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Rennsport-Comeback als »Sechziger«?

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So kennen ihn die Fans: Eisspeedwayfahrer Franz Mayerbüchler aus Inzell. (Foto: Weitz)

Beim Eisspeedwayrennen in Flims (Schweiz) muss er am heutigen Samstag (mehr oder weniger) tatenlos zuschauen, doch ganz beendet ist die Motorsport-Karriere von Franz Mayerbüchler nicht. Der Inzeller, der am morgigen Sonntag seinen 60. Geburtstag feiert, hat zwar seine Laufbahn als Eisspeedwayfahrer beendet, doch heuer möchte er im Super-Moto-Rennsport wieder mitmischen.


Am heutigen Samstag freilich fiebert er mit seinem Sohn Franz junior in Flims (Schweiz) mit, wenn dieser sich mit der internationalen Konkurrenz misst.

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Franz Mayerbüchler senior wuchs mit seinen fünf Geschwistern in Inzell auf. Er absolvierte eine Maurerlehre bei seinem Onkel und hat seit 29 Jahren einen eigenen Betrieb, den er mit seinem älteren Bruder Heinz zusammen führt. Straßen-Motorradrennen fuhren beide auch, doch Franz wollte noch was anderes.

Als er die Chance bekam, eine Eisspeedway-Maschine des ehemaligen Fahrers Albert Stückl aus Ampfing (bereits verstorben) zu erwerben, war er überglücklich. In den ersten Jahren war sein Bruder Heinz bei jedem Rennen als Betreuer dabei. Damals mussten die Maschinen noch angeschoben werden, heute gibt es dafür Anlasser.

Sein Vater Heinz (88 Jahre, war über 20 Jahre Hausmeister im Eisstadion Inzell, heutige Max-Aicher-Arena) war nicht immer glücklich, wenn seine Söhne wieder mal auf Reisen gingen. Es ging zum Beispiel zu Rennen nach Alma Ata oder Nowosibirsk (damalige Sowjetunion) oder nach Schweden, wo er sich im WM-Viertelfinale qualifizierte und im Halbfinale in Inzell starten durfte. Sein erstes Rennen in Inzell bestritt er im Januar 1988, er wurde zur dritten Runde der Einzel-WM nominiert. Sein größter Erfolg war der Fünf-Nationen-Cup im Jahre 2004, den er mit dem 1. Platz souverän gewann.

Über 25 Jahre war er im Eisspeedway aktiv. Sein letztes Rennen in Berlin im März 2011 war eine Deutsche Meisterschaft – und der 8. Platz ist noch heute für ihn eine schöne Erinnerung.

Inzwischen muss er seine beiden Söhne betreuen. Franz Junior hat auch das Eisfieber eingeholt und er fährt aktiv, Sohn Peter steht bereits in den Startlöchern. Beide fahren auch Super-Moto und hatten im vergangenen Jahr im Grenzland-Cup bei den Young-Racern den 1. und 2. Platz belegt. Tochter Katharina hat lieber nur 1 PS, denn sie reitet leidenschaftlich gerne und will dieses Jahr an einigen Turnieren teilnehmen. Auch hier ist der Papa als Chauffeur gefragt.

Am heutigen Samstag sind Franz senior und seine Söhne in Flims beim Eisspeedwayrennen – und zu Hause wird eifrig für die Feier am Sonntag vorbereitet. Im Frühjahr will Franz senior dann selbst wieder Super-Moto fahren, »denn nur an der Strecke zu stehen macht ihn nervös«, weiß seine Frau Marianne, »nur wenn er selbst fährt, geht´s ihm richtig gut.«