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Patrick Schön und Max Bauer wenden die Blamage ab

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Traunsteins Max Bauer (rechts, hier im Duell mit Ryosuke Ishihara vom TuS Geretsried) sicherte seinem Team mit seinem Treffer zum 2:2 in Vilsbiburg zumindest noch einen Punkt. (Foto: Weitz)

Der SB Chiemgau Traunstein hat die Total-Blamage gerade noch mal abgewendet: Beim Tabellenschlusslicht der Fußball-Landesliga Südost, dem TSV Vilsbiburg, erreichten die Schützlinge von Trainer Jochen Reil am Samstag vor 90 Besuchern nach einem 0:2-Pausenrückstand immerhin noch ein 2:2-Remis. In der Schlussphase waren die Gäste dem Sieg sogar näher als die Niederbayern.


Der Tabellenfünfte ließ zwar insgesamt fünf Punkte gegen die Kicker von der Vils liegen – das Hinspiel hatten die Traunsteiner mit 1:2 vergeigt –, doch die Vorstellung, die der SB Chiemgau nach dem Seitenwechsel bot (Reil hatte zur Pause einen Dreifach-Wechsel vorgenommen), war absolut okay. Das Tempo wurde erhöht, das Kellerkind unter Druck gesetzt und Chancen kreiert. Für den nun anstehenden Heimspiel-Doppelpack gegen den TuS Holzkirchen (Samstag, 12. November, 15 Uhr) und den Inn/Salzach-Rivalen SB Rosenheim (Samstag, 19. November, 15 Uhr) empfahl sich die Mannschaft um Kapitän Patrick Schön wenigstens teilweise.

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Der Abstand nach oben bleibt konstant

Außerdem sind für den SBC zwei weitere Aspekte sehr positiv: Einerseits blieb der Abstand nach oben konstant, weil die Top-Teams auch nicht gewonnen haben oder spielfrei waren. Zum anderen gab Florian Griesbeck in der »Zweiten« beim 2:0-Sieg in der Kreisklasse IV in Berchtesgaden das »Comeback des Jahres«, wie es Traunsteins Pressesprecher Peter Mallmann formulierte. Der Offensivmann, der wegen eines Knorpelschadens im Knie länger als ein Jahr pausieren musste, erzielte dabei sogar einen Treffer. Durchaus denkbar, dass er auch bald für die Landesliga-Mannschaft ein Thema wird.

Auch wenn die SBC-Kicker in Vilsbiburg auf Kunstrasen spielen mussten und von vornherein darauf eingestellt waren, so hinterließ die Art und Weise, wie die Niederbayern ihre »Platzwahl« vornahmen, doch einen faden Beigeschmack. Denn: Eine Nachwuchspartie wurde auf dem laut Mallmann »herrlichen Rasenplatz« ausgetragen. »Das kann’s dann doch nicht sein, ich habe auf jeden Fall Fotos gemacht und werde die auch dem Landesliga-Spielleiter zusenden«, so der Traunsteiner Pressemann. Als »Frechheit« hatte auch Reil bereits im Vorfeld der Begegnung die »Platzwahl« des TSV bezeichnet.

»Wir haben zwar auch einen Kunstrasen, aber einen wesentlich besseren und vor allem auch viel größeren«, sagt Mallmann, »da hilft es dir halt nicht viel, wenn du im Vorfeld auch mal auf Kunstrasen trainierst, weil das Ballverhalten dann doch ein ganz anderes ist.«

So lagen die Traunsteiner, die eine erste Möglichkeit von Daniel Willberger ungenutzt ließen (Glanzparade von Torwart Philipp Preiß) zur Pause nach Flachschuss-Treffern von Niels Wagensonner (15. Minute) und Betim Nikqi (36.) mit 0:2 im Rückstand. Am zweiten Gegentreffer war auch der sonst wieder souveräne Torwart Issa Ndiaye nicht ganz unschuldig. Im Spielaufbau leistete er sich einen Fehlpass, ehe die Kugel über die Stationen Wagensonner und Marcel Beischl bei Nikqi landete, der schließlich vollendete. Unverdient war der Pausenstand nicht, denn die Hausherren hatten auch schon beim Stand von 0:0 am Aluminium angeklopft (Lattenkopfball von Nikqi).

Wie verwandelt kamen die bis dahin zweikampfschwachen und wenig präsenten Traunsteiner aus der Kabine – und stellten bis Mitte der zweiten Halbzeit den Gleichstand her. Tempo und Passgenauigkeit wurden nun erhöht, der Druck auf die »Kiste« von Preiß immens erhöht. Vor allem über Alex Schlosser liefen jetzt viele Angriff, und der Ex-Kolbermoorer war auch am Anschlusstreffer beteiligt, den Patrick Schön mit einem sehenswerten Flachschuss ins lange Eck erzielte (57.).

Zehn Minuten später fing Max Bauer an der Mittellinie einen Vilsbiburger Angriff ab, zog auf und davon und beförderte das Leder aus 25 Meter als Aufsetzer zum 2:2 in die Maschen. Reil hatte längst von Vierer- auf Dreierkette umgestellt und diese Maßnahme sollte sich auch in der Folge auszahlen. Der Vorwärtsgang blieb drin, und als Yannick Weiß nach einem Angriff über Alex Schlosser und Schön zum Kopfball ansetzte, hatten die mitgereisten SBC-Fans den Torschrei schon auf den Lippen – die Kugel flog jedoch knapp daneben.

SBC Traunstein hat mehr von dem Unentschieden

Auch als Maxi Probst Keeper Preiß bereits überwunden hatte, brannte es lichterloh im TSV-»Sechzehner«, doch diesmal bereinigte ein Vilsbiburger Abwehrspieler die Situation in höchster Not. So blieb es beim 2:2, das den Gästen wohl mehr bringt als dem Abstiegskandidaten – denn dessen Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze ist nach wie vor riesengroß. Dagegen mischt der SB Chiemgau bei aktuell nur sechs Punkten Rückstand auf Klassement-Führer TSV Kastl weiter im Konzert der Großen mit.

TSV Vilsbiburg: Preiß, Aumeier, Eglseder, Nikqi, Rabanter, Räde, Grüneis (82. Kastrati), Beischl (73. Bux), Giglberger, Gruber, Wagensonner.

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Bauer, Dominik Schlosser, Schön, Probst, Willberger, Mook (46. Alexander Schlosser), Daniel, Weiß, Vordermayer (46. Wimmer), Galanek (46. Mayer).

Schiedsrichter: Reus (TSV Reichenberg).

Zuschauer: 90.

Tore: 1:0 Wagensonner (15.), 2:0 Nikqi (36.), 2:1 Schön (57.), 2:2 Bauer (67.). cs