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Rückkehr als Hoffnung für die Zukunft

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Fünf der sechs »Verdächtigen« waren auch bei der Abschlussfeier des Fanclubs anwesend und freuten sich diebisch über die wiedergefundene Fahne (von links): Martin Kronberger, Peter Mühlbauer, Peter Lederer, Martin Niederstraßer und Norbert Eberherr. Es fehlte mit Tom Mühlhofer der Sechste im Bunde. (Foto: Schmidbauer)

Als Wunder, glückliche Fügung oder aber auch als tolle Überraschung kann man es bezeichnen, dass der TSV 1860 München Fanclub »Löwenpower« Laufen seine 23 Jahre verschollene alte Fanclubfahne zurückbekam. ARGE-6-Vorsitzender Christian Schmidbauer (selbst aus Laufen) brachte unter großem Hallo die Fahne den Laufener Fans zurück.


In der Bundesliga-Aufstiegssaison 1993/1994 reisten sechs Fanclubmitglieder aus Laufen mit ihrer großen Fanclubfahne zum Auswärtsspiel beim FC St. Pauli Hamburg. Irgendwie verlegte man die Fahne bei den anschließenden Besuchen der Hamburger Sehenswürdigkeiten und fand diese nicht mehr auf. Zahlreiche Versuche, wie Schreiben an den FC St. Pauli Hamburg, an die Davidswache usw. blieben ohne Erfolg, sodass man sich damals eingestehen musste, dass die Fanclubfahne als verschollen gilt.

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Das Spiel am 25. April 1994 endete im Übrigen 2:1 für St. Pauli. Mats Lilienberg erzielte für die Münchner Löwen das Tor zum 2:1-Endergebnis. Die Löwen allerdings waren nach der Saison in der II. Bundesliga glücklicher. Mit dem 3. Platz schaffte man den direkten Aufstieg in das Fußball-Oberhaus, während der FC St. Pauli Hamburg auf dem 4. Platz abschloss.

Nun tauchte am Tag des Relegationsrückspiels gegen den SSV Jahn Regensburg wie durch ein Wunder die Fahne wieder auf. Aus Hamburg wurde dem Laufener Fanclub ein aktuelles Foto zugesandt, wo dessen Fahne zu sehen war. Sie hing ausschließlich an diesem Tag an einem Dorfbahnhof in der Nähe von Hamburg.

Sofort nahm ARGE-6-Vorsitzender Christian Schmidbauer mit dem Fotografen und Finder Kontakt auf, der sich als sehr kooperativ zeigte und die Fahne sofort abhing. Die Fahne kam dann per Paket nach Laufen zurück.

Agathe Mühlfellner aus Leobendorf, die damals die Fahne genäht hatte, sorgte dafür, dass die gröbsten Beschädigungen – beispielsweise durch Mottenangriff – bereinigt werden konnten und bei der Saisonabschlussfeier in Laufen-Haiden konnte Christian Schmidbauer den Laufener Fans zu deren großer Überraschung die Fahne präsentieren.

Schmidbauer übergab dem Fanclubpräsidenten Martin Niederstraßer – und somit dem rechtmäßigen Besitzer – das gute Stück und holte die damals beteiligten Löwenfans hervor. Fünf der damals sechs Reisenden waren beim Abschlussfest anwesend und freuten sich offensichtlich über diese Überraschung.

Schmidbauer kündigte auch an, dass der Finder aus Hamburg, dem wohl der größte Dank für die Rückkehr der Fahne gilt, samt Familie und Fanclub (Hamburger SV) zum Fanclubjubiläum im Jahr 2018 eingeladen wird. Die Feier zum 40-jährigen Bestehen findet voraussichtlich im Mai/Juni 2018 statt – »hoffentlich ist dies zugleich auch eine Aufstiegsfeier in die Dritte Liga«, meinten einige Fans. Im Übrigen wird der Finder in Hamburg noch Recherchen anstellen, wo diese 23 Jahre verschollene Fahne sich »herumgetrieben« hat und wie sie dort am Dorfbahnhof landete. Man kann sich auf eine spannende Geschichte freuen.

Als gutes Zeichen kann die Rückkehr der alten Fahne sicherlich gewertet werden, denn in der Aufstiegssaison verloren gegangen, kann man den Löwenfans nur wünschen, dass sich mit der alten Fahne der sportliche Erfolg auch wieder einstellen will. Sch.

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