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Rezept: Mutig sein und ohne Angst

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Eine Szene aus dem letzten Liga-Aufeinandertreffen der beiden Teams am 31. Oktober 2017 in Oberteisendorf. Der SV Leobendorf holte mit einem Tor in der 94. Minute ein 3:3 – musste am Ende der Saison aber dennoch sofort zurück in die A-Klasse. Nun soll der Wiederaufstieg erfolgen. Unsere Szene zeigt Michael Hiebl, der sich auf dem Weg zu einem Super-Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 nicht von Gästekapitän Florian Hainz und Dominik Strang aufhalten ließ. Alle drei gehören nach wie vor ihren Teams an. (Foto: Bittner)

»Auch wenn es für uns gegen den Abstieg geht – für solche Partien spielt man doch Fußball«, weiß Oberteisendorfs Coach Hermann Hiebl. Deshalb wird er seine Spieler gar nicht groß motivieren müssen – sie wissen, um was es geht. Der SVO kickt am morgigen Samstag (17 Uhr) in Petting gegen den SV Leobendorf um den Liga-Erhalt in der Kreisklasse IV.


Der Gegner vom Abtsdorfer See bringt die Euphorie von Platz 2 in der A-Klasse VI mit an den Waginger See und möchte nach dem Sofort-Abstieg in der Vorsaison gleich wieder rauf, in die Kreisklasse IV. Referee Benedikt Jany pfeift die Partie um 17 Uhr an.

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Der Sieger erreicht sofort sein Ziel

Der Sieger von morgen erreicht sofort sein Ziel: Im Oberteisendorfer Fall den Klassenerhalt in der Kreisklasse VI. Ein Leobendorfer Erfolg hätte den zweiten Aufstieg in die Kreisklasse zur Folge, der SVO würde absteigen. Verliert der SVL, bleibt er in der A VI. Steht die Partie nach 90 Minuten unentschieden, gibt es 30 Minuten Verlängerung und gegebenenfalls ein Elfmeterschießen. Es könnte also ein langer Abend werden.

Die beiden Trainer, Hermann Hiebl auf SVO-Seite, Emre Ispiroglu beim SVL, sind sich einig: »Mutig sein und keine Angst haben« sei das beste Rezept. Beide sind von der Qualität ihres eigenen Teams überzeugt, zeigen aber den nötigen Respekt vor dem Gegner.

»Leobendorf ist kampfstark, mit individuell hervorragenden Akteuren«, weiß Hiebl. Er weiß: »Auf die beiden starken Stürmer Florian Schnugg und Leon Schifflechner müssen wir schon brutal aufpassen. Der SVL hat dazu eine sattelfeste Innenverteidigung und mit Christoph Pöhlmann einen jungen, reaktionsstarken Keeper.« Gleichwohl sagt Hiebl, seit dieser Saison Chefcoach auf der SVO-Bank: »Im Großen und Ganzen sind wir die Stärkeren.« Er kann morgen aus dem Vollen schöpfen. Als der SV Oberteisendorf nach dem 15. Spieltag noch auf dem 4. Platz stand, ahnte niemand, welche Talfahrt die Mannschaft im Anschluss nehmen würde. Trotz eines finalen 3:0-Sieges beim TSV Tittmoning geht es nun in die Relegation. Die Talfahrt in diesem Frühjahr kann sich Teamchef Hiebl kaum erklären: »Immer wieder Verletzte, klar, teils unerklärliche Gegentore, eine echte Flaute im Sturm, meistens nur eine richtig gute Halbzeit – es war eine Mischung aus vielen unglücklichen Umständen.« Irgendwann fehle dann natürlich auch das nötige Selbstbewusstsein.

Der SV Leobendorf erhält morgen nach einer Spielzeit mit vielen Höhen und Tiefen fast ein wenig unverhofft die Möglichkeit, nach seinem nur einjährigen Kreisklassen-Gastspiel in der Vorsaison sofort in diese zurückzukehren. Der scheidende Coach Emre Ispiroglu möchte jetzt mit seiner Mannschaft das »kleine Wunder« schaffen.

»Wir haben sehr wohl etwas zu verlieren«

Im Grunde genommen hat Leobendorf nichts zu verlieren. Doch Ispiroglu widerspricht: »Wir haben sehr wohl etwas zu verlieren, wenn wir uns für einen enormen Aufwand in dieser Saison jetzt nicht selbst belohnen würden.« Der Ainringer freut sich darüber, dass in dieser Woche 20 Leute im Training waren – inklusive II. Mannschaft, die sich eigentlich bereits in der Sommerpause befindet. »Die Euphorie ist zweifelsfrei da«, sagt der Coach. Aber: Womöglich kann Torschützenkönig Florian Schnugg aufgrund einer Prellung nicht auflaufen. »Das wäre natürlich eine erhebliche Schwächung für mein Team.« bit