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Rot für Ndiaye bei unattraktiver Nullnummer

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Nur schwer zu halten waren zeitweise die SBC-Spieler – hier Florian Marchl (rechts) gegen Kilian Heller – für ihre Gegner, dennoch reichte es nicht zum Siegtreffer für die Hausherren. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Köppl, Thudt, Schön, Mauerkirchner, Tahir (ab 37. Frost), Willberger, Höhensteiger (ab 90. Mayer), Daniel, Marchl, Kennedy.


TSV Velden: Worschech, Heller, Abel, Höfelschweiger, Klingmann, Müller, Reichvilser (ab 74. Hampe), Shamali (ab 64. Gschaider), Holzeder (ab 83. Nitzl), Koller, Götzberger.

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Schiedsrichter: Zippe (1. FC Passau).

Zuschauer: 370.

Rote Karten: Ndiaye wegen Tätlichkeit (37.) / - .

Der SB Chiemgau Traunstein hat seinen Fans beim 0:0 gegen den TSV Velden zwar keine Gala-Vorstellung geboten, dennoch sicherte die Truppe von Trainer Jochen Reil trotz mehr als 50-minütiger Unterzahl einen weiteren Zähler für den Verbleib in der Fußball-Landesliga Südost ein. Bei acht Punkten Vorsprung auf die rote Zone dürfte nun wirklich nichts mehr anbrennen. Dagegen sind die Niederbayern seit Samstag endgültig abgestiegen.

Sie könnten zwar den auf dem untersten Relegationsrang stehenden Kirchheimer SC noch einholen, haben jedoch den Direktvergleich mit den Münchnern verloren (1:2 und 3:3), sodass eine Rettung definitiv nicht mehr möglich ist. Die Veldener nahmen’s mit Humor und feierten ihren Abstieg auf dem Parkplatz des Jakob-Schaumaier-Sportparks mit Musik und Bier.

Eine Schlüsselszene der Partie war die Rote Karte für SBC-Schlussmann Issa Ndiaye: Es lief die 37. Minute, als der Senegalese beim Versuch abzuschlagen behindert wurde und sich von einem TSV-Kicker losreißen wollte. Diese Bewegung wurde ihm von Referee Thomas Zippe (1. FC Passau) als versuchte Tätlichkeit ausgelegt. »Ein Witz«, lautete der Kommentar von Reil, »der Schiedsrichter hatte das Spiel überhaupt nicht im Griff.«

In der Tat wurden seine Entscheidungen teilweise von beiden Ersatzbänken mit Hohngelächter quittiert. »Ich gehe aber davon aus, dass Issa nur ein Spiel zuschauen muss«, so Reil. Der Schlussmann wird also auch am heutigen Montag (18.30 Uhr) in der Nachholpartie beim TuS Holzkirchen wieder von Cameron Frost vertreten und hofft am Sonntag (15 Uhr) im Gastspiel in Kirchheim wieder zwischen die Pfosten zurückkehren zu dürfen.

»Positiv war, dass wir auch die zweite Halbzeit vernünftig runtergespult haben und sogar weitere Chancen kreieren konnten«, analysierte Reil, »insgesamt hatten wir ja mindestens fünf hochkarätige Möglichkeiten.« An fast allen Offensivszenen im ersten Durchgang war Stefan Mauerkirchner beteiligt, mit dem die Veldener ihre liebe Müh und Not hatten. So köpfte er nach Flanke von Thomas Höhensteiger knapp vorbei (14.), legte zwei Minuten später für Kapitän Patrick Schön auf, der aus guter Position etwas verzog.

Und in der 22. Minute bediente er Waldemar Daniel, wobei Gästeakteur Thomas Götzberger in höchster Not rettete. Nach einer halben Stunde probierte es Mauerkirchner wieder selbst, TSV-Torhüter Fabian Worschech parierte den Linksschuss jedoch sicher.

»Mit letztem Aufgebot gut mitgespielt«

Großes Glück hatten die Gäste unmittelbar vor dem Pausenpfiff, als Schön ab der Mittellinie auf und davon zog und sein 20-Meter-Schuss aus zentraler Position an die Latte klatschte. »Wir haben mit unserem letzten Aufgebot ganz gut mitgespielt, nur der letzte Pass ist nicht angekommen«, versuchte Veldens Ex-Profi Ralf Klingmann (früher Rot-Weiß Erfurt und TuS Koblenz) zu erklären, weshalb sein Team keine zwingende Chance verbuchte. Dass er selbst das Kicken nicht verlernt hat, dokumentierte der 34-Jährige mit einigen herrlichen Diagonalbällen über 40, 50 Meter, die er quasi ganz locker aus dem Fußgelenk schüttelte.

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gäste leicht feldüberlegen, zwingender wurden sie dennoch nicht. Der SBC blieb sogar das gefährlichere Team. So verfehlte Scott Kennedys Kopfball nach Schön-Freistoßflanke knapp das Gehäuse (65.), fand eine scharfe Mauerkirchner-Hereingabe keinen Abnehmer (66.), und flog ein 20-Meter-Freistoß von Andre Köppl übers Tor (79.). Auf der anderen Seite wurde ein Treffer wegen Abseits nicht gegeben (68.), und Götzberger traf nach einem Angriff über Klingmann aus spitzem Winkel nur das Außennetz (87.), wobei ein Abspiel ohnehin die bessere Lösung gewesen wäre. Diese Szene war das beste Beispiel für die Hilflosigkeit der Max-Klaffl-Elf.

»Wir sind froh, einen Punkt mitzunehmen und zum dritten Mal in dieser Saison zu Null gespielt zu haben«, meinte Klingmann. Ludwig Trifellner, der Sportliche Leiter der Traunsteiner, wollte nach der Partie noch keine Entwarnung in Sachen Klassenerhalt geben. »Sicher sind wir erst dann, wenn rein rechnerisch nichts mehr passieren kann«, sagte er, »jetzt wollen wir am Montag in Holzkirchen alles klar machen.«

Rückkehr von Probst für heute fraglich

Ob Offensivmann Maxi Probst nach seiner Rückenprellung wieder ins Team zurückkehrt, ist fraglich. »Spätestens am Sonntag in Kirchheim rechne ich mit ihm«, so Reil. Der punktgleiche Tabellennachbar Holzkirchen landete am Samstag mit einem 2:0 gegen den TSV Eching seinen ersten Heimsieg im Jahr 2016. Sean Erten und Julian Allgeier mit einem Konter in den Schlusssekunden sorgten für die Treffer. Das Hinspiel hatte der SBC mit 1:0 für sich entschieden.

»Wenn wir 100 Prozent bringen, hat jeder Gegner in dieser Liga Schwierigkeiten mit uns«, so Trifellner. »Wenn wir aber nicht an die 100 Prozent herankommen, kriegen wir selbst Probleme«, appelliert Trifellner an die SBC-Kicker, noch einmal alles aus sich rauszuholen. cs