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Pallinger Judoka bewiesen Moral

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Die Zeichen standen nicht gut für die Pallinger Judoka im zweiten Kampf der Landesliga Süd. Nach der Niederlage zum Auftakt plagten die TSV-Kämpfer gegen Königsbrunn arge Personalsorgen. Dennoch wurden die Schwaben etwas überraschend, aber verdient mit 10:8 bezwungen.


Dominik Reiter (90 kg) eröffnete den ersten Durchgang gegen Martin Dankert, der durch einen gezogenen Innenschenkelwurf (Uchi mata) vorzeitig punktete. Auch Christoph Dienhart konnte den Königsbrunner kein Paroli bieten; Marc Schäfer gewann durch einen Hüftbeinwurf (Harai goshi). Kein gelungener Auftakt für die Pallinger, nun musste die Wende kommen, sonst würden die Schwaben schon im ersten Durchgang den Sack zu machen.

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Johannes Ametsbichler (73 kg) konterte mit einem Gegendrehwurf und bekam dafür eine Wazaari-Wertung. Dank seiner routinierten Bodenarbeit bezwang er Patric Hahmann vorzeitig. Xaver Schwarz überraschte Sebastian König mit einem tollen Kopfwurf (Tomoe nage) und glich damit zum 2:2 aus. Mit gleich vier Wurfwertungen konnte der Pallinger Benjamin Huber (81 kg) den Königsbrunner Christian Hör besiegen. Gleich die erste Aktion von Sebastian Brunner, ein fulminanter Schulterwurf gegen Florian Mücke, brachte die zwischenzeitliche 4:2-Führung für Palling.

Der Teisendorfer Leichtgewichtler Ralf Böhm (66 kg) setzte sich in einem über die volle Kampfzeit hart und technisch stark geführten Kampf mit einem Wazaari-Vorteil nach einem Gegendrehwurf gegen David Schlagowski durch. Der Königsbrunner Jan Michael König stoppte den Siegeslauf der Pallinger; Tom Geisreiter verlor. Da die Gastgeber im Schwergewicht keinen Kämpfer stellen konnten, gewannen Andreas Mayer und Michael Tengler kampflos.

Pallings Trainer Sepp Reiter rochierte mutig und veränderte die Mannschaft auf vier Positionen – der Aufstellungspoker ging im zweiten Durchgang auf. Enorm wichtig war das Remis von Reiter (90 kg) gegen Schäfer zum Auftakt, beide gingen körperlich an ihr Limit. Keine Chance hatte dagegen Dienhart; der Königsbrunner Uchi mata-Spezialist Dankert setzte seine Kampftechnik kompromisslos durch. Timo Reiter (73 kg), erstmals seit seiner Knieverletzung wieder im Kampfeinsatz, besiegte den Königsbrunner König mit seinem Schulterwurf nach 20 Sekunden. Schwarz zeigte diesmal hervorragende Bodenarbeit und erarbeitete sich einen Festhalter, aus dem Hahmann nicht mehr entrinnen konnte. Ametsbichler, aufgerückt ins Mittelgewicht (81 kg), demonstrierte ebenfalls seine Bodenkampfstärke; mit einer Würgetechnik zwang er den Schwaben Mücke zur Aufgabe.

Den folgenden Kampf dominierte Brunner. Fünf kleine Standwurfwertungen (Yuko) und zum Schluss ein toller Hüftbeinwurf (Harai goshi) mit Ippon gegen den Königsbrunner Hör – damit brachte der Pallinger die Heimmannschaft mit 9:6 in Front. Ein Kampf auf Biegen und Brechen folgte im Leichtgewicht, Böhm führte mit einer kleinen Wertung nach einem Tomoe nage (Kopfwurf), aber sein Gegenüber König glich aus. Beide agierten und reagierten; das Remis der Beiden war absolut sehenswert. Pech hatte Geisreiter: Eine zu schnelle Gegenreaktion wurde als Siegpunkt der Königsbrunner gewertet. Damit nahm Königsbrunn wieder Tuchfühlung auf und der TSV Palling hatte beim Zwischenstand von 9:7 kein Schwergewicht.

»Mann des Kampftages« war der Pallinger Huber, vom Mittelgewicht ins Schwergewicht aufgerückt. Nervenstark punktete er mit einer kleinen Wertung im Stand und hielt unmittelbar den Königsbrunner Sach mit einer Festhaltetechnik in Schach. Die darauffolgende Begegnung war bedeutungslos, Christoph Käser gab den letzten Punkt kampflos ab, Palling sicherte sich den 10:8-Sieg, der vor dem Hintergrund der fehlenden etatmäßigen Schwergewichtler und weiterer Stammkämpfer sehr beachtlich war.

Pallings Judo-Chef Ludwig Tradler war denn auch restlos zufrieden: »Ein Ergebnis, das ich mir gewünscht habe.« Er lobte vor allem die kämpferische Einstellung des Teams: »So traue ich der Mannschaft heuer viel zu.« In drei Wochen müssen die Pallinger wieder ran; dann geht es zum ungeschlagenen TSV Peiting. Tradler setzt auf die Moral seiner Schützlinge, denn: »In Peiting haben wir aus dem vergangenen Jahr noch eine Rechnung offen.« awi