kapitän Max Bauer eiskalt zum 1:2.

Auch der zweite Durchgang begann wunschgemäß für die Gastgeber: Es lief die 52. Minute, als Mauerkirchner, von Berz angespielt, im Strafraum alles richtig machte und aus acht Meter zum 2:2-Ausgleich ins kurze Eck vollendete. Wer nun jedoch dachte, der SBC würde Sicherheit in sein Spiel bekommen, sah sich getäuscht.

Der »Gipfel« in der 76. Minute: Erst lud das Traunsteiner Mittelfeld Gästekapitän Geiß zu einem Diagonalball ein, dann verschätzte sich auch noch Florian Marchl und verfehlte den Ball. So hatte der allein auf Ndiaye zusteuernde Schachtner keine Probleme, die Manchinger 3:2-Führung zu erzielen.

Nun brachten die Traunsteiner keinen Fuß mehr auf den Boden. Erst in der Nachspielzeit sahen die 530 Besucher im Jakob-Schaumaier-Sportpark noch zwei nennenswerte Torszenen: Der gute Schachtner, der von Gästetrainer Holm nicht nur wegen seiner beiden Treffer ein Sonderlob erhielt, scheiterte freistehend an Ndiaye. Und im Gegenzug war es Mauerkirchner, der das Leder am langen Eck vorbeizog.

Zu Beginn der Partie hatte es eine Gedenkminute für den kürzlich verstorbenen Hans Schreiber gegeben, der viel für den Traunsteiner Fußball getan hat. Ihm zu Ehren spielten die SBC-Kicker auch mit Trauerflor. cs