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SB Chiemgau feiert den ersten Bayernliga-Heimsieg

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Maximilian Probst erzielte den wichtigen Ausgleichstreffer für den SB Chiemgau. Zur Halbzeit musste der Angreifer aber wegen einer Knieverletzung vom Feld. (Foto: Weitz)

Der SB Chiemgau Traustein hat in der Fußball-Bayernliga Süd im zweiten Anlauf den ersten Heimsieg der Saison gefeiert – und das völlig verdient:


Der freche Aufsteiger besiegte am Samstagabend vor 760 Zuschauern im Jakob-Schaumaier-Sportpark den TSV Landsberg mit 2:1. Damit ist die Truppe von Jochen Reil auch nach drei Spielen weiter ungeschlagen (zwei Siege und ein Unentschieden). »Das ist ein Traumstart für uns«, freute sich SBC-Sportvorstand Manfred Wudy nach dem Spiel.

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Und die Zuschauer kamen bei dieser Partie voll auf ihre Kosten, denn es war wirklich viel geboten – im positiven wie im negativen Sinn. Die erste Schrecksekunde gab's für den SBC bereits nach zwei Minuten, als Maximilian Probst nach einem Zweikampf mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen blieb und sich das Knie hielt. Zwar konnte Probst noch bis zur Pause weitermachen, doch dann musste der Angreifer raus. »Ich muss nun zur Kernspin und hoffe, dass da nicht mehr fehlt«, sagte Probst nach der Partie.

Legat muss erstmals hinter sich greifen

In der 17. Minute hatte die Heimelf durch Sebastian Mayer die erste Riesenchance, um in Führung zu gehen. Doch der Verteidiger köpfte den Ball an den Pfosten. Auf der Gegenseite brachte schließlich Manuel Detmar seine Farben in Führung (27.). Es war das erste Gegentor für den Traunsteiner Schlussmann Pascal Legat in dieser Spielzeit.

In der 29. Minute hätte Stefan Mauerkirchner bereits den Ausgleich erzielen müssen. Er bekam den Ball von Probst serviert, jagte die Kugel aber volley aus kurzer Entfernung über das Gehäuse. Dass Probst noch bis zur Halbzeit auf die Zähne biss, zahlte sich in der 33. Minute für den SB Chiemgau aus. Denn der Angreifer erzielte nach einer butterweichen Flanke von Franz Eyrainer per Kopf den Ausgleich. »Das war eine super Vorlage«, bedankte sich Probst, »das hat ideal gepasst.«

Nach dem Wechsel drängten die Traunsteiner von Beginn an auf das Führungstor. Waldemar Daniel setzte Mauerkirchner mit einem Traumpass in Szene, der Angreifer stürmte fast auf den Kasten von Landsbergs Tormann Philipp Beigl zu. Statt selber zu schießen, entschied sich Mauerkirchner für einen Pass zum mitgelaufenen SBC-Kapitän Patrick Schön, doch der wurde von Landsberg Sebastian Nichelmann abgeblockt. Mauerkirchner kam erneut an den Ball und Nichelmann legte den SBC-Angreifer im Strafraum – Elfmeter! Alexander Köberich ließ sich nicht zweimal bitten und schob den Ball souverän ins linke untere Eck zur SBC-Führung ein (50.).

Die Heimelf hatte nun alles im Griff, musste dann aber ab der 61. Minute mit zehn Mann auskommen. Verteidiger Max Bauer sah nämlich nach einem wiederholten Foulspiel die Gelb-Rote-Karte und bedankte sich nach dem Schlusspfiff bei seinem Teamkollegen: »Ich bin sehr froh, dass mein Team das noch rübergebracht hat. Das hat es super gemacht.«

Die Reil-Elf musste dabei allerdings Schwerstarbeit verrichten, denn Landsberg witterte jetzt seine Chance und erspielte sich einige gute Möglichkeiten. Philipp Siegwart (63. und 87.), Manuel Detmar (66.) und Dominik Schön (67. und 91.) sowie Torwart Philipp Beigl, der in den Schlussminuten ebenfalls nach vorne ging, per Seitfallzieher (92.) hielten SBC-Tormann Legat auf Trab, aber der hielt seinen Kasten nun sauber. »Pascal hat wirklich eine sehr gute Leistung gezeigt«, lobte Reil seine neue Nummer eins.

Der SBC-Trainer sprach hinterher von einem völlig verdienten Sieg. »Wir haben uns auch von dem Gegentor nicht verunsichern lassen«, lobte er seine Elf. Und auch der Platzverweis brachte seine Truppe nicht aus dem Konzept. »Wir haben wieder einmal bewiesen, dass wir auch in Unterzahl spielen können.«

Sein Gegenüber Christian Detmar, der Landsbergs Cheftrainer Uwe Zenkner (seine Tochter feierte am Samstag ihre Hochzeit) an der Seitenlinie vertrat, zeigte sich »enttäuscht von dem Ergebnis. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt«. Zudem sei der Elfmeter aus seiner Sicht keiner gewesen und auch mit der Entscheidung von Schiedsrichter Benjamin Mignon nur drei Minuten nachspielen zu lassen, zeigte sich der »Co« nicht einverstanden.

»Die Liga wird heuer sicher brutal werden«

Dem SBC-Lager war das natürlich herzlich egal. »Wir haben uns den Sieg verdient«, befand SBC-Kapitän Patrick Schön. »Wir arbeiten auch hart dafür und haben uns nun wieder belohnt.« Auch SBC-Abteilungsleiter Ludwig Trifellner zeigte sich über den zweiten Saisonsieg erleichtert. »Wir haben jetzt sieben Punkte, das zählt. Die Liga wird heuer sicher brutal werden.« Und Wudy war von der Leistung ebenfalls angetan: »Großes Kompliment an die Mannschaft, da hat heute wieder jeder für den anderen gekämpft.«

SB Chiemgau Traunstein: Legat, Zeric (46. Marchl), Bauer, P. Schön, Probst (46. Willberger), Köberich, Daniel, Eyrainer, Shabani, Mayer, Mauerkirchner (77. D. Schlosser).

TSV Landsberg: Beigl, Beinhofer (74. Özgül), Gilg, Neuhaus (63. Siegwart), Nichelmann, Storhas, D. Schön, Detmar, Haug (51. Mailänder), Meichelböck.

Tore: 0:1 (27.) Detmar; 1:1 (33.) Probst; 2:1 (50./Foulelfmeter) Köberich.

Gelb-Rote Karte: Bauer (61./wiederholtes Foulspiel).

Zuschauer: 760.

Schiedsrichter: Benjamin Mignon (SV Loderhof/Sulzbach). SB