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Ruhpolding feiert die Olympia-Helden der Region

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Das Langlauf-Trio Steffi Böhler (Mitte), der Traunsteiner Jonas Dobler (links) und Lucas Bögl hatten auf der Bühne beim Olympia-Empfang sichtlich Spaß. (Foto: Wukits)

Hunderte von Besuchern sind zum Empfang der Olympia-Teilnehmer in die Ruhpoldinger Chiemgau-Arena gekommen. Bei bestem Sommerwetter begann das Rahmenprogramm mit Stadionführungen, Biathlonschießen für jedermann und einem Skisprungwettkampf für Kinder. Ausgerechnet zum Höhepunkt von »Olympia dahoam«, also der Sportlerehrung, begann es, aber heftig zu regnen. Trotzdem ließen sich die Sportler und Besucher den Spaß an der Freude nicht nehmen und feierten mit den Athleten auch im Regen.


Mit einem Bus der RVO kamen die zwölf Olympioniken zur Bühne am Schießstand gefahren und stellte sich dort den Fragen der Moderatoren Harald von Knoerzer und Maria Greinwald. Bürgermeister Claus Pichler bedankte sich bei den Besuchern, die trotz des Regens ausharrten. Der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser bemerkte, dass die Athleten den Landkreis bei den Olympischen Spielen in Südkorea gut vertreten haben. Als Vertreter des DSV freute sich Horst Hüttel als sportlicher Leiter für die Nordische Kombination und Skisprung vor allem über die Leistungen der Skispringer.

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Allen voran Andreas Wellinger, der Gold von der Normalschanze sowie jeweils Silber von der Großschanze und mit der Mannschaft erobern konnte. Die Athleten stellten sich in einer Art »Blockabfertigung« den Fragen der Moderatoren. Zunächst kamen die Biathleten Maren Hammerschmid, Johannes Kühn und Roman Rees auf die Bühne. Danach das Langlauf-Trio Steffi Böhler, Jonas Dobler und Lucas Bögl sowie Skispringer Markus Eisenbichler. Im dritten Block schilderten die Biathletinnen Franziska Preuß, Franziska Hildebrand, Denis Herrmann und Vanessa Hinz ihre Eindrücke der Spiele von Pyeongchang.

Große Freude bei Franziska Preuß

»Ich bin glücklich darüber, dass ich dabei sein durfte«, meinte Franziska Preuß. Immerhin schrammte sie im Einzel mit dem vierten Platz knapp an einer Medaille vorbei. Vanessa Hinz freute sich in der abgelaufenen Saison über ihren ersten Weltcupsieg in Kontiolathi im Massenstart. Einig waren sich alle über das besondere Flair und den Emotionen bei den Spielen in Südkorea.

Dies konnte Skispringer Andreas Wellinger besonders genießen, schließlich holte der 22-Jährige eine Gold- und zwei Silbermedaillen. Mit einem eindrucksvollen Film wurde seine Ehrung eingeleitet. Unter großem Applaus bekam er eine Reihe von Geschenken. Unter anderem ein Fotoalbum mit Bildern von Olympia die Thomas Hasslberger, der als technischer Delegierter der FIS in Pyeongchang die Erfolge des Sportlers vom SC Ruhpolding hautnah erlebte. Vom Nachwuchs der Skispringer bekam Wellinger einen Sprungski mit Bildern seiner Karriere aufgeklebt überreicht.

Im Interview sprach der erfolgreiche Skispringer über seine Gefühle bei Olympia ganz oben stehen zu dürfen. »Es war ein großer Traum von mir und ein tolles Erlebnis, es nach einem Einzelspringen geschafft zu haben. Es ist noch immer unbeschreiblich für mich, es hat extrem viel Spaß gemacht, einen solchen Moment genießen zu dürfen.« Auf die Frage, was er geantwortet hätte, wenn ihm jemand vor den Spielen drei Medaillen prophezeit hätte, meinte er lachend: »Träum weiter! Aber umso schöner ist es jetzt, dass es passiert ist.«

Nach einem Urlaub in Mexiko hat Wellinger bereits wieder mit dem Training begonnen und der Rummel um seine Person hat sich etwas gelegt. »In meinem Leben hat sich nicht viel geändert, natürlich ist das Interesse an mir größer geworden. Ich freue mich, wenn Kinder ein Autogramm von mir haben wollen«, meint er bescheiden. Mit Blick auf die großen Schanzen in der Chiemgau-Arena bemerkt er etwas traurig: »Wäre schön, wenn die hier mit Matten belegt würden, um da trainieren zu können.«

Teilnahme an Olympia für Eisenbichler ein Traum

Das sieht übrigens Mannschaftskollege Markus Eisenbichler vom TSV Siegsdorf ähnlich. Zu seiner Olympia-Teilnahme sagte der 27-Jährige: »Mit der Teilnahme ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Da dabei sein zu dürfen ist toll, obwohl für mich keine Medaille herausgesprungen ist.« Mit seinen zwei Einzelspringen sei er zufrieden gewesen. »Natürlich ist es ein Wermutstropfen gewesen, weil ich im Team nicht dabei war. Ich habe versucht, das Positive mitzunehmen.«

Mittlerweile ist auch er wieder ins Training eingestiegen. Schließlich steht im kommenden Winter die WM in Seefeld auf dem Programm. Die Schanzen dort taugen ihn, sagt er. Im Verlauf seiner Karriere will er weiter im Weltcup vorankommen, auch was die Gesamtwertung betrifft. »Ein Einzelsieg wäre auch was Schönes«, gibt er zu. Nach Olympia kam er in Lathi auf den zweiten Platz. »Da hat aber ein gewisser Herr Stoch was dagegen gehabt«, meint er augenzwinkernd.

Nicht an der Feier teilnehmen konnte Biathlet Simon Schempp. Der Silber- und Bronzemedaillengewinner musste sich vergangenen Freitag einer Operation an der Schulter unterziehen. Nach einem Fahrradsturz hatte er sich die Schulter ausgekugelt. Dabei war an der Gelenkpfanne etwas abgebrochen. Wann er wieder ins Training einsteigen kann, hängt vom Heilungsverlauf ab. Abgeschlossen wurde die Feier mit einer Autogrammstunde der Sportler und Livemusik von den Hurricanes. Zuvor hatte der vom Weltcup her bekannte DJ Lumpi den Besuchern eingeheizt. SHu