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»Positive Entwicklung« bei den Eisschnellläufern

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Roxanne Dufter (vorne) ist wie die anderen Inzeller Eisschnellläufer von der neuen Ausrichtung des Trainings überzeugt. (Foto: Wukits)

Es ist eine etwas andere Atmosphäre in der Inzeller Max-Aicher-Arena als bei früheren Lehrgängen der deutschen Eisschnelllauf-Nationalmannschaft: Während die Temperaturen im Freien auf bis zu 30 Grad klettern, tummeln sich auf der 400-Meter-Bahn die deutschen Kufenflitzer mit allen Inzeller Sportlern bei acht Grad. Manche Sportler sind dick vermummt – die Erkältungsgefahr ist bei diesen Temperaturunterschieden besonders groß.


Neu auf der Eisfläche ist Jan van Veen, der Cheftrainer der Allroundmannschaft. Der 46-jährige Holländer greift immer wieder in die Trainingsabläufe ein, holt sich die Sportler zu Einzelgesprächen.

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»Für manche ist das ein Kulturschock«

Auch Danny Leger, seit Frühjahr einer der leitenden Disziplintrainer und verantwortlich für den A-Kader, schaut penibel auf seine Sportler. »Wir haben unser System deutlich verändert. Wir machen mehr Umfänge, die nicht mehr so lang, aber desto intensiver sind. Für manche ist das ein Kulturschock, wir in Inzell trainieren bereits länger in diese Richtung«, erklärt Leger.

Jan van Veen und Danny Leger sollen die deutschen Eisschnellläufer wieder in die Spur bringen. Zu hohe Erwartungen dämpft Leger aber. »Jedes Konzept braucht eine Anlaufzeit. Noch ist die Richtung nicht genau abzusehen. Auf lange Sicht muss es aber nach oben gehen. Ob wir gleich im ersten Jahr die Früchte ernten, die wir uns erhoffen, wird sich zeigen.«

Eines ist aber klar: Die Technik steht beim Training im Vordergrund. Jan van Veen gilt als ein Verfechter der feinen Technik. Nicht umsonst war er zuletzt sehr erfolgreich in einem holländischen Privatteam tätig.

»Es kommt auch darauf an, wie schnell die Sportler das umsetzen, was wir fordern. Aber wir sehen nach jetzt drei Lehrgängen eine positive Entwicklung«, freut sich Danny Leger und fügt hinzu: »Im Leistungssport wirst du immer an Erfolgen gemessen. Diesem Druck werden wir uns stellen. Aber es wird auch keinem Sportler der Kopf abgerissen, wenn es mit den Medaillen nicht gleich klappt.«

Die Inzeller Kufenflitzer sind von der neuen Ausrichtung überzeugt: »Es ist alles ein wenig anders, es ist ein gutes Gefüge im Team. Ich bin zufrieden und denke, ein Schritt nach vorne ist durchaus möglich«, sagt Gabi Hirschbichler. Ihrem Bruder Hubert Hirschbichler gefällt vor allem, dass der neue Trainer viel mit den Sportlern spricht. »Er ist, was die Technik betrifft, ein absoluter Fachmann und sehr professionell.«

»Die Kombination von Jan und Danny ist sehr gut«

Ähnlich sieht es auch der Jüngste im Team, Joel Dufter: »Die Kombination von Jan und Danny ist sehr gut. Jan ist für alle Fragen sehr offen. Ein super Mensch und Trainer.« Roxanne Dufter ist erst später zum Team gestoßen. Zuvor musste sie einen Lehrgang bei der Bundeswehr bestreiten. »Ich habe viele neue Eindrücke gewonnen. Wir glauben daran, dass daraus einiges werden kann. Ich habe zwei, drei Baustellen, an denen wir arbeiten müssen.«

Sehr viel Feedback von beiden Trainern bekommt auch Langstreckenspezialist Moritz Geisreiter. »Es kommen intensive Rückmeldungen vom Eis, vor allem technischer Art. Es geht um die Art der Schritte in den Kurven und auf den Geraden. Danny hat schon immer viel mit uns gesprochen und auf die Technik geschaut. Es bringt uns alle vorwärts, wenn wir an einem Strang ziehen und unser gemeinsames Leitbild verfolgen.« SHu