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SB Chiemgau geht daheim schon wieder leer aus

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SBC-Spieler Andre Köppl (links) wurde in dieser Szene von Kirchheims Benedikt Weinzierl, der in der 75. Minuten die Rote Karte sah, gestoppt. Die Aktion beobachtete im Hintergrund der eingewechselte Florian Marchl. (Foto: Wirth)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Kaltenhauser, Köppl (58. Petzka), Bauer, Thudt (65. Fenninger), Berz (46. Marchl), Mauerkirchner, Tahir, Willberger, Daniel, Kennedy.


SC Kirchheim: Franz, Dobravsky (46. Iyenze), Schittenhelm, Zabolotnyi, Loens (70. Loens), Leimeister (78. Martin), Hassan, Riedl, Weinzierl, Pollok, Toy.

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Schiedsrichter: Handschuh (München).

Zuschauer: 510.

Tore: 0:1 (12./Eigentor) Kennedy, 0:2 (34.) Schittenhelm, 0:3 (38.) Leimeister.

Rote Karte: Weinzierl (75./Grobes Foulspiel).

Besonderheit: SBC-Interimstrainer Ludwig Trifellner war aus beruflichen Gründen verhindert, seinen Job an der Seitenlinie übernahm U-23-Trainer Bernd Ober.

Der SB Chiemgau Traunstein kann in der Fußball-Landesliga Südost im heimischen Jakob-Schaumaier-Sportpark nicht mehr gewinnen. Im Heimspiel gegen den SC Kirchheim gab es eine 0:3-Niederlage. Vor allem die Leistung des Aufsteigers in der ersten Halbzeit war sehr schwach. Dabei hatten sich die Traunsteiner nach dem 3:1-Auswärtssieg beim TSV Velden einiges vorgenommen und wollten sich mit einem weiteren Erfolg vom Tabellenkeller absetzen.

Die 510 Zuschauer staunten zu Beginn der Partie nicht schlecht, als der Traunsteiner U-23-Trainer Bernd Ober an der Seitenlinie die Kommandos gab. Er vertrat den beruflich verhinderten Interimstrainer Ludwig Trifellner. Für Ober war's kein Problem, wie er hinterher erzählte. »Die Aufstellung hat unser Cheftrainer gemacht«, betonte er. Er musste nur noch die Ansprache an die Mannschaft halten.

Doch die hatte ihm offensichtlich nicht richtig zugehört. Denn die Kirchheimer, die zu Beginn teilweise mit vier Stürmern agierten, gingen bereits nach zwölf Minuten in Führung. Die Traunsteiner Defensive bekam den Ball nach einer Ecke von Maximilian Leimeister nicht aus der Gefahrenzone und im Getümmel war es SBC-Spieler Scott Kennedy, der den Ball unglücklich in die eigenen Maschen abfälschte.

Erst nach 20 Minuten hatte die Heimelf eine erste Möglichkeit zu verzeichnen. Ein Kopfball von Kennedy ging an die Oberkante der Latte – wirklich gefährlich war die Situation aber nicht. Ein Raunen ging drei Minuten später durchs Publikum, als der SB Chiemgau eine gute Doppelchance vergab. Zunächst scheiterte Andre Köppl mit einem Distanzschuss aus 18 Meter an Kirchheims Torwart Michael Franz. Die anschließende Ecke durch Daniel Willberger landete bei Stefan Mauerkirchner, der den Ball knapp neben das Tor setzte.

Die Gäste machten es besser: Denn sie kamen bei ihrer nächsten Ecke erneut zum Torerfolg. Aimen Hassan zirkelte den Ball auf den Kopf von David Schittenhelm, der das 2:0 machte (34.). Und es sollte noch schlimmer kommen für den SBC, denn nach einem Fehler von Samuel Kaltenhauser, schepperte es erneut im Traunsteiner Kasten. Der Verteidiger verlor den Ball in der Vorwärtsbewegung gut 25 Meter vor dem eigenen Tor an Maximilian Leimeister. Der Kirchheimer ließ sich nicht bitten, schaute SBC-Torwart Issa Ndiaye aus und traf zum 3:0.

»Das waren drei geschenkte Tore«, bilanzierte Ober nach dem Schlusspfiff. Dabei fand er, hätte die Niederlage nicht sein müssen, denn seine Mannschaft sei durchaus gleichwertig gewesen. »Kirchheim war auch nicht stark«, sagte er.

In der zweiten Halbzeit verwalteten die Gäste das Ergebnis geschickt. Bei den Traunsteinern war zunächst kein Aufbäumen erkennbar. Auch die von Ober vorgenommenen Umstellungen – etwa spielte Kapitän Max Bauer, der zu Beginn als Innenverteidiger auflief, im zweiten Durchgang im linken Mittelfeld – zeigten zunächst keine Wirkung. Erst in den letzten 25 Minuten nahm die Heimelf Fahrt auf. Der eingewechselte Max Fenninger (71.) kam gegen den herauslaufenden Torwart Franz nur einen Schritt zu spät und Mauerkirchner (72.) brachte den Ball aus kurzer Entfernung nicht am Torwart vorbei. In der 75. Minute flog der Kirchheimer Benedikt Weinzierl nach einer rüden Attacke gegen Daniel Willberger mit Rot vom Platz.

Nach dieser Szene blieben die SBCler am Drücker, doch ein Torerfolg wollte trotz guter Gelegenheiten durch Mauerkirchner (77. und 88.) nicht mehr gelingen. »In der zweiten Halbzeit hätten wir mit etwas mehr Glück ein Tor machen können«, ärgerte Ober sich über die vergebenen Chancen. »Die Mannschaft hat dennoch Moral gezeigt. Sie hat bis zur 90. Minute trotz des Rückstands alles probiert. Keiner hat sich hängen gelassen.« SB