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Packende Positionskämpfe auf dem Stadtkurs in Schleiz

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Rad-an-Rad-Duelle lieferte sich Markus Reiterberger (rechts) mit Ducati-Pilot Xavi Forés auch in Schleiz. (Foto: foto-art-arno)

Markus Reiterberger bleibt der einzige ernsthafte Konkurrent des führenden Ducati-Duos in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in der Klasse Superbike. Beim Rennwochenende in Schleiz kam der Obinger zweimal auf den dritten Platz und nimmt auch in der Gesamtwertung Rang 3 ein.


Nicht zu schlagen war auf dem Stadtkurs in Schleiz vor 25 000 Zuschauern der Stollberger Max Neukirchner: Sowohl im ersten als auch im zweiten Lauf konnte sich der Zweite der IDM-Gesamtwertung von seinen Konkurrenten absetzen.

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Spanien oder Deutschland?

Dagegen lieferten sich in beiden Durchgängen Neukirchners Ducati-Teamkollege Xavier Forés – der die SBK-Klasse anführt – und Reiterberger (Van Zon Remeha BMW) jeweils einen spannenden Zweikampf um Rang 2. Letztlich lag in beiden Fällen der Spanier knapp vor dem Obinger, erkannte aber an: »Ich musste hart kämpfen.« Bei großer Hitze heizte ihm der 20-jährige Titelverteidiger mächtig ein, und Forés wunderte sich ein wenig: »Bin ich hier in Spanien oder in Deutschland – so eine Hitze!«

»Es war nicht einfach für Fahrer und Motorrad, konstant über die lange Renndistanz von 18 Runden zu kommen«, bestätigt Reiterberger, »denn Schleiz ist körperlich die härteste Strecke für die Fahrer.«

Reiterberger lag im ersten Lauf sogar einige Zeit dicht hinter Neukirchner auf Rang 2, dann »habe ich mich beim Zurückschalten in den 5. Gang verschaltet, dies hat mich eine Sekunde gekostet. Somit war Max weg«, berichtet er. Mit Forés kämpfte er – wie auch im zweiten Durchgang – um Rang 2, doch letztlich reichte es nicht ganz.

Die »Roten« waren zu schnell

»Die Ducatis waren zu schnell. Das Team und ich haben alles gegeben, meine BMW funktionierte super, aber es fehlten einfach noch zwei Zehntelsekunden pro Runde, um um den Sieg zu kämpfen. Wir konnten wieder als Einzige mit den 'Roten' aus Italien mithalten und die Rundenzeit um über eine Sekunde steigern«, freut er sich. Dass ihn bei seinem »Heimrennen« auch noch zahlreiche Fans aus der Region begleitet hatten, gefiel ihm ebenfalls. Seine Bilanz: »Schleiz ist geil.«

Einen »Roten« konnte er ohnehin hinter sich halten, denn der von Ducati neu verpflichtete Lorenzo Lanzi kam auf die Plätze 8 und 4. Im ersten Durchgang lagen auch noch Michael Ranseder (Österreich/Honda), Gareth Jones (Australien/Yamaha). Stefan Nebel (Velbert/BMW) sowie Damian Cudlin (Australien/Kawasaki) vor dem Ex-WM-Piloten. Reiterbergers Teamkollege Bastien Mackels (Belgien) erreichte die Plätze 9 und 5. In der Gesamtwertung führt nun Forés mit 217 Punkten vor Neukirchner (196), Reiterberger (169) sowie Stefan Nebel (91).

Im ersten Lauf der Superstock-Klasse feierte Dominik Vincon (Knittlingen/BMW) den Sieg vor Marco Nekvasil (Österreich/BMW Fritze Tuning) sowie dem Niederländer Leon Bovee von Reiterbergers Team Van Zon Remeha BMW. Lucy Glöckner (Nordhorn) kam hier nicht ins Ziel, im zweiten Durchgang wurde sie Dritte hinter Nekvasil und Vincon, Rang 4 ging an Bovee. Ähnlich liest sich auch die Gesamtwertung: Nekvasil (206) führt vor Glöckner (170), Vincon (130) sowie Bovee (121).

Punkte für Chris Schmid

Gesamtzehnter ist der Pallinger Chris Schmid (51), der diesmal als elfter bzw. zwölfter Superstock-Pilot wieder eifrig Punkte sammelte. In der Klasse Supersport 600 übernahm Roman Stamm (Schweiz/Kawasaki) durch seinen Doppelsieg mit nunmehr 221 Zählern wieder die Gesamtführung vor Marvin Fritz (Gundelsheim/Yamaha), der die Ränge 2 und 4 verbuchte. Zweimal Dritter wurde Stefan Kerschbaumer (Österreich/Yamaha), der aber in der Gesamtwertung (155 Punkte) schon relativ klar zurückliegt.

Einmal Vierter und einmal Zweiter wurde hier der Salzburger Lukas Trautmann, der in dieser Klasse nur »Gast« ist und daher für die Punktewertung nicht gezählt wird. Dafür hat er im Yamaha-R6-Dunlop-Cup die Maximalpunktzahl geholt: Auch in Schleiz verwies er die Konkurrenten auf die Plätze. Bei 125 Zählern aus fünf Rennen hat er bereits deutlichen Vorsprung vor Dominik Engelen (69).

Mächtig spannend geht es in der Nachwuchsschmiede, dem ADAC Junior Cup, zu. Hier sicherte sich in dem heuer erstmals auf KTM-Motorrädern ausgetragenen Wettbewerb Tim Georgi (Berlin) den Sieg und damit auch knapp die Gesamtführung (79 Punkte) vor Lukas Tulovic (78) aus Eberbach. Tulovic kam mit gut 9,4 Sekunden Rückstand auf Georgi ins Ziel und verwies Marc Zellhöfer (Fürth/63 Punkte) um wenige Zehntelsekunden auf den dritten Platz.

Bei den Seitenwagen holte sich diesmal Josef Sattler/Stefan Trautner (Peilstein/Triftern) den Sieg vor Andre Kretzer/Jens Lehnertz (Konz/Wilsbach) und Jakob Rutz/Thomas Hofer (Schweiz). In der Gesamtwertung führt das beim WM-Lauf am Sachsenring schwer verunglückte Duo Kurt Hock (schwer verletzt) und Enrico Becker (er starb bei dem Unfall) mit 126 Punkten. Zweite sind Kretzer/Lehnertz (105) vor Rutz/Hofer (98,5) sowie Sattler/Trautner (98).

In Schleiz fanden zudem Rennen der IG Königsklasse mit 125-ccm- und 250-ccm-Maschinen statt. Natürlich waren die Viertelliter-Maschinen insgesamt die schnelleren. Den Sieg holte sich im ersten Durchgang Ron Schönfelder (Grünhain-Beierfeld), im zweiten Axel Friedrichs (Balingen). Jeweils Zweitschnellster mit der 125-ccm-Maschine war der Freilassinger Johann Karl, einmal hinter Reiner Scheidhauer (Saarbrücken), einmal hinter Patrick Unger (Oberlungwitz). Karl war im Feld der insgesamt knapp 30 Piloten einmal Zwölfter und einmal Neunter. who