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Rekord durch Geisreiter begeistert Fans in Inzell

Hinzu kam im Rennen über 3000 Meter der Damen mit Rang 4 durch Claudia Pechstein (Berlin) vor Stephanie Beckert (Erfurt) ein weiterer knapp verpasster Podestplatz für das deutsche Team. Und während es über 5000 Meter der Herren sogar einen niederländischen Dreifachsieg gab, gingen die »Oranje«-Läufer bei der Vergabe der Podestplätze im 1500-Meter-Lauf komplett leer aus.

Moritz Geisreiter verbesserte den deutschen Rekord über 5000 Meter und begeisterte die Fans in Inzell. (Foto: Weitz)

Vor rund 1500 Zuschauern am Sonntag in der Max-Aicher-Arena musste sich der Niederländer Koen Verweij im spannendsten Wettbewerb der zwei Weltcuptage mit Rang vier hinter Denis Juskow (Russland), Zbigniew Brodka (Polen) und Brian Hansen (USA) zufriedengeben. Nur neun Hundertstelsekunden Rückstand hatte Verweij (1:46,16 Minuten) dabei auf den Sieger. Stark hielt sich auch hier auf der für ihn sehr kurzen Distanz der Inzeller Moritz Geisreiter, der in 1:48,18 Minuten Rang 14 erkämpfte.

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Während er dieses Ergebnis als »ordentlich« einstufte, hatte er am Vortag so richtig jubeln können. Über 5000 Meter hatte er diesmal einen niederländischen Vierfachsieg verhindert und in 6:16,81 Minuten einen neuen deutschen Rekord aufgestellt. »Es geht weiter in die richtige Richtung. Die Kurven sind sogar meine Stärke, aber auf der Geraden läuft es technisch noch nicht ganz optimal«, so der Inzeller. »Das schaut einfach aus, aber man darf wirklich nur das bewegen, was Vortrieb erzeugt. Das ist ein ständiges Balancieren«, erklärte der 25-Jährige, »ich muss noch ökonomischer laufen.«

Doch der Schritt in Richtung Podestplätze über die Langstrecken ist schon jetzt gelungen, nur 36 Hundertstelsekunden fehlten dem Zwei-Meter-Mann zum drittplatzierten Jorrit Bergsma (Niederlande). Lediglich Sieger Sven Kramer und der zweitplatzierte Bob de Jong waren (noch) zu weit weg. Aber Kramer lief in 6:11,76 Minuten auch neuen Bahnrekord in Inzell.

Bei den Damen dominierte Ireen Wüst über 1500 und 3000 Meter – jeweils vor ihrer Landsfrau Diane Valkenburg. Jekaterina Schichowa als Dritte und Jekaterina Lobyschewa (beide Russland) als Fünfte konnten den Niederländerinnen (Linda de Vries wurde Vierte, Marrit Leenstra Sechste) hier Paroli bieten.

Mit Platz 2 in der B-Gruppe hinter Masako Hozumi (Japan) zeigte auch Monique Angermüller (Berlin) aufsteigende Tendenz, nur zwölf Läuferinnen der A-Gruppe waren schneller als sie. Nicht nach Wunsch lief es für die Inzellerin Gabriele Hirschbichler, die Zwölfte in der B-Gruppe wurde. »Das kann sie besser«, sagte auch Chef-Bundestrainer Markus Eicher. Er hofft nun, dass seine Athletin beim Weltcup in drei Wochen in Erfurt noch an ihre beste Form anknüpfen kann, um sich für die Einzelstrecken-Weltmeisterschaft in Sotschi (Russland) zu empfehlen.

Eine »Empfehlung« gaben für diese Titelkämpfe zumindest Claudia Pechstein und Stephanie Beckert über 3000 Meter mit ihren Rängen 4 und 5 ab.

Pechstein und Geisreiter sind als einzige deutsche Athleten auch bei der Mehrkampf-WM am 16./17. Februar in Hamar (Norwegen) am Start. Zu ihren Aussichten befragt, meinte die 40-Jährige: »Beste Deutsche werden ...« Etwas ernsthafter fügte sie hinzu: »Ich habe dort mein erstes Olympiagold gewonnen, ich hoffe, dass es diesmal auch gut läuft.«

Gut gelaufen war sie auch im Massenstart der Damen am Samstag, allerdings ohne dafür belohnt zu werden. Als sich eine Spitzengruppe abgesetzt hatte, musste sie im »Alleingang« über mehrere der insgesamt 15 Runden das Hauptfeld wieder an die Schnellsten heranführen. So fehlte ihr im Endspurt die Kraft. Der Sieg ging hier an Kim-Bo Reum (Südkorea) vor Francesca Lollobrigida (Italien) und Mariska Huisman (Niederlande), Pechstein wurde Zwölfte, Gabriele Hirschbichler kam auf Rang 21. »Es hat aber Spaß gemacht und war ein gutes Training für die 3000 Meter am Sonntag«, hatte Pechstein klargestellt, dass der – noch nicht olympische, aber sehr ansehnliche – Massenstart noch keine Priorität genießt.

Das gilt auch bei den Männern (20 Runden). Hier setzte sich relativ bald nach dem ersten Sprint ein Trio ab und machte den Sieg unter sich aus. Letztlich gewann dann auch Arjan Stroetinga (Niederlande) vor Haralds Silovs (Lettland) und Christijn Groeneveld (Niederlande). Das Hauptfeld war klar distanziert, aber Marco Weber (München) bot als Neunter eine erfreuliche Vorstellung.

Die Fans, die in die Max-Aicher-Arena gekommen waren, sorgten vor allem am Sonntag für hervorragende Stimmung – und wurden von den Sportlern mit hervorragenden Leistungen belohnt. who