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Pallinger Judoka machten es spannend

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Ralf Böhm, Teisendorfer in Pallinger Diensten, holte einen Sieg mit Ippon gegen den mehrfachen Masters-Europameister Erich Ivinger aus Österreich. (Foto: Wittenzellner)

»Da war wieder Pfeffer in der Partie«, sagte Pallings Abteilungschef Ludwig Tradler nach dem knappen 10:9-Erfolg seiner Landesliga-Judokämpfer gegen den PSV München. Wesentlichen Anteil an dem Erfolg hatten Thomas Geisreiter und Ralf Böhm. Letzterer schaffte es sogar, den früheren österreichischen Kader-Judoka Erich Ivinger mit Ippon zu besiegen.


Von der Tabellenkonstellation her waren die Pallinger favorisiert, doch aufgrund der fehlenden Besetzung im Schwergewicht ging der TSV mit vier Punkten Rückstand in den Kampf. Pallings Simon Angerpointer eröffnete die Begegnung im Halbschwergewicht (90 kg) in einer kampfbetonten Partie gegen den Österreicher Florian Frischmann. Beide holten im Kampfverlauf eine mittlere Wurfwertung (Waazari), Frischmann konnte noch eine kleine Wertung (Yuko) erzielen und brachte Angerpointner in Zugzwang, der kurz vor Schluss durch einen Festhalter bezwungen wurde.

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Genauso spannend verlief der darauf folgende Kampf. Eric Koschmieder ging gegen den Pallinger Dominik Reiter mit einer Yuko-Wurfwertung in Führung, erhielt aber durch Passivität zwei Bestrafungen, was Gleichstand bedeutete. In den Schlusssekunden besiegte Reiter den PSVler mit einer Innensichel (O-uchi-gari). Auf hohem Niveau war der Kampf im Halbmittelgewicht (73 kg) zwischen Stefan Hirschsteiner und Pallings Johannes Ametsbichler, wobei der Münchner mit zwei Waazari–Standwertungen den Kampf für sich entschied.

Der Münchner Andreas Bichler konnte Timo Reiter nicht Paroli bieten, Reiter punktete kompromisslos mit seiner Spezialtechnik Seoi-nage (Schulterwurf). Das Mittelgewicht (bis 81 kg) dominierte Palling, ein schneller Ippon gelang dabei Sebastian Brunner. Michael Pichler wurde durch eine große Außensichel (O-soto-gari) erfolgreich zu Fall gebracht und Bernhard Huber holte ebenso überzeugend einen Punkt für Palling durch einen Außendrehwurf (Soto-maki-gomi) gegen Konstantin Pichler.

Spannend war das Duell im Leichtgewicht (66 kg) zwischen Ralf Böhm und Thomas Lorenz, wobei Böhm durch einen Konterwurf (Waazari) die Oberhand behielt. Der österreichische Ausnahmejudoka Erich Ivinger konnte den Pallinger Tom Geisreiter mit Körperwurf (Tsur-gomi-goshi) bezwingen. Die Schwergewichtler (plus 90 kg) beendeten zum Abschluss des ersten Durchgangs die Partie.

Palling konnte hier keine echten Schwergewichtler aufstellen, München war mit den routinierten Kovacevic-Brüder gut besetzt. Kampflos ging das erste Duell an den PSV. Der aufgerückte Mittelgewichtler Benjamin Huber schaffte fast die Sensation, mit einem Selbstfaller (Sumi-gaeshi) konnte er Nenad Kovacevic werfen. Doch der Ippon für Palling wurde von den Seitenrichtern zu einem Waazari degradiert. Danach konnte Huber dem dynamischen Hüftwurf (O-goshi) des PSV-Trainers nichts entgegensetzen. Das 5:5 ließ für beide Mannschaften alles offen.

Brunner wollte Frischmann im Halbschwergewicht mit seinem starken Griffkampf zermürben, verlor aber nach einem Festhalter. Remis endete die Partie zwischen Angerpointner und Koschmieder, die sich nichts schenkten. Im Halbmittelgewicht nutzte Münchens Hirschsteiner einen schwachen Beginn von Timo Reiter rigoros aus und siegte durch eine Innensichel. Erst Ametsbichler brachte Palling mit einer Würgetechnik gegen Bichler auf die Erfolgsspur zurück. Bernhard Huber fegte mit einem »Blitz-Ippon« Michael Pichler von den Beinen, auch Benjamin Huber konnte im Mittelgewicht mit einem Hüftwurf gegen Konstantin Pichler punkten – 8:7 für Palling.

Enorm wichtig war der Sieg im Leichtgewicht von Geisreiter durch eine Würgetechnik gegen Lorenz, damit sicherte er Palling den neunten Punkt. Spektakulär und völlig unerwartet war der für den Gesamtsieg entscheidende Erfolg von Böhm, der den österreichischen Spitzenkämpfer und mehrfachen Masters-Europameister Ivinger mit einem reaktionsschnellen O-soto-gari (Große Außensichel) besiegte und damit die schon verloren geglaubte Partie zugunsten der Pallinger drehte.

Die nachfolgenden Schwergewichtskämpfe wurden kampflos an den PSV abgegeben, das Endresultat lautete 10:9 für den TSV Palling, dem der dritte Tabellenplatz damit sicher ist. awi