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SB Chiemgau Traunstein weiter auf Talfahrt

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Er war diesmal ballsicherer als mancher seiner Schützlinge: Der SBC-Interimstrainer Ludwig Trifellner, der die Mannschaft zum letzten Mal als Cheftrainer betreute. (Foto: Butzhammer)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Graß (66. Wendlinger), Köppl, Berz, Schön, Mauerkirchner (53. Tahir), Willberger, Fenninger, Daniel, Wimmer (75. Reis), Kennedy.


SB DJK Rosenheim: Fazekas, Ch. Hofmann, F. Hofmann, Eyrainer, Temel (70. Sulimani), Börtschök, Reichmacher, König, Markus Höhensteiger, Maximilian Höhensteiger, Andreas Wörndl (75. Obri).

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Tore: 0:1 (14.) König, 0:2 (86.) Obri.

Zuschauer: 490.

Schiedsrichter: Zacher (Nußdorf am Inn).

Gelb-Rote Karte: Berz (76.).

Für den SB Chiemgau Traunstein zeigt der Daumen in der Fußball-Landesliga Südost weiter nach unten. In einem schwachen Derby gegen den SB DJK Rosenheim gab es im letzten Vorrundenspiel eine 0:2-Niederlage im heimischen Jakob-Schaumaier-Sportpark.

Durch die dritte Niederlage in Folge kommt der SBC nun der Gefahrenzone immer näher. Die Gäste sind mit den Traunsteinern nun an Punkten gleichgezogen und kletterten in der Rangfolge auf den 14. Platz vor. Auf den neuen Traunsteiner Trainer Jochen Reil, der unter den 490 Zuschauern weilte, kommt also viel Arbeit zu.

Zum letzten Mal betreute diesmal aber Ludwig Trifellner den Aufsteiger, nachdem er das Team interimsmäßig nach der Entlassung von Adam Gawron übernommen hatte. Gawron ist mittlerweile ja Trainer beim Ligarivalen FC Töging und schaute sich deshalb auch das Spiel seiner alten Mannschaft live im Stadion an. »Ich hätte natürlich gerne mit einem Erfolgserlebnis aufgehört«, sagte Trifellner. Doch das blieb ihm verwehrt.

»Die Mannschaft hat alles gegeben«

Er machte seiner Elf, die arg ersatzgeschwächt angetreten war, aber keinerlei Vorwürfe. »Die Mannschaft hat alles gegeben. Es war einfach nicht mehr drin«, betonte er. Er habe zuletzt Woche für Woche das Team umstellen müssen, »das ist einfach unglaublich bitter«, betonte Trifellner. Er wird sich nun wieder um seine Aufgaben als Nachwuchsleiter und Torwarttrainer beim SB Chiemgau kümmern.

Die erste Chance des Spiels hatten die Gäste. Ein Freistoß von Philipp König war aber für SBC-Torwart Issa Ndiaye kein Problem (11.). Auf der Gegenseite testete Maximilian Fenninger mit einem Kopfballaufsetzer Rosenheims Torwart Marinus Fazekas (13.). Eine Minute später durften die Rosenheimer erstmals jubeln. König brachte einen Kopfball aufs Tor, Ndiaye rutschte weg und das Leder flog in den Kasten. »Ein saublödes Tor«, kommentierte Trifellner die Szene. »Das war wieder einmal richtig Pech.« Die verunsicherten Traunsteiner erholten sich von diesem Gegentreffer nicht mehr. Sie leisteten sich viele Fehlpässe und hatten offensiv keinerlei Ideen. Bis zur Pause gab’s deshalb auch keine einzige Chance der Heimelf mehr. Die Gäste hatten hingegen durch Andreas Wörndl (25.), König (34.) und Yasin Temel (37.) noch gute Möglichkeiten. »Wir hätten nach der ersten Halbzeit schon mit zwei Toren führen können«, sagte Rosenheims Trainer Matthias Pongratz, »wir haben zu viele Chancen liegengelassen.«

Nach dem Wechsel mühten sich die Traunsteiner, aber sie schafften es nicht, Druck aufzubauen. Die Gäste hatten weiterhin alles im Griff. Christoph Börtschök vergab eine gute Möglichkeit, als er völlig frei vor Ndiaye auftauchte (56.). Danach hielt der SBC-Tormann Freistöße von Florian Hofmann (61.) und Börtschök (63.) und rettete in höchster Not gegen König (64.).

Ab der 76. Minute musste der SBC auch noch dezimiert spielen, als Tobias Berz – er führte die Elf als Kapitän auf den Platz, da Max Bauer wegen Leistenproblemen nur auf der Bank Platz nehmen konnte – mit Gelb-Rot vom Platz flog. Zehn Minuten später machte Alban Obri mit dem 2:0 dann alles klar. »Das war die Erlösung für uns«, freute sich Pongratz, der von einem »hochverdienten Sieg« sprach.

Eine unschöne Szene gab’s dann aber noch in der 89. Minute, als Shptim Sulimani bei einem Angriff mit gestreckten Fuß im Strafraum in Tormann Ndiaye hineinrauschte. Der SBC-Tormann spielte unter starken Schmerzen weiter und musste hinterher von seinen Mannschaftskollegen vom Platz geführt werden. Sulimani bekam für die unsaubere Aktion zum Unverständnis der Zuschauer lediglich Gelb.

Jochen Reil will Selbstvertrauen stärken

Jochen Reil machte seinem neuen Team übrigens keine Vorwürfe. »Sie haben alles rausgeholt«, sagte er. »Dass die Mannschaft aber nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzt, sieht man ja.« Da gelte es nun anzusetzen, kündigte er an.

Die nächsten Spiele werden mit Spitzenreiter FC Deisenhofen und dem FC Töging aber sehr schwer. »Aber das sehe ich als Chance an«, sagte Reil. »Wir werden jetzt bis zur Winterpause alles an Punkten mitnehmen, was geht.« Die Pause möchte der neue Trainer dann nutzen, »um die Mannschaft fit zu machen.« Denn schließlich soll auch in der neuen Saison in Traunstein weiter in der Landesliga gespielt werden. »Den Klassenerhalt schaffen wir«, versprach Reil. Der Daumen soll unter seiner Regie also bald wieder nach oben zeigen. SB