weather-image
18°

»Saisonstart« kurz vor dem Saisonende

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Gut in Schwung: Skilangläuferin Sophie Lechner bei den Tests, bei denen auch mit einer Maske die maximale Sauerstoffaufnahme gemessen wurde.

Es geht auf das Saisonende zu – und dennoch ist für viele Skilangläufer, die nicht dem Weltcup-Team angehören, das kommende Wochenende in Premanon (Frankreich) mit dem dortigen Continentalcup der »gefühlte Saisonstart«. Wer sich nämlich nicht in internen Rennen einen Platz bei der Junioren-WM (mit den Altersklassen Junioren und U 23) sichern konnte, hatte – nach zahlreichen Rennabsagen wegen der Corona-Pandemie – kaum Möglichkeiten, Wettkampfpraxis zu sammeln. Das gilt auch für Sophie Lechner.


Die Sportlerin des TSV Marquartstein wartet sogar noch viel länger als die meisten anderen auf echte Einsätze: Nach einem starken Winter 2018/19 war sie bereits im Herbst 2019 ins Übertraining geraten. »Da kam ich nie richtig in Form und habe mich schlapp gefühlt. Ich musste frühzeitig aus den Wettkämpfen aussteigen und habe ab Februar 2020 vorwiegend Regeneration betrieben.«

Anzeige

So konnte sie die Vorbereitung für den derzeitigen Winter wieder mit frischen Kräften angehen – prompt lief diese auch gut. »Da war es schon frustrierend, dass im Dezember gar nichts mit Wettkämpfen ging«, berichtet die 20-Jährige. Eine schwierige Sache, vor allem, weil daher die Auswahl für die Junioren-Weltmeisterschaft nicht über mehrere Renn-Wochenenden getroffen wurde, sondern »man musste halt genau an dem Wochenende die Leistung abrufen, als die Sichtungs-Wettkämpfe waren. Und genau da hat es nicht geklappt – ich habe mir wohl auch selbst zu viel Druck gemacht«, vermutet sie.

Neben weiteren Trainingseinheiten gab es für sie zuletzt auch Leistungstests auf dem Laufband in Oberhof. »Da ging es unter anderem um Daten für die Sportwissenschaftler.« So hatte Lechner unter anderem eine Maske auf, mit der die maximale Sauerstoffaufnahme gemessen werden kann. Damit kann besonders die Ausdauerfähigkeit der Athleten ermittelt werden – und somit auch, inwieweit sie im Training belastet werden können.

»Wir haben zwar noch keine Auswertung bekommen, aber vom Gefühl her war es recht gut«, freut sich Lechner. Sie und das Team absolvieren auch immer wieder auf dem Ruhpoldinger Laufband Leistungstests, »allerdings haben wir da keine solche Atemmaske zur Messung.«

Lechner hatte am Landschulheim in Marquartstein ihr Abitur gemacht und gehört seit August 2019 der Landespolizei (Ainring) an. So kann sie sich als Profisportlerin vor allem auf den Skilanglauf konzentrieren – wenn denn Rennen stattfinden. In dieser Saison sind insgesamt noch drei Continentalcups angesetzt, nämlich neben Premanon noch Pokljuka (Slowenien) und Oberwiesenthal. »Der erste Wettbewerb sollte ziemlich sicher sein, bei den anderen zwei entscheidet sich das kurzfristig.«

Die 20-Jährige hofft da-rauf, dass möglichst alle drei Veranstaltungen tatsächlich noch stattfinden können. Denn »der fehlende Wettkampf-Rhythmus hängt einem schon nach – auch vom Kopf her. Da braucht man mehrere Wochenenden, um sich reinzufinden.« Daher sieht sie den Rennen in Frankreich mit einem guten Gefühl entgegen: »Ich freue mich darauf – auch wenn es natürlich ein bissel spät kommt.« Doch es könnte ein erster Schritt sein – schließlich hofft auch Lechner, dass im kommenden Winter wieder vieles »normaler« abläuft. Dann möchte sie sich für die JWM in der Altersklasse U 23 qualifizieren. who

Mehr aus Traunstein
Mehr aus Traunstein
Einstellungen