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Positive Bilanz der heimischen Radprofis

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Benjamin Edmüller (vorn) und Benedikt Kendler (rechts, in den orangefarbenen Trikots) auf der Schlussetappe der Österreich-Rundfahrt in Wien. (Foto: G. Huber)

»Hart, härter, Ö-Tour« – dieses vielsagende Fazit zogen die beiden heimischen Radprofis Benjamin Edmüller (Hochstätt) und Benedikt Kendler (Neukirchen) nach der 65. Internationalen Österreich-Rundfahrt, die mit einem Heimerfolg endete: Riccardo Zoidl trug den Gesamtsieg davon und ließ sich von tausenden Fans vor dem Wiener Burgtheater feiern.


»Mit meiner ersten Österreich-Rundfahrt bin ich sehr zufrieden«, bilanzierte Bene Kendler, »ich habe viele Erfahrungen sammeln können und es hat großen Spaß gemacht, gegen die großen Champions wie Fabian Cancellara Rennen zu fahren.«

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Auch Edmüller zog nach seiner Ö-Tour-Premiere »ein positives Fazit. Für die Mannschaft der beiden, das oberösterreichische Continental-Team Gebrüder Weiss-Oberndorfer, sei es »enorm wichtig gewesen, ein engagiertes Rennen zu fahren und so häufig wie möglich in den Fluchtgruppen vertreten zu sein«, so Edmüller. Der Hochstätter sicherte sich sogar den 15. Platz in der Bergwertung – das ist mehr als nur ein Achtungserfolg!

Edmüllers sportliche Glanzlichter lieferten die dritte und sechste Etappe. Auf dem Tagesabschnitt von Heiligenblut nach Matrei konnte sich der 25-Jährige gut in Szene setzen. Diese Etappe war wegen eines Felssturzes am Felbertauern etwas entschärft worden, sodass nur zwei leichtere Bergwertungen zu absolvieren waren.

Gleich nach der Neutralisation setzte sich der Russe Michail Ignatjew (Olympiasieger 2004 im Punktefahren) vom Feld ab und baute seinen Vorsprung schnell auf etwa zwei Minuten aus. »Als das Feld nach weiteren Attacken etwas an Tempo herausgenommen hatte, hat mir Bene Kendler mustergültig einen Angriff vorbereitet«, berichtet Edmüller, »erst war es für mich zwar schwer, den Vorsprung aufs Feld auszubauen, doch an der ersten Bergwertung am Iselsberg wurde der Vorsprung dann größer und betrug maximal vier Minuten. Leider habe ich es nicht geschafft, zu Ignatjew aufzuschließen und bin nach einer 50 Kilometer langen Solofahrt wieder vom Feld geschluckt worden.« Auch der Russe wurde gestellt. Es kam zu einem Massensprint, den Ex-Weltmeister Thor Hushovd (Norwegen) für sich entschied.

Auf dem sechsten Tagesabschnitt gelang es Edmüller, mit zwei weiteren Fahrern kurz nach dem Start auszureißen. »Unser Vorsprung hat sich bei fünf Minuten eingependelt. Er fing zwar langsam an zu schmelzen, aber zwischenzeitlich habe ich echt daran geglaubt, dass wir mit dieser Gruppe ankommen.«

Edmüller, Julien Fouchard und Christoph Springer gaben alles, doch im Feld organisierte das Team Sky die Nachführarbeit für seine beiden Sprinter Bernhard Eisel und Christopher Sutton – »und 15 Kilometer vor dem Ziel sind wir leider gestellt worden«, analysiert der Hochstätter. Diese Etappe gewann der amtierende Mailand-San Remo-Sieger Gerald Ciolek.

Kendler schloss die Ö-Tour als Gesamt-111. ab, Edmüller landete auf Platz 130. An den acht Renntagen saßen beide knapp 29 Stunden im Sattel. cs