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Podestplatz für Martin Tekles

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Er zeigte eine starke Leistung und wurde DM-Dritter: Martin Tekles.

Martin Tekles gelang bei der Deutschen Meisterschaft im Seilklettern ein hervorragender 3. Platz. Eigentlich zählte der Grassauer nicht zu den Favoriten und war zudem durch eine Fingerverletzung und eine Erkältung etwas gehandicapt. Umso mehr freute es den 27-Jährigen, einen Platz auf dem Treppchen ergattert zu haben.


In Darmstadt trafen sich die besten Kletterer. Für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert waren die Bundeskaderathleten, hinzu kamen die besten acht Teilnehmer aus den Ausscheidungswettkämpfen der Süddeutschen-/Westdeutschen und Nordostdeutschen Meisterschaften.

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Nach der Qualifikation, einem Halbfinale der besten 20 und dem abschließenden Finale der besten acht Athleten wurde der deutsche Meistertitel vergeben. Anders als im Weltcup fand die Deutsche Meisterschaft allerdings nur an einem Tag statt – beim Weltcup verteilen sich die Runden auf zwei Tage, was eine bessere Regeneration ermöglicht.

Zu den Favoriten zählte neben Jan Hojer (Hessen/3. Platz Weltmeisterschaft 2018), Sebastian Halenke (BaWü/3. Platz Europameisterschaft, Weltcupgewinner), Yannik Flohé (NRW/Jugendvizeweltmeister) auch David Firnenburg (NRW). Martin Tekles wurde aufgrund des internationalen Saisonverlaufs nicht zu den Favoriten gezählt, er hatte sich zuletzt auf den Abschluss seines Studiums konzentriert. Hinzu kamen eine langwierige Fingerverletzung, die aktuell noch nicht vollständig auskuriert ist, und ein erkältungsbedingter Trainingsrückstand.

Auch am Wettkampftag kämpfte Tekles gegen Fieber und Husten an. Bereits während der Qualifikation kam es zu taktischem Verhalten mehrerer Athleten, die nicht ihr volles Potenzial zeigten, um sich so Kraft für die nächsten Runden zu sparen. So platzierten sich Tekles, Flohé und Hojer im Mittelfeld.

Im Halbfinale mussten die Athleten an der enormen, 17,5 Meter hohen und bis zu 11 Meter überhängenden Wand des Kletterzentrums in Darmstadt eine sehr ausdauernde Tour bewältigen. Überraschend war, dass Halenke aufgrund eines Regelverstoßes disqualifiziert wurde und nur auf dem 26. Platz landete. Hojer verfehlte das Finale um einen Platz, während sich Tekles als Siebter qualifizierte.

Tekles konnte als zweiter Teilnehmer des Finales bereits eine sehr gute Höhe in der anspruchsvollen Tour erzielen. Zahlreiche der folgenden Teilnehmer fielen eher ins Seil als Tekles. Lediglich Martin Phillip (Bayern) kletterte zwei Griffe und David Firnenburg (NRW) vier Griffe weiter, und Firnenburg sicherte sich so den Sieg. Mit dem 3. Platz ist Tekles sehr zufrieden: »Gesundheitlich angeschlagen in einen Wettkampf zu gehen ist nicht nur physisch, sondern auch mental sehr fordernd. Unter den Vorzeichen einer mäßigen internationalen Saison, aufgrund der Belastung des Studienabschlusses, kann ich mich in diesem Teilnehmerfeld sehr glücklich schätzen.«

Nun steht eine wohlverdiente Saisonpause an. Danach geht es in die Vorbereitung auf das wichtigste Jahr des Wettkampfkletterns. Mit Weltmeisterschaften und Europameisterschaften stellt 2019 das Jahr der Qualifikation für Olympia 2020 dar. tb