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Probst-Kracher leitet den Sieg ein

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Für diese Attacke von Franz Anzinger an Max Probst gab es den Strafstoß, der zum 2:0 führte. Weitere Bilder von dieser Partie finden Sie unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Abfalter, Bauer, Petzka, Sebastian Mayer, Tobias Berz, Schön, Mauerkirchner (ab 87. Min. Heinrich), Probst (ab 67. Schneider), Waritschlager, Wittmann (ab 72. Thudt), Marchl.


TSV 1860 Rosenheim II: Peter Martin, Anzinger, Eugen Martin, Brehme, Murtezi (ab 21. Ari), Shabani, Martin Huber, Hauswirth, Tarabar, Eminoglu (ab 75. Mohamed Abeid), Weber.

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Schiedsrichterin: Andrea Knauer (SC Grüne Heide Ismaning).

Zuschauer: 350.

Tore: 1:0 (19.) Probst, 2:0 (66., Foulelfmeter) Mauerkirchner, 3:0 (81.) Waritschlager.

Gelb-Rote Karte: - / Anzinger (82.).

Die Bezirksliga-Fußballer des SB Chiemgau Traunstein haben Platz eins gefestigt: Beim 3:0 (1:0)-Sieg gegen eine keineswegs schwach aufgestellte Regionalliga-Reserve des TSV 1860 Rosenheim boten die Schützlinge von Trainer Franz Gruber vor 350 Fans im EHG-Sportpark vor allem im ersten Durchgang eine tolle Leistung.

Nach der Pause wurde die Crew des Teisendorfers Dieter Kern zwar stärker, das torgefährlichere Team blieben aber die Hausherren, die einen hochverdienten Erfolg landeten und relativ gelassen den kommenden beiden Auswärtsprüfungen beim SV Heimstetten II (Vorrundenabschluss) und TSV Ottobrunn (Rückrunden-Auftakt) entgegenblicken können.

Während Gruber seine Mannschaft lobte und für Abräumer »Sebi« Mayer (»Ihn haben wir in der Vorwoche in Baldham schmerzlich vermisst«) und Offensivmann Dominik Waritschlager ein Sonderlob parat hatte, sah Dieter Kern bei seinen Sechzigern eine »schwache Leistung in der ersten Halbzeit.«. Nach der Pause hätte seine Elf zwar »das Heft in der Hand gehabt«, doch der Knackpunkt sei dann der berechtigte Elfmeter zum 2:0 für die Chiemgauer gewesen.

Franz Gruber betonte, dass der Erfolg gegen eine gut aufgestellte Rosenheimer Mannschaft zustandegekommen sei, bei der ihm vor allem die genauen Pässe des ehemaligen U-17-Nationalspielers Valentin Hauswirth beeindruckten. Außerdem waren bei den Gästen der Ex-Unterhachinger Alessio Brehme (Sohn des Weltmeisters von 1990, Andy Brehme), Ex-Zweitliga-Torwart Peter Martin (sprang für Georg Moller ein, der mit der »Ersten« nach Schweinfurt mit musste) sowie die letztjährigen Regionalliga-Kicker Eugen Martin und Fatih Eminoglu mit von der Partie.

»Aber man hat schon gesehen, dass einige Spieler nicht fit sind«, klagte Kern. Und Hauswirth analysierte, »dass wir zwar viele gute Einzelspieler haben, dass aber in taktischer Hinsicht vieles nicht klappt.«

Die stärkste Offensivabteilung der Liga heizte der schwächsten Defensive gleich mächtig ein. Max Bauers Kopfball nach Schön-Ecke verfehlte den 1860-Kasten, Stefan Mauerkirchner traf den Ball nach Probst-Vorarbeit nicht voll, sodass der 44-jährige Peter Martin keine Mühe hatte zu parieren. Auf der Gegenseite kam Martin Huber in Abseitsposition zum Abschluss, doch erstens ertönte der Pfiff der tadellos leitenden Schiedsrichterin Andrea Knauer (SC Grüne Heide Ismaning), zweitens wäre SBC-Torhüter Andi Abfalter auf dem Posten gewesen.

Mit einem Traumtor bogen die Traunsteiner in der 19. Minute auf die Siegerstraße ein: Patrick Schöns Flanke konnten die Gäste nicht entscheidend abwehren und Maxi Probst versenkte das Leder mit einem spektakulären Volleykracher aus 20 Metern im rechten Dreieck. Beifallsstürme! »Das war mein schönstes Tor für den SBC«, freute sich der Bezirksliga-Top-Torjäger über seinen 16. Saisontreffer.

Nur eine Minute später lag das 2:0 in der Luft, doch Waritschlager verzog nach Probst-Pass knapp. Eine Kombination dieses spielfreudigen Duos hätte auch in der 36. Minute zum Erfolg führen können, doch diesmal rettete Peter Martin mit einer Glanzparade. Weitere gute SBC-Szenen verzeichneten Mauerkirchner, dessen Schuss nach Vorlage von Arthur Wittmann zur Ecke abgefälscht wurde, und der starke Max Bauer, der nach Freistoß von Patrick Schön per Kopf die Latte traf.

Nach dem Seitenwechsel drängten die Sechziger auf den Ausgleich, doch die beste Chance in dieser Phase bot sich den Gastgebern, als Waritschlager am Schlussmann scheiterte, der sich bei diesem Flachschuss extrem lang machen musste (54.). Die Vorentscheidung fiel in der 66. Minute: Nach Waritschlager-Steilpass war Probst auf und davon und Franz Anzinger wusste sich nur noch mit einem Foul im »Sechzehner« zu helfen. Mauerkirchner schickte Martin in die verkehrte Ecke – 2:0. Der angeschlagene Probst musste ausgewechselt weden.

Marinus Weber hatte zwar das Anschlusstor auf dem Fuß, doch Abfalter meisterte per Faustabwehr seine einzige wirklich ernsthafte Prüfung (68.). Der Rest war nur noch Formsache für den Spitzenreiter. Es lief die 81. Minute, als der eingewechselte »Jogi« Thudt bei einem Konter Waritschlager schickte, der eiskalt zum 3:0 abschloss.

Nach Gelb-Rot für Anzinger (82.) hätte der für Probst eingewechselte Tony Schneider gleich sein Comeback-Tor machen können. Doch nach mustergültigem Querpass von Waritschlager scheiterte er an »Oldie« Peter Martin (84.), der die Niederlage der Kern-Truppe letztlich doch in erträglichem Rahmen hielt.

»Wir dürfen uns jetzt nicht aus der Ruhe bringen lassen«, fordert Franz Gruber, »letzte Woche waren meine Jungs schon etwas nervös, weil unser Vorsprung auf nur noch einen Punkt geschmolzen war.« Man müsse nun von Spiel zu Spiel schauen und die Tabelle ausblenden. »Unsere volle Konzentration gilt jetzt dem letzten Vorrunden-Spiel am Sonntag in Heimstetten bei der nächsten Regionalliga-Reserve«, so der SBC-Trainer.

Dieter Kern lobte übrigens den Tabellenführer mit klaren Worten: »Das war die spielstärkste Mannschaft, gegen die wir in dieser Saison angetreten sind. Und die neue Anlage hier ist natürlich ein absoluter Traum – vom Rasen bis zu den Kabinen und zur Sportgaststätte.« cs