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Rückkehr auf der »Hausstrecke«

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Er ist wieder auf der Rennstrecke zurück: Markus Reiterberger, der auf dem Lausitzring ein »Heimspiel« vor sich hat. (Foto: Althea)

Trotz aller Unsicherheiten: Die Vorfreude ist groß bei Markus Reiterberger. Knapp drei Monate nachdem er sich beim Rennen der Superbike-Weltmeisterschaft in Misano (Italien) schwer verletzt hatte, greift der Obinger Motorradrennfahrer wieder ins Geschehen ein. Und dies bei seinem »Heimspiel«: Denn an diesem Wochenende geht es für ihn und das Team Althea BMW Racing (Italien) zum Lausitzring.


Nach einer Wirbelverletzung – und damit der schwersten Verletzung in seiner gesamten Rennfahrerkarriere – musste der 22-Jährige lange pausieren, ehe er wieder das Training aufnehmen konnte. »Aber die Physiotherapeuten und die Ärzte haben mich sehr gut unterstützt. Ich habe so viel Physiotherapie und Wirbelsäulengymnastik gemacht wie noch nie«, berichtet er.

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»Körperlich fühle ich mich absolut fit. Aber das Gefühl für das Motorrad ist natürlich noch nicht genauso da wie vor dem Unfall. Ich denke aber, dass ich zwei gute Rennen abliefern kann«, hofft er.

Am Montag wurde er offiziell gesundgeschrieben, und um noch ein bisschen Gefühl für das Motorrad aufzubauen, fuhr Reiterberger kurzfristig nach Brünn (Tschechien). »Das habe ich selbst organisiert, und BMW hat mir eine Maschine zur Verfügung gestellt«, freut er sich. Am späten Dienstag ging es zurück nach Hause, am gestrigen Mittwoch bereits am Nachmittag zum Lausitzring.

Dort wartet ein anstrengendes Programm auf ihn. »Da sind alle Freunde, die Familie und die Sponsoren da«, er weiß, dass er auch abseits der Rennstrecke gefordert sein wird. Schließlich fährt auch sein Fanclub mit »großem Aufgebot« mit zum Ring.

»Die letzten Wochen waren nicht einfach für mich und es wird bestimmt nicht leicht nach einer so langen Pause. Aber ich freue mich auf das Rennen und will mich Schritt für Schritt verbessern.«

Auf dem 4,255 Kilometer langen Kurs mit sieben Links- und sechs Rechtskurven hat er am morgigen Freitag die erste Möglichkeit, sich wieder an das »Renngefühl« heranzutasten. Von 10.15 bis 11.15 Uhr und von 13.30 bis 14.30 Uhr finden die Freien Trainings der SBK-Klasse statt. Eine gute Abstimmung des Motorrads ist wichtig, ehe am Samstag ab 10.30 Uhr das Zeittraining beginnt. Das erste Rennen findet am Samstag ab 13 Uhr statt, das zweite am Sonntag ab 13 Uhr.

Reiterberger hofft, dass das angekündigte schlechte Wetter zumindest in einem der zwei Läufe nicht »zuschlägt«. Schließlich ist auf nasser Strecke die Sturzgefahr höher. Auf trockener Strecke dagegen »hätte ich schon einen Vorteil« freut sich der Obinger auf sein Heimrennen.

Insgesamt gelte es, sich in den letzten Saisonrennen – am Lausitzring, in Magny-Cours (Frankreich/30. September bis 2. Oktober), Jerez (Spanien/14. bis 16 Oktober) und Katar (28. bis 30. Oktober) – noch einmal gut zu positionieren. Ebenso wichtig ist es, schon für die kommende Saison zu lernen.

Denn da »wird die Konkurrenz noch härter«, weiß Reiterberger. So kommt zum Beispiel auch Stefan Bradl (Zahling) neu in die Serie. »Wenn so ein starker Fahrer aus der Moto-GP-Serie bei uns fährt, erhöht das natürlich die Aufmerksamkeit für die Superbike-WM«, freut sich der 22-Jährige. Daher sei es für 2017 wichtig, alle Möglichkeiten zur Verbesserung – egal ob im Team, an der Maschine oder bei den körperlichen Voraussetzungen – auszuschöpfen, um sich wieder gut präsentieren zu können.

Doch jetzt gilt die Konzentration erst einmal dem Lausitzring. Dank einer neuen Lederkombi mit Airbag und gutem Rückenprotektor sei das Risiko dort selbst bei einem Sturz minimiert, so Reiterberger. Doch daran will er gar nicht zu viel denken: Lieber wäre es ihm, weitere Punkte für die WM-Gesamtwertung einzuheimsen. In dieser ist er trotz seiner Zwangspause mit 68 Zählern Zwölfter, sein Teamkollege Jordi Torres (Spanien/155) ist auf Rang 7 bester BMW-Pilot der Serie.

Zweitbester BMW-Pilot ist WM-Neuling Reiterberger. Diese Position will er verteidigen – und sich mit guten Fahrten für den WM-Endspurt in Schwung bringen ... who