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SB Chiemgau Traunstein spielt zu ängstlich und zu passiv

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Andy Balck (links) traf für den SBC Traunstein zum 1:1-Ausgleich gegen seinen ehemaligen Verein FC Deisenhofen. Das genügte am Ende jedoch nicht, Traunstein unterlag mit 1:2. (Foto: Weitz)

FC Deisenhofen: Angerbauer, Heil, Vodermeier, Nickl, Mayer (87. Kelmendi), Finster, Schuh (62. Tomicic), Schleicher, Lorenz, Tschaidse (67. Petereit), Yimez.


SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Kaltenhauser (50. Thudt), Bauer, Berz (74. Dengel), Schön, Mauerkirchner, Tahir, Balck, Willberger (85. Eibl), Daniel, Kennedy.

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Schiedsrichter: Pantelis Gitopoulos (FC Bayern München).

Zuschauer: 200.

Tore: 1:0 (15.) Tschaidse, 1:1 (56.) Balck, 2:1 (64.) Yimez.

Die lange Erfolgsserie des SB Chiemgau Traunstein, der in der Fußball-Bezirksliga Ost seit Ende August 2014 unbesiegt war, ist gleich am ersten Spieltag der Landesliga Südost gerissen: Der Aufsteiger aus der Großen Kreisstadt musste sich am Samstag vor 200 Zuschauern beim FC Deisenhofen mit 1:2 (0:1) geschlagen geben.

»Die Niederlage war unnötig«, resümierte SBC-Pressesprecher Peter Mallmann, »entscheidend war, dass wir in der ersten Halbzeit viel zu ängstlich und passiv aufgetreten sind. Wenn du in 45 Minuten nur einmal aufs gegnerische Tor schießt (Kapitän Max Bauer scheiterte an Keeper Maximilian Angerbauer, d. Red.), dann ist das einfach zu wenig.«

Nach der Pause wurde es dann besser, zumal Gäste-Trainer Adam Gawron sein anfängliches 5-4-1-System in ein 4-4-2 änderte. Nun kreierte der SBC auch Chancen, doch es reichte nicht mehr, um wenigstens einen Zähler aus dem Münchner Vorort mitzunehmen. Die Hoffnungen auf die ersten Landesliga-Punkte ruhen nun also auf der Heimpremiere am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr/Jakob-Schaumaier-Sportpark) gegen den FC Töging, der mit einem 2:1-Sieg im Eröffnungsspiel gegen die SpVgg Landshut optimal aus den Startlöchern gekommen ist. Mallmann war als SBC-Vertreter auch bei diesem Eröffnungsspiel am Wasserschloss vor Ort: »Fürchten müssen wir uns auch vor den Tögingern nicht. Wir müssen so spielen wie in der Bezirksliga, mit Angsthasenfußball werden wir in der Landesliga definitiv nicht vorwärts kommen.«

Vor allem im Mittelfeld fehlte den Traunsteinern gegen den heimstarken Vorjahres-Fünften die nötige Passgenauigkeit. Auch die Handlungsschnelligkeit, die beim Umschalten von Defensive auf Offensive (oder umgekehrt) vonnöten ist, ließ der Neuling über weite Strecken der Begegnung vermissen. Und so gingen die Hausherren mit ihrer zweiten Offensivaktion in Führung: Martin Mayer nutzte einen Fehlpass von Daniel Willberger und bediente Luca Tschaidse. Der steuerte allein auf den Traunsteiner Torwart Issa Ndiaye zu und ließ diesem keine Abwehrchance (15.). Die Chance zum Führungsausbau für die Peter-Schmidt-Truppe besaß in der Endphase des ersten Durchgangs wiederum Tschaidse, doch diesmal fand er im Senegalesen seinen Meister (39.).

Der SBC kam zwar deutlich engagierter aus der Kabine, doch die erste Möglichkeit nach dem Seitenwechsel hatten erneut die Deisenhofener: Nach einer Ecke kam Dennis Yimez völlig unbedrängt zum Kopfball, doch Ndiaye zeigte sich auf dem Posten (53.). Drei Minuten später gelang den Gawron-Schützlingen der Ausgleich: Der Ex-Waldkraiburger Andy Balck, einer von drei Neuzugängen in der Traunsteiner Startformation und pikanterweise ein früherer Deisenhofener, zog aus etwa 16 Meter halbrechter Position ab und sein Schuss wurde zum 1:1 abgefälscht.

Doch keine zehn Minuten später ermöglichten die Gäste dem FCD durch einen neuerlichen individuellen Fehler die 2:1-Führung: Marco Finster schickte Yimez, der auf 2:1 erhöhte (64.). Es hätte durchaus noch schlimmer kommen können für den nun konteranfälligen SBC, doch Martin Mayer vergab eine Riesenchance, zudem spielten die Hausherren den einen oder anderen Angriff schlampig zu Ende.

Die Zahl der Lichtblicke auf Traunsteiner Seite hielt sich zum Auftakt in Grenzen: Mit am stabilsten präsentierten sich noch Ndiaye, Bauer und Neuzugang Scott Kennedy, doch vor allem im Mittelfeld – das in der vergangenen Saison so kombinationssicher agierte – war noch jede Menge Sand im Getriebe. cs