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»Probleme zwischen dem TuS und dem SKV«

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Der SKV-Vorsitzende Josip Brdaric (von links) überreichte Charly Haslwanter und Fritz Leutner Urkunden für ihre 50-jährige Mitgliedschaft. (Foto: Mix)

Josip Brdaric, der im Vorjahr zum Vorsitzenden des Sportkegelvereins (SKV) Traunreut gewählt worden war, drückte in der Jahreshauptversammlung des Vereins deutlich seinen Unmut über die Schwierigkeiten aus, die sich offenbar im Verhältnis zur Führung des TuS Traunreut ergeben: Nach wie vor kann demnach auf den Kegelbahnen im Keller der TuS-Gaststätte kein Trainingsbetrieb stattfinden, da der TuS-Vorstand das vorgelegte Hygienekonzept des Kegelvereins noch nicht abgesegnet hat.


Im Sommer 2018 sei der damalige TuS-Vorsitzende Hans Mayer mit den Keglern übereingekommen, dass an den dringend sanierungsbedürftigen Kegelbahnen zumindest die notwendigsten Arbeiten erledigt werden sollten, erinnerte Josip Brdaric. Als wenig später Hans Mayer zurücktrat, mussten sich seine Stellvertreter Markus Tesche und Roger Gorzel neben zahlreichen anderen Problemen auch mit dem Thema Kegelbahnen und der Rechnung für die Renovierung befassen. »Damals fingen die Probleme zwischen dem TuS und dem SKV an«, meinte der neue Vorsitzende in der Versammlung.

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Zwischenzeitlich habe es immer wieder Diskussionen gegeben, ob die Pacht erhöht und wie der Pachtvertrag zwischen TuS und SKV abgeändert werden sollte. Brdaric: »Mehr Kosten für uns bedeuten allerdings auch, dass unsere Mitgliedsbeiträge erhöht werden müssten, um die Kosten decken zu können.«

Die Corona-Krise hat im Frühjahr dann auch den Betrieb im Kegelverein stillgelegt. Obwohl der Sport inzwischen unter Einhaltung gewisser Vorgaben wieder erlaubt wäre, können die Kegler noch immer nicht auf den Bahnen trainieren: »Aktuell wird uns von Seiten des TuS der Zugang zur Kegelbahn verwehrt, da unser Handlungs- und Hygienekonzept nicht den Vorstellungen des TuS entspricht«, kritisierte Josip Brdaric. Der Vorsitzende gab an, das Konzept inzwischen angepasst zu haben, und hofft, dass es nun angenommen wird.

TuS-Vorsitzender Roger Gorzel sieht ebenfalls ein Kommunikationsproblem zwischen sich und Josip Brdaric, wie er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt erklärte. Das vorgelegte Hygienekonzept des Kegelvereins habe er aber aus mehreren Gründen nicht akzeptieren können und um Nachbesserung gebeten. »Nach Genehmigung startet der Betrieb«, teilte er dem Kegelvorstand bereits am 17. Juli per Mail mit.

»Wir hatten bisher keinen Covid-19-Fall und ich will alles dafür tun, dass es auch so bleibt«, erklärt Roger Gorzel. Über eine Erhöhung der Pacht für die Kegler sei gesprochen worden, da diese inzwischen seit 15 Jahren nicht mehr angepasst wurde und erforderlich sei. Aktuell sei eine mögliche Erhöhung allerdings ausgesetzt.

Für Josip Brdaric steht fest, dass die Mitglieder des SKV bei allen bestehenden Problemen zusammenhalten müssen. »Wir sind ein sehr besonderer Verein in einer sehr besonderen Stadt. Wir bestehen aus drei Clubs, die eine jeweils andere Geschichte haben. Trotzdem verbindet uns eine Sache: unser Kegelsport«, so Brdaric, der selber seit seiner Jugend im Verein ist.

Bei allen Unstimmigkeiten sieht der Vorsitzende die Zukunft aber auch optimistisch und verwies darauf, dass in der voraussichtlich zuschauerlosen nächsten Saison alle Heimspiele live auf Youtube übertragen werden. »Somit muss man nicht auf der Kegelbahn sein, um zusehen zu können. Nicht einmal Mannschaften aus der 1. Bundesliga waren bisher in der Lage etwas Ähnliches umzusetzen.«

Aus seinem Bericht als Sportwart ging hervor, dass der SKV in der vergangenen Spielsaison sechs Mannschaften gemeldet hatte. Die drei Clubs Edelweiß, Jedinstvo und Croatia traten mit jeweils zwei Mannschaften an. Die Saison wurde allerdings am 12. März frühzeitig beendet.

»Unabhängig davon freut es mich, dass unser Verein in unserer Region die meisten Mannschaften bei den Herren meldet und deshalb auch einen sehr großen Beitrag für unseren Sport leistet«, so Sportwart Josip Brdaric.

Erfolgreich bei Einzelmeisterschaften waren Michael Vetter und Norbert Leutner bei den Senioren A und Josip Brdaric bei den U-23-Junioren. Bradric wurde Dritter der Kreismeisterschaft, Vetter erreichte Platz zehn und Leutner holte den Titel des Kreismeisters.

Nach wie vor hat der Verein mit Luka Brdaric nur einen Jugendlichen, der mit der Jugend-Spielgemeinschaft Chiemsee antrat, bestehend aus vier Vereinen der Region. Beim Vorlauf zur Einzelmeisterschaft Kreis Chiemgau belegte der Jugendliche den 3. Platz. Wegen der Pandemie wurde der weitere Verlauf der Meisterschaft allerdings abgesagt. Als Ersatzspieler wurde Luka Brdaric auch beim SKK Croatia eingesetzt. Er qualifizierte sich zudem bei einem Lehrgang für einen Platz im oberbayerischen Bezirkskader und belegte bei der Bayerischen Meisterschaft den 5. Platz für den Bezirk Oberbayern.

Weniger erfreulich war der Kassenbericht für das Jahr 2019. Der SKV musste ein Minus in Höhe von 243 Euro verkraften, das aus den Rücklagen ausgeglichen wurde. Grund dafür waren zum einen notwendige Ausgaben für einen Notar, für die Abnahme der Kegelbahn und für Verbesserungen am Vereins-PC. Durch die Schließung der Sportplatzgaststätte konnte außerdem seit zwei Jahren das Sportabzeichen nicht mehr abgelegt werden, was für Einbußen bei den Einnahmen sorgte. Wäre nicht eine Spende in Höhe von 400 Euro eingegangen, wäre der Verlust noch um einiges höher ausgefallen, so der Kassier.

Josip Brdaric ehrte in der Jahreshauptversammlung auch langjährige Mitglieder: 40 Jahre dabei ist Gerti Manglberger und seit 50 Jahren im Verein sind Fritz Leutner und Charly Haslwanter, der von 1971 bis 2011 Sportwart und gleichzeitig Pressewart des SKV war und von 2001 bis 2011 als Vorsitzender an der Spitze des Vereins stand.

Die neue Sportreferentin der Stadt, Andrea Haslwanter, versprach dem SKV-Vorsitzenden ihre Unterstützung und will als Vermittlerin zwischen ihm und dem TuS-Vorstand fungieren. Bürgermeister Hans-Peter Dangschat machte den Keglern Mut und ermahnte, man solle »nicht über einander sondern lieber miteinander« reden. Für ihn gelte: »Wir sind stolz auf unsere Kegelclubs in Traunreut.« Es müsse daher ein gemeinsamer Weg gefunden werden, mit dem beide Partner, SKV und TuS, gut leben können. mix

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