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Premium-Turnier auch 2020 wieder im Plan

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Er musste im Finale den Anstrengungen des Turniers Tribut zollen: Dennis Bloemke. (Foto: Weitz)

Den Waginger Tennis-See-Pokal wird es in der 46. Auflage auch im Jahr 2020 wieder geben. Das sagte Turnierdirektor Marcus Kleißl gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Er habe nur Positives gehört und freue sich auch über das Lob des Bayerischen Tennisverbandes. Gernot Heinzl, Leiter der Masters-Series, hatte persönlich vorbeigeschaut und war vom Tennis-Flair am Waginger See wieder begeistert.


Dass das Finale eine recht einseitige Angelegenheit war, bedauerte Kleißl etwas. »Schade, wir hatten 250 Zuschauer auf der Anlage, aber von Spannung leider keine Spur«, bilanzierte der 48-Jährige, der sich etwas mehr Widerstand von Dennis Bloemke (TC BW Neufahrn) gewünscht hätte. Der Waging-Sieger aus dem Jahr 2007 unterlag im Endspiel – wie berichtet – in 1:10 Stunden mit 2:6, 1:6. Titelverteidiger Hannes Wagner aus Ebersberg, der für den TC Schießgraben Augsburg aufschlägt, war an diesem Tag einfach eine Nummer zu groß.

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Das hing auch damit zusammen, dass Bloemke dem kräfteraubenden Turnierstress Tribut zollen musste und am Ende über Rückenprobleme klagte. Vier Jahre hatte Bloemke gar nicht mehr gespielt, machte in dieser Zeit sehr viel Fitnesstraining und kehrte erst heuer wieder auf die Preisgeld-Tour zurück. In Aidenbach holte er sich den Sieg, bei den Bayerischen Meisterschaften kam er ins Finale und vor Waging hatte der 30-Jährige noch den Wettbewerb in Eschenried gewonnen.

Wie ausgelaugt Bloemke war, zeigte sich bei seinem letzten Aufschlagspiel. Er bekam keine Spannung mehr in den Körper und servierte zweimal von unten – beim zweiten Mal sogar auf Aufforderung seines Gegners. Da hatte er sich wohl etwas vom australischen Weltklassespieler Nick Kyrgios abgeschaut.

Bloemke hatte vor allem der Freitag zu schaffen gemacht. Da werden in Waging traditionsgemäß Achtel- und Viertelfinale gespielt. Obwohl seine Begegnungen jeweils in zwei Sätzen endeten, hatten sie doch ihre Spuren hinterlassen. Im Halbfinale am Samstag beim 6:2, 6:2 gegen Medizinstudent Johannes Fleischmann (TC Teublitz) war das noch nicht erkennbar, wohl aber tags darauf im Finale.

Hier passierte Ungewöhnliches, denn Hannes Wagner konnte seinen Titel erfolgreich verteidigen. Der 24-Jährige gewann souverän und ist erst zweiter Spieler, dem das beim See-Pokal gelang. Erster und bislang einziger Spieler war Lokalmatador Sepp Baumgartner.

Der Waginger gewann die 9. Auflage des See-Pokals 1981 und dann auch die zehnte, ehe 1983 mit dem Rumänen Liviu Mancas der erste ausländische Spieler triumphierte. Viel Lob gab es von den Spielern für die bestens präparierten Plätze auf der Anlage in Waging. Turnierdirektor Marcus Kleißl gab das Lob weiter an Platzwart Bernd Ertl und dessen Team. Insgesamt waren 70 Spieler in der Qualifikation und im Hauptfeld am Start.

Bestens gefüllt war die Anlage am Samstag, obwohl nur die beiden Halbfinals stattfanden. Das lag daran, dass der TC Waging parallel ein Leistungsklassen-Turnier für Herren und Herren 40 ausgeschrieben hatte und hier 40 Spieler aus 15 Vereinen um Punkte kämpften.

Mit der Siegerehrung, die erstmals der neue Waginger Bürgermeister Hias Bader- huber vornahm, ging der See-Pokal zu Ende, nicht aber die deutschlandweit stattfindende Masters-Series. Hier steht in Bayern noch ein Turnier in Würzburg an.

Auch finanziell war Marcus Kleißl zufrieden. »Es wird wieder ein kleiner Überschuss bleiben«, freute sich der Turnierchef, der auch darauf hinwies, dass Waging einziger Gastgeber der Premium-Serie ist, der keinen Hauptsponsor hat. Man sei da noch auf der Suche.

Als Ehrengast begrüßt wurde übrigens Ludwig Kleißl. Der Ehrenvorsitzende des TC Waging und Vater des jetzigen Turnierchefs, hatte den See-Pokal 1973 ins Leben gerufen. Es ist bis heute das älteste Tennis-Turnier in Südostbayern. kk