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Rückblick auf eine bewegte Vereinsgeschichte

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Jugendarbeit lohnt sich: Aus der Jugendmannschaft im Jahr 2006 (stehend von links) mit Hannes Dandl, Pia Kleinert und Lena Rumswinkel sowie (vorne von links): Sabrina Rudolf und Patricia Paule sind inzwischen Pia Kleinert und Lena Rumswinkel aktiv in der Vorstandschaft tätig. Allerdings: Die anderen Schützen sind nicht mehr aktiv.

Die Schützengesellschaft Hart feiert heuer ihr 110-jähriges Bestehen. Aus der Gründungszeit des Vereins gibt es zwar keine Aufzeichnungen. Aus mündlicher Überlieferung und aufgrund einer Schützenscheibe, auf der das Jahr 1905 vermerkt ist, ist die Gründung aber mit großer Wahrscheinlichkeit in diesem Jahr erfolgt. Geschossen wurde zur damaligen Zeit im Gasthof zum Bräu in Hart.


Neben dieser ersten Schützengesellschaft gab es zwischen 1908 und 1914 noch einen zweiten Schützenverein beim Neuwirt, der sich aber mit Beginn des Ersten Weltkriegs wieder auflöste. 1939 verlor die Schützengesellschaft ihre Selbstständigkeit und wurde zwangsweise in den »NS-Reichsbund für Leibesübungen« übernommen. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde der Schießbetrieb endgültig eingestellt und erst im Herbst 1950 erfolgte eine Wiederbelebung. 25 Personen nahmen damals an der Versammlung zur Wiedergründung teil. Ein alter Kugelfang, den man im Eiskeller des Gasthauses Bräu gefunden und wieder in Ordnung gebracht hatte, wurde verwendet.

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Einen Höhepunkt im Vereinsleben gab es 1955, als mit Alois Siglreitmeier der erste Schützenkönig ermittelt wurde. Der Matzinger Uhrmacher Felbinger wurde aus diesem Anlass beauftragt, eine Schützenkette anzufertigen, die damals 130 Mark kostete. Als erste Schützenkönigin der Harter durfte Gretl Vogler 1965 diese Kette stolz tragen.

Kompletter Umbau im Winter 1986/87

Nach einer Erweiterung und teilweisen Modernisierung des Schießstandes im Herbst 1982, erfolgte dann im Winter 1986/87 ein kompletter Umbau. Im Keller des Gasthauses zum Bräu wurden fünf elektrische Seilzug-Stände installiert. Das erste Harter Dorfschießen wurde 1989 ausgetragen und verzeichnete 143 Teilnehmer aus der ehemaligen Gemeinde Hart. Seitdem wird das Dorfschießen im dreijährigen Rhythmus durchgeführt, letztmals 2013.

Eine weitere Verbesserung der Ausstattung erfuhr der Verein 1994. Eine moderne Teilermaschine wurde gekauft, die nun auch die Gesamtzahl der getroffenen Ringe eines Schießstreifens zählte und ausdruckte. 2005 feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen mit Weihe der neuen Vereinsfahne.

Zunehmend schwierig wurde es für die Schützen, als die Pächter des Gasthauses zum Bräu mehrmals wechselten und im Keller immer wieder Umbaumaßnahmen notwendig wurden. 2010 beschloss der Vorstand daher den Bau eines Schießstandes im Feuerwehrhaus in Hart. 2011 fand die Einweihung der neuen Schützenheimat statt und das offizielle Standeröffnungsschießen folgte im Februar 2012.

Seit 2011 führt Schützenmeister Hans Mörner die SG Hart, Tom Holzner ist sein Stellvertreter. Die sportlichen Erfolge der Harter Schützen wurden in den vergangenen Jahren immer mehr. Die Schützen nahmen und nehmen mit mehreren Mannschaften an den Rundwettkämpfen und der Gaumeisterschaft teil. 2011 stellte die SG Hart mit Fabian Paule erstmals den Gaujugendkönig.

Im Dorfleben in Hart ist die Schützengesellschaft fest etabliert. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Jugendarbeit. Qualifikationen der jungen Schützen zur Oberbayerischen und auch zur Bayerischen Meisterschaft sind schon fast selbstverständlich geworden. 2014 schaffte Bene Lahner in der Disziplin Luftpistole sogar die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft.

Die wöchentlichen Schießabende der SG Hart finden am Freitag statt, es gibt immer wieder kleine Preisschießen. Sowohl sportlich wie auch im gesellschaftlichen Bereich ist die SG Hart sehr gut aufgestellt und kann mit Stolz auf 110 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken.

Festwoche beginnt am kommenden Mittwoch

Anlässlich des Jubiläums gibt es in Hart eine Festwoche vom 15. bis 19. Juli, verbunden mit dem 7. Gauschützenfest und dem 90-jährigen Bestehen des Alzgaus Trostberg. Eröffnet wird die Festwoche am kommenden Mittwoch (19 Uhr) mit dem Tag der Vereine, musikalisch untermalt von der Chieminger Blasmusik. Tags darauf ist der niederbayerische Kabarettist und Gstanzlsänger Daller Wast zu Gast (Einlass 19 Uhr). Am Freitag, 17. Juli (Einlass 19 Uhr), geben die Boarisch Six beim Weinfest ihr Bestes. Am Samstag, 18. Juli (19.30 Uhr), findet die Haberfeldtreiber-Party mit den Troglauer Buam statt.

Am Sonntag, 19. Juli folgt auf das Weißwurstfrühstück (8 Uhr) der Umzug zur Messe, nach der Kirche geht es zurück ins Festzelt, wo unter anderem die Böllerschützen ihren Einsatz haben. mix