Sarah Schönfelder siegt beim Allgäu Triathlon überlegen über die Mitteldistanz

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Sarah Schönfelder von Triathlon Grassau war beim Allgäu Triathlon über die Mitteldistanz nicht zu schlagen. Sie gewann überlegen. (Foto: ueberall.eu/Moritz Sonntag)

Schon öfters ist der Name Sarah Schönfelder in den Ergebnislisten ganz weit oben aufgetaucht. Die Hobby-Triathletin von Triathlon Grassau setzte jetzt aber ein ganz gewaltiges Ausrufezeichen: Die 23-Jährige gewann nämlich beim Allgäu Triathlon über die Mitteldistanz – und wie! »Ich habe wirklich nicht damit gerechnet«, sagt die Sportlerin bescheiden. »Im Vorfeld des Rennens habe ich gesagt, dass es schön wäre, wenn ich unter die Top 10 kommen würde.«

Und Sarah Schönfelder schaffte das mit Bravour. Ja, mehr noch: Die Marquartsteinerin, die mittlerweile in Nürnberg lebt und studiert, deklassierte die Konkurrenz regelrecht. Am Ende ihrer One-Woman-Show kam sie über 1,9 km Schwimmen, 84 km Radfahren und 20 km Laufen nach 4:41:02 Stunden ins Ziel. Sie hatte damit sage und schreibe 15 Minuten Vorsprung auf Lucia Erat (4:56:03) aus der Schweiz und mehr als 16 Minuten auf die Heidelbergerin Kathrin Halter (4:57:29). »Es ist einfach gut gegangen«, kommentiert Sarah Schönfelder ihre Überlegenheit ganz bescheiden.

Der Allgäu Triathlon ist die älteste Triathlon-Veranstaltung in Deutschland – und hat damit Kultstatus. Nach einem Jahr Corona-Pause standen diesmal wieder mehr als 2200 Sportler am Alpseeufer in Bühl am Start. Der Wettkampf stand allerdings erneut auf der Kippe, nachdem in der Nacht vor dem Rennen ein heftiges Unwetter in der Region tobte. »Ich bin von dem Gewitter auch aufgewacht und dachte, jetzt geht die Welt unter«, erzählt Schönfelder.

Die Veranstalter setzten frühmorgens dann alle Hebel in Bewegung, um vor allem die Radstrecke von Laub und herumliegenden Ästen zu befreien und so einen sicheren Wettkampf garantieren zu können. »Da kann man den Organisatoren nur ein großes Lob aussprechen, dass das alles noch so gut geklappt hat«, sagt sie.

Und so ging's für die Grassauer Triathletin erst zum zweiten Mal in ihrem Leben über die Mitteldistanz, erst vor wenigen Wochen feierte sie bei der Challenge Walchsee über diese Distanz ihre Premiere und belegte im Open Race damals in der W 18-24 den starken zweiten Platz.

Im Allgäu fand Schönfelder beim Schwimmen – »da bin ich eher schwach« – gleich eine gute Gruppe und reihte sich weit vorne ein. Als vierte Frau stieg sie schließlich aufs Rad – und dann ging die Post ab. »Das Radfahren ist einfach meine Disziplin«, erzählt sie stolz. Die Frauen vor ihr hatte sie schnell eingeholt und baute dann als Führende ihren Vorsprung kontinuierlich aus. »Und die Radstrecke ist mit über 1300 Höhenmeter schon sehr anspruchsvoll, da lässt man schon einige Körner«, erzählt sie.

Doch die Athletin von Triathlon Grassau hatte an diesem Tag schnelle Beine – und auch viel Glück: »Ich habe nämlich auch kurz einen Wiesen-Ausflug gemacht«, sagt sie. Der Sturz mit dem Rad ging aber glimpflich aus. »Es ist Gott sei Dank nichts passiert und ich bin gleich wieder aufs Rad gestiegen.«

Mit einem komfortablen Vorsprung – Schönfelder erzielte die beste Radzeit über die zwei Runden im Allgäu – ging's dann für sie auf die Laufstrecke. Schönfelder lief konstant gut – und wusste schon bald, dass sie den Sieg nicht mehr aus der Hand geben würde. »Ich konnte das Rennen dann echt auch ein wenig genießen.« Schön sei auch gewesen, dass die Zuschauer entlang der Strecke sie immer wieder angefeuert haben.

Selbst den berühmt-berüchtigten Kuhsteig nahm Sarah Schönfelder, die seit der 7. Klasse Triathlon macht, locker mit. Bei Kilometer 15 geht's diesen steilen Anstieg über rund 200 Meter mit über 20 Prozent Steigung hinauf. »Weil ich aber auch viel in den Bergen laufe, hat mir der auch nicht den Zahn gezogen«, lacht sie. Der Rest war für die Sportlerin nur noch Formsache – und grenzenloser Jubel!

Nun will Sarah Schönfelder, die zuletzt auch über die Olympische Distanz beim Aloha Tri Traun in Oberösterreich gewonnen hat, noch in Ingolstadt über die Mitteldistanz starten. Das Rennen dort findet am 12. September statt und es ist auch gleichzeitig die Bayerische Meisterschaft. Die Studentin hat sich diesen Wettkampf auch mit Bedacht ausgesucht: Sie will ihn nämlich wegen der flachen Radstrecke auch als Test für Samorin nutzen. Denn für die dortige Challenge-WM in der Slowakei löste sie bei der Challenge Walchsee für das nächste Jahr einen Slot. »Ich will jetzt mal schauen, ob mir so eine flache Radstrecke überhaupt liegt«, erzählt sie. Danach will sie entscheiden, ob sie 2022 nach Samorin fährt.

Bis es soweit ist, wird Sarah Schönfelder auch noch einige Trainingsstunden mit ihrem Freund Michael Windbichler absolvieren. Auch der Reit im Winkler, der erst vor drei Jahren mit dem Triathlonsport angefangen hat, startet für Triathlon Grassau. Er überzeugte ebenfalls im Allgäu und wurde über die Mitteldistanz mit einem 5. Platz in der AK 20 (4:41:31 Stunden) belohnt. SB

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