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SB Chiemgau Traunstein macht Trainer Reil »saugrantig«

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Die SBC-Spieler versuchten alles, um zum Torerfolg zu kommen, scheiterten aber bei ihren zahlreichen Möglichkeiten immer wieder. Hier zieht Thomas Höhensteiger (links) ab, doch letztlich wurde sein Schuss von Andreas Eglseder abgeblockt. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Köppl, Schön, Mauerkirchner, Tahir (ab 46. Probst), Willberger, Mook (ab 46. Dominik Schlosser), Höhensteiger (ab 68. Alexander Schlosser), Daniel, Marchl, Mayer.


TSV Vilsbiburg: Preiß, Eglseder, Aumeier, Rabanter, Räde (ab 73. Seidel), Wagensonner, Grüneis, Beischl, Giglberger, Nikqi, Gruber (ab 89. Bachmeier).

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Schiedsrichter: Wagner (TV Freyung).

Zuschauer: 720.

Tore: 0:1 Grüneis (37.), 0:2 Beischl (39.), 1:2 Schön (48.).

Der SB Chiemgau Traunstein hat im ersten Punktspiel nicht an die überzeugenden Auftritte in der Vorbereitung anknüpfen können: Im Eröffnungsduell der Fußball-Landesliga Südost unterlagen die Kicker aus der Großen Kreisstadt dem niederbayerischen Aufsteiger TSV Vilsbiburg unglücklich mit 1:2 (0:2). Dabei hatten sie sich diesen Fehlstart in die Saison 2016/17 größtenteils selbst zuzuschreiben.

SBC-Trainer Jochen Reil war nach der Begegnung »saugrantig« und kündigte fürs Montagtraining deutliche Worte an: »Da wird es erst mal krachen in der Kabine!« In der ersten Halbzeit hatten seine Schützlinge nicht richtig ins Spiel gefunden, nach dem Seitenwechsel zeigten die Jungs um Kapitän Patrick Schön zwar »ein anderes Gesicht« (Reil) und erhöhten den Aufwand, konnten jedoch eine Reihe guter Chancen nicht verwerten. »Das allein ist aber nicht der Grund für die Niederlage«, erklärt Reil, »wir sind einfach von der Grundstruktur nicht richtig gestanden und haben oft die falschen Entscheidungen getroffen.«

Seine Truppe kam ihm »vom Kopf her nicht richtig wach« vor und hatte eine zu hohe Fehlerquote. Teilweise ging das Leder schon in der Spieleröffnung verloren. Die Gäste waren zwar kein hochkarätiger Gegner, nutzten jedoch die Schwächen des Vorjahresaufsteigers aus und hatten in Niels Wagensonner einen stets gefährlichen Akteur in ihren Reihen. »Die Vilsbiburger sind sicher keine Landesliga-Schießbude«, meint Reil, »die spielen da schon mit.«

Vor 720 Zuschauern im Jakob-Schaumaier-Sportpark taten sie das zunächst jedoch nicht, ausschließlich der SBC präsentierte sich in der Offensive. Stefan Mauerkirchner (14./Kopfball nach Flanke von Daniel Willberger), Davut Tahir (15.), Thomas Höhensteiger (16.) und erneut Tahir nach Vorarbeit von Waldemar Daniel (17.) hätten durchaus für eine frühe Führung sorgen können, hatten aber entweder ihr Visier nicht richtig eingestellt oder scheiterten an TSV-Schlussmann Philipp Preiß.

Dann wurde Neuzugang Toni Mook (kam vom Bezirksliga-Absteiger TuS Traunreut) zum großen Pechvogel: In der 37. Minute patzte er vor dem 0:1 durch Marco Grüneis (wobei unmittelbar davor auch »Schiri« Thomas Wagner per Ballkontakt »mitspielte«), und zwei Minuten später schoss er beim Rettungsversuch den Vilsbiburger Marcel Beischl an, von dem das Leder in den Kasten von Issa Ndiaye prallte. Dieses 0:2 stellte den Spielverlauf auf den Kopf.

Nach der Pause blies der SBC sofort zur Aufholjagd und wurde in der 48. Minute mit dem Anschlusstreffer belohnt: Nach einem abgefälschten Schuss des eingewechselten Maxi Probst war Patrick Schön zur Stelle und staubte zum 1:2 ab. Nun war Traunstein wieder dran: Mauerkirchner fand in Preiß (59./Fußabwehr) ebenso seinen Meister wie Probst (63./Freistoßbombe), der dann im Strafraum von den Beinen geholt wurde, ohne dass ein Pfiff ertönte (72.). »Ein glasklarer Elfer«, klagte Reil.

Auch der eingewechselte Alex Schlosser sorgte jetzt für mächtig Alarm, seine Direktabnahme nach Flanke von Florian Marchl (81.) fand jedoch ebenso wenig den Weg ins Netz wie ein Schuss von »Maui«, der schon an Torhüter Preiß vorbeigezogen war, ehe ihm der Winkel dann doch etwas zu spitz wurde (83.). Kurz darauf übersah Schön Alex Schlosser und ballerte stattdessen den Vilsbiburger Schlussmann an. Und nach einem zwischenzeitlichen Gäste-Konter, den Ndiaye gegen Matthias Seidel unschädlich machte (89.), war es wiederum Probst, der allein vor dem Keeper ziemlich kläglich scheiterte (91.).

Fazit aus SBC-Sicht: Chancen waren en masse vorhanden, doch das Leder wollte nur einmal ins Netz. Zu wenig, um einen tapferen Gegner in die Knie zu zwingen, zumal auch das spielerische Potenzial nicht abgerufen werden konnte. Am kommenden Samstag (15 Uhr), beim Gastspiel in Holzkirchen, gilt es jedenfalls, vieles besser zu machen. cs