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Pletschacher nach dem Titelgewinn »überglücklich«

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Er durfte sich über seinen Titelgewinn freuen: der Ruhpoldinger Stefan Pletschacher. (Foto: Weitz)

Über eine starke Leistung vor mäßiger Kulisse durfte sich Stefan Pletschacher freuen: Der Ruhpoldinger Eisspeedway-Pilot holte sich in Berlin vor knapp 800 Zuschauern den Titel als Deutscher Meister.


»Ich bin überglücklich«, so Pletschacher im Gespräch mit der Sportredaktion. Der 35-Jährige hatte schon in den Vorläufen der DM gute Fahrten gezeigt, ehe er im letzten Vorlauf auf seine Hauptkonkurrenten Max Niedermaier (Edling) und Hans Weber (Schliersee) traf. »Die sind beide vorher schon stark gefahren, da wusste ich, dass es schwer wird.« Doch beim Versuch, Pletschacher zu überholen, stürzte Niedermaier und fiel aus. Dennoch hatte auch der 25-jährige Edlinger das A-Finale der vier Punktbesten erreicht, ebenso wie Weber und Markus Jell (Altfraunhofen).

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Im Finale »haben sich Weber und Niedermaier einen Zweikampf geliefert, und so konnte ich gut davonfahren«, berichtet Pletschacher. Doch als Weber stürzte, musste das Rennen abgebrochen werden. Bei der Neuauflage »habe ich mich beim Start eingegraben, aber zum Glück konnte ich den Max bald überholen«, zeigt sich der Ruhpoldinger erleichtert. So wurde er Meister vor Niedermaier und Jell, Weber war als Sturzverursacher zum Wiederholungslauf nicht zugelassen und musste sich mit Rang vier begnügen.

Ins B-Finale hatte sich der junge Inzeller Franz Mayerbüchler gekämpft. Der 20-Jährige traf hier auf den Österreicher Charly Ebner sowie die beiden Schweizer Ronny Häring und Martin Glarner. Hinter Ebner wurde Mayerbüchler Zweiter, das heißt Sechster in der Tageswertung und Fünfter der DM-Wertung. Nach der verletzungsbedingten Absage von Titelverteidiger Günther Bauer (Schleching) waren elf Piloten am Start, darunter sieben Deutsche.

An den folgenden Tagen wurde in Berlin die Ice-Challenge ausgetragen. Dabei bewies Rekordweltmeister Nikolaj Krasnikow, dass er auch zwei Jahre nach seinem Rücktritt vom Leistungssport nichts verlernt hat. Er holte – wie der aktuelle Weltmeister und WM-Spitzenreiter Daniil Iwanow – 28 Punkte. So musste dieses Duo ins Stechen um den Gesamtsieg, das Krasnikow zu seinen Gunsten entschied.

Doch es gab noch ein weiteres beeindruckendes Comeback: Harald Simon, der sich beim Grand Prix in Blagowestschensk verletzt hatte, ging in Berlin erstmals seit seinem Sturz wieder aufs Eis und wurde Vierter. Der Österreicher verbuchte 24 Punkte, neben Krasnikow und Iwanow war nur noch Dimitri Koltakow (27) besser.

Schon mit einigem Abstand folgen hinter ihm Jan (18) und Antonin Klatovsky (beide Tschechien/16) sowie Antti Aakko (15) und Max Niedermaier (15). Der Finne Aakko mischte lange im Vorderfeld mit, doch im dritten Lauf des zweiten Tages schied er aus. »Er hat sich vier Rippen gebrochen und wird beim Grand Prix in Inzell ausfallen«, so Pletschacher. Dabei hatte Aakko sich schon beim GP-Auftakt in Krasnogorsk zwei Rippen gebrochen gehabt und dann den GP in Blagowestschensk auslassen müssen.

»Ich hatte schon das Rennen in Inzell im Hinterkopf und habe deshalb nicht immer alles riskiert, ebenso wie einige andere Piloten auch«, berichtet Pletschacher. Zudem »hatte ich anfangs Probleme mit dem sulzigen Eis, aber ab dem dritten Lauf am ersten Tag lief es ganz gut«. So kam immerhin noch der zehnte Platz (13 Punkte) heraus.

Das stürmische Wetter machte auf der Freiluftbahn nicht nur den Fahrern, sondern auch den Organisatoren zu schaffen, die sich mit einer Kulisse von je gut 2000 Zuschauern pro Challenge-Tag begnügen mussten. Dennoch war es für die Fahrer ein willkommener Test vor dem WM-Finale am kommenden Wochenende in Inzell – und dort wird Pletschacher dann als amtierender Deutscher Meister auftreten. who