Pferdefreunde Pertenstein: Jubiläumsturnier mit 340 Reitern

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Der Pferdesport in Pertenstein ist auch mit großen Namen verbunden. Im Gründungsjahr 1971 besuchte der bekannte Springreiter Fritz Thiedemann (rechts) Pertenstein. Links auf dem Foto ist Eduard Plaschka, der Bruder von Erich Plaschka zu sehen.

Das am 1. Mai 1971 von Brosi Fischer, Erich Plaschka und weiteren Pferdesportbegeisterten initiierte Reitturnier auf dem neugebauten FC-Platz in Traunreut war der Durchbruch für den Reitsport in Schloss Pertenstein. Seither ist das über 700 Jahre alte Wasserschloss untrennbar mit dem Pferdesport verbunden. Das 50-jährige Bestehen feiern die Pferdefreunde Pertenstein im Rahmen des traditionellen Spring- und Reitturniers am kommenden Wochenende in Pertenstein.


340 Reiter mit über 500 Pferden werden bei dem zweitägigen Turnier im Springen und in der Dressur an den Start gehen. Ursprünglich sollte das Turnier bereits im Mai stattfinden. Aufgrund der hohen Corona-Auflagen wurde es verschoben und kann jetzt mit gelockerten Auflagen ausgetragen werden. »Alle sind heiß auf das Turnier«, sagte der Vorsitzende der Pferdefreunde und Turnierleiter Josef Maier der Sportredaktion des Traunsteiner Tagblatts.

Die Spring- und Dressurprüfungen finden parallel am Samstag und Sonntag statt. Insgesamt 26 Prüfungen stehen auf dem Turnierprogramm. Höhepunkt ist das M-Springen mit Siegerrunde am Sonntag um 16 Uhr um den »Großen Preis von Pertenstein.« Ein weiterer Höhepunkt am Sonntag ist neben der L-Dressur die zweite Qualifikation um die Ü-50-Trophy im E-Springen.

Der Samstag ist in erster Linie der Jugend gewidmet. Um den Nachwuchs für den Turniersport zu begeistern, wird erstmals der Modellversuch des Pferdesportverbands Oberbayern angewandt, der eine Sprunghöhe ab 65 Zentimetern erlaubt. »Dieser Modellversuch ist ein Anreiz, um die Jugend besser bei der Stange zu halten«, sagt Maier.

Am Sonntag gegen 14.30 Uhr stehen die Parcours kurz still. Vier Mitglieder der Pferdefreunde, die dem Verein seit 50 Jahren die Treue halten, werden geehrt. Darunter auch der Vorsitzende Josef Maier, der sich noch gut an die Anfänge erinnern kann. Er war damals elf Jahre alt und ist quasi mit den Pferden in Pertenstein aufgewachsen. Sogar an die Namen der ersten Pferde, die in den Gutshofställen standen, kann er sich noch erinnern: »Das waren der Blitz, der Admiral, die Lola und die Lilia und der Salento.«

Die Männer der ersten Stunde, Brosi Fischer und Erich Plaschka, können das Jubiläumsturnier nicht mehr miterleben. Brosi Fischer ist im Mai verstorben, Erich Plaschka bereits 2015. Mit Gleichgesinnten haben sie 1991 die »Pferdefreunde Traunreut Reitsportabteilung« als Unterabteilung im FC Traunreut gegründet. 1973 löste sich die Abteilung auf und machte sich 1974 als »Pferdefreunde Pertenstein« mit anfänglich 300 Mitgliedern selbstständig. Seither finden in Schloss Pertenstein regelmäßig das Maiturnier und das Turnier im Herbst um den »Großen Preis von Pertenstein« statt.

Auf dem Gelände wurden Reitplätze und Reitwege geschaffen und nicht zuletzt eine Reithalle (Rundhalle), in der auch große kulturelle Veranstaltungen stattfinden. An der Stelle, wo sich zu Hofmark-Zeiten die sogenannte Kleine Gerichtsbarkeit befand, entstand 1989 das Richterhaus mit Vereinsheim der Pferdefreunde.

Der Pferdesport in Pertenstein ist auch mit großen Namen wie Otto Becker oder Sönke Söhnksen verbunden. Söhnksen und Becker, der auch Cheftrainer der deutschen Springreiter war, sind bei den Turnieren in Pertenstein schon mitgeritten und die Mutter des Weltklassepferds »Küchengirl« hat in Pertenstein den »Großen Preis« gewonnen. Im Gründungsjahr der Pferdefreunde, im Dezember 1971, war auch der erfolgreiche Springreiter Fritz Thiedemann zu Besuch in Perten-stein. ga

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