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SB Chiemgau Traunstein ist »in der Bayernliga angekommen«

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Heiße Szene vor dem Rainer Tor: Traunsteins Maxi Probst (Mitte) verfehlte das Gehäuse von Torhüter Kevin Maschke. Franz Eyrainer (links) und Alex Schlosser waren am Ende dennoch zufrieden mit dem Unentschieden. (Foto: Weitz)

»Wir sind in der Bayernliga angekommen«, freute sich Jochen Reil, Trainer des SB Chiemgau Traunstein, nach der Heimpremiere gegen den TSV Rain/Lech. Gegen einen »spielerisch sehr, sehr starken Gegner« erreichte seine Truppe am Freitagabend vor 720 Zuschauern ein leistungsgerechtes 0:0. In einem spannenden und temporeichen Duell hätten beide Teams den Platz als Sieger verlassen können: Die Gäste klopften gleich dreimal am Aluminium an, auf Hausherren-Seite vergaben Maxi Probst (2) und Waldemar Daniel absolute Großchancen.


»Wir können uns bei unserem Torwart Kevin Maschke bedanken, dass wir heute ohne Gegentor geblieben sind«, analysierte TSV-Trainer Karl Schreitmüller, der die Punkteteilung ebenfalls als »gerecht« einstufte. »Letztes Jahr hätten wir so ein Spiel verloren, wären wir für unsere vergebenen Chancen bestraft worden. Insofern sind wir glücklich über den Punkt.« In der offiziellen Pressekonferenz nach dem Spiel im »Sportlerbräu« betonte Schreitmüller auch, »dass Traunstein eine brutale Anlage hat – die gefällt mir unheimlich gut und ist absolut bayernligatauglich«.

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Bestätigung für die Ziele des SBC Traunstein

Für Traunsteins Mittelfeldmann Franz Eyrainer, der wie seine Kollegen wieder ein hohes Pensum in einem intensiven Spiel runterspulte, war die Partie die Bestätigung, »dass wir den zum Ziel gesetzten Platz im vorderen Mittelfeld schaffen können, denn wir haben mit einem Gegner, den ich am Ende weit vorne erwarte, gut mithalten können«. Dass es noch das eine oder andere Abstimmungsproblem im SBC-Team gibt, war in Eyrainers Augen »doch ganz normal – das war ja erst der zweite Spieltag«. Doch mit der spielerischen und taktischen Ausrichtung – der SBC ist in der V. Liga noch ohne Gegentor – sowie dem Tempo, das die Spieler über weite Strecken gingen, könne man durchaus zufrieden sein, erklärte der Ex-Rosenheimer.

»Wir hatten auch das nötige Quäntchen Glück«, gab Traunsteins Funktionär Manfred Wudy in Anbetracht der drei Aluminiumtreffer zu. Der beidfüßige und brandgefährliche Marko Cosic (6. Minute und 53.) sowie der Ex-Unterhachinger Michael Krabler (59.) hatten Pech bei ihren sehenswerten Abschlüssen aus der Distanz. Auch der eingewechselte Serge Yohoua hätte die Schreitmüller-Elf jubeln lassen können, doch SBC-Keeper Pascal Legat reagierte prächtig (87.). »Gegen diese Mannschaft ist auch ein Punkt etwas wert«, so Wudy, der lediglich die nicht vorhandene Chancenverwertung kritisierte. »Für das eine oder andere Tor hätten unsere Möglichkeiten eigentlich reichen müssen.«

Da sprach er vor allem die beiden Situationen an, als Probst – einmal von Max Bauer steil geschickt, einmal von Linor Shabani und Stefan Mauerkirchner genial freigespielt – den guten Maschke nicht überwinden konnte (79. und 82.). Auch Waldemar Daniel hatte in der 82. Minute das 1:0 auf dem Fuß, als er im Nachschuss das (fast) leere Tor verfehlte.

Neben diesen Top-Chancen kreierten beide Teams in einem abwechslungsreichen Spiel – Reil: »Das war sicher ein 0:0 der besseren Sorte« – weitere gute Möglichkeiten beziehungsweise Offensivszenen. Angefeuert von der »Empfinger Elite«, dem seit der Relegation entstandenen SBC-Fanclub, jagte Shabani eine Granate knapp am Kreuzeck vorbei (30.). Dann fehlte bei einem Angriff über Kapitän Patrick Schön – er musste später nach einem Zusammenprall mit Konstantin Flassak ausgewechselt werden – und Alex Schlosser die nötige Präzision (38.).

Alex Schlosser scheiterte im Nachschuss an Maschke (60.) und als Probst am Elfmeterpunkt zum Kopfball hochstieg und dabei behindert wurde, hätte der eine oder andere SBC-Fan gerne einen Elfmeterpfiff gehört. Doch Schiedsrichter Jochen Gschwendtner vom SSV Wurmannsquick ließ weiterspielen (77.).

Auch die Rainer, die zwar phasenweise behäbig im Aufbau wirkten, jedoch trotzdem sehr saubere Bälle spielten, hätten in Führung gehen können. So klärte »Xandi« Köberich in höchster Not gegen Michael Knötzinger (32.), ertönte bei einem Angriff zum Glück für die Hausherren ein Abseitspfiff (36.), und in der 72. Minute rettete Torwart Pascal Legat bei einer Doppelchance des TSV, nachdem sich Reil mit dem Einwechseln für den verletzten Schön etwas viel Zeit gelassen hatte und die Gäste somit in Überzahl Dampf machten.

Doch letztlich ging alles gut, sodass der Traunsteiner Trainer ebenso wie »Lou« Trifellner nach dem Schlusspfiff erst einmal kräftig durchatmen konnte. »Das war ein Klasse-Spiel, aber noch nicht unsere Top-Leistung«, erklärte der Traunsteiner Abteilungs-chef, dem »die gute Ballkontrolle« der Gäste und die »scharfen Bälle der Rainer durchs Zentrum« imponiert haben.

SBC spielt am Mittwoch beim SV Heimstetten

Doch auch er war insgesamt sehr zufrieden und hofft, dass das Punktekonto schon am Mittwoch (19.30 Uhr) im Gastspiel beim SV Heimstetten weiter aufgestockt werden kann. Das nächste Heimspiel steigt dann zum Abschluss der ersten Englischen Woche bereits am kommenden Samstag (18.30 Uhr) gegen den TSV Landsberg.

SB Chiemgau Traunstein: Legat, Zeric, Max Bauer, Alexander Schlosser, Schön (73. Mauerkirchner), Probst, Köberich, Daniel, Eyrainer (73. Dominik Schlosser), Shabani, Mayer (83. Willberger).

TSV Rain/Lech: Maschke, Schüler, Triebel, Cosic, Stefan Müller, Johannes Müller, Krabler (61. Schneider), Flassak, Rothgang, Friedl (69. Talla), Knötzinger (81. Yohoua).

Zuschauer: 720.

Schiedsrichter: Jochen Gschwendtner (SSV Wurmannsquick).

Besonderheit: Wegen eines Gewitters wurde das Spiel mit 33 Minuten Verspätung angepfiffen. cs