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Premiere geglückt: Julian Erhardt finisht seinen ersten Marathon

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Seinen ersten Marathon hat Julian Erhardt sehr erfolgreich hinter sich gebracht. Weil ja aufgrund der Coronavirus-Pandemie offiziell auch fast keine Laufwettkämpfe stattfinden, organisierte der Überseer Profi-Triathlet kurzerhand selber ein Rennen.

Weil es in diesem Corona-Jahr praktisch kaum Triathlon-Wettkämpfe gegeben hat, hat sich Julian Erhardt jetzt zum Saisonabschluss noch einmal selbst ein Highlight gesetzt: Der Triathlon-Profi organisierte sich kurzerhand selbst einen Marathon – und finishte diesen in Übersee auch überaus erfolgreich!


Weil es eben auch seine Premiere über die 42,195 Kilometer lange Strecke gewesen ist, setzte er sich im Vorfeld keine bestimmte Zeit. »Mit einer 2:35 habe ich geliebäugelt«, betonte er im Gespräch mit unserer Sportredaktion. Am Ende stoppte die Uhr bei 2:34:22 Stunden. »Das war vollkommen in Ordnung«, freute sich der 28-Jährige hinterher.

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Schließlich »bin ich noch nie so eine lange Distanz gelaufen«, sagte der Überseer, der auch nur eine kurze Vorbereitungszeit von gut zwei Wochen für sein ehrgeiziges Projekt hatte. »Ich habe also auch nicht wirklich gewusst, was mich dabei erwarten wird.« Unter dem Strich fiel sein Fazit aber überaus positiv aus. »Muskulär ist das definitiv hart, aber es hat soweit alles gut gepasst«, freute er sich.

Nur die letzten acht Kilometer seien richtig schwierig gewesen, berichtete er. »Da hatte ich dann auch die ersten Anzeichen von Krämpfen.« Deswegen verlor er am Ende auch »ein bis zwei Minuten«, weil er die Krämpfe eben auch erst einmal wieder los werden musste.

Zu Beginn schlug Julian Erhardt »eine flottere Pace« an. »Ich wusste ja, dass es am Ende eher langsamer wird und ich wollte ein wenig Puffer haben.« Sein Plan ging dabei perfekt auf. Die Strecke kannte Erhardt übrigens aus dem Effeff. »Das ist meine Trainingsstrecke für die Intervalle«, verriet er.

»Es kam auch Wettkampf-Feeling auf«

Insgesamt musste er den vier Kilometer langen Rundkurs auf der Teerstraße, den er vorher auch exakt vermessen hatte, also etwas mehr als zehnmal laufen – und bekam dabei übrigens auch reichlich Unterstützung – auf und neben der Strecke. »Es waren Familie, Bekannte und Freunde an der Strecke und haben mich angefeuert und mir Getränke und Gels gereicht«, erzählte er. Und deshalb »bin ich vorher schon auch etwas nervös gewesen und es kam auch Wettkampf-Feeling auf«, freute er sich. »Das war schon sehr cool.«

Schließlich hatte Julian Erhardt in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie nicht sooft die Gelegenheit, sein Können in einem Rennen unter Beweis zu stellen. Ganz bitter etwa verlief für ihn und auch für die anderen Starter die Challenge Davos. Das Mitteldistanz-Rennen in der Schweiz war eines der wenigen, das überhaupt in diesem Jahr gestartet wurde.

Doch bevor es überhaupt richtig losging, war es auch schon wieder vorbei: Die Veranstalter mussten das Rennen wegen eines Gewitters früh abbrechen. Immerhin hat Julian Erhardt im Corona-Jahr 2020 auch ein Erfolgserlebnis stehen: Er gewann ja das Kurzdistanz-Rennen bei der Spoosty-Triathlon-WM in Waldmünchen in der Oberpfalz überlegen.

Und nun finishte Erhardt in einer starken Zeit seinen ersten Marathon. Mit Michael und Bene Ager hatte er übrigens zwei Mitstreiter von Triathlon Grassau als Pacemaker an seiner Seite. Zudem unterstützte ihn auch noch Sebastian Krause aus Grassau, der ja vor wenigen Wochen einen Ironman daheim erfolgreich absolviert und dabei Spenden gesammelt hat. Michael Gschwendner (ebenfalls Triathlon Grassau) fuhr die gesamte Strecke mit dem Rad vorweg und sorgte so für Tempo.

Jetzt verabschiedet sich Julian Erhardt erst einmal in die kurze Trainingspause. Gut zwei Wochen lang wird er nun nur das machen, worauf er Lust hat. »Also auch mal auf den Berg gehen«, lachte er. Danach wird der Profi die Vorbereitung auf die neue Triathlon-Saison bereits wieder starten – und zwar erst einmal mit viel Schwimmen und Radfahren sowie Kraft- und Athletiktraining. »Beim Laufblock werde ich länger pausieren«, betonte er. »Ich muss jetzt erst einmal schauen, wie mein Körper auf den Marathon reagiert.«

»Man muss abwarten, wie sich die Lage entwickelt«

Für 2021 wünscht sich der Überseer dann vor allem eines: »Ich hoffe, dass es dann eine normale Saison geben wird.« Konkret hat er für das neue Jahr noch keine Rennen in Aussicht. »Da muss man jetzt erst einmal abwarten, wie sich die Lage entwickelt«, hob er hervor. »Das steht aktuell ja alles in den Sternen. Aber die eine oder andere Mitteldistanz wird es dann hoffentlich schon geben.«

Und er will, sofern das Rennen Anfang Juli dann auch stattfindet, im nächsten Jahr unbedingt in Roth vorbeischauen, um dort die Bedingungen zu checken. Denn Erhardts Pläne gehen schon über das Jahr 2021 hinaus. »2022 will ich vielleicht meine erste Langdistanz machen«, verriet der Sportler. Und das eben dann nach Möglichkeit in Roth, der Triathlon-Hochburg in Deutschland. »Ich hätte sehr viel Lust darauf, weil Roth ein absolutes Highlight ist.« SB

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