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»Optimale Bedingungen« beim Trainingslager im Achental

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Er gibt beim »Club« die Richtung vor: Nürnbergs Trainer René Weiler. (Foto: Wirth)

»Wir hatten hier optimale Bedingungen«: Sehr angetan zeigten sich Trainer René Weiler und Wolfgang Wolf, Sportlicher Leiter beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg, vom sechstägigen Trainingslager des »Clubs« in Grassau. »Das Hotel war hervorragend, der Platz und die Gegend auch«, lobte Wolf.


Und das, obwohl ihm die Gegend auch einen seiner härtesten Tage bescherte. Wolf mischte nämlich bei einer speziellen Trainingseinheit mit. Trainer Weiler hatte schon am ersten Tag die Strecke vom Hotel Golf Resort Achental ausgesucht: Es ging gut 6,7 Kilometer bergauf in Richtung Hochplatte – rund 500 Höhenmeter waren zu bewältigen. 16 Mann liefen in Zweierteams den Berg hoch. »Da habe ich mich ganz schön hochgequält«, lacht Wolf (57) – doch auch für die Spieler war der Lauf kein echtes Vergnügen. Am schnellsten war das Duo Stefan Kutschke (26)/Philipp Hercher (19), dahinter folgten Club-Angreifer Jakub Sylvestr (27) und Kevin Möhwald (21).

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Doch der Lauf erfüllte das, was sich Trainer Weiler davon versprochen hatte: Zum einen wurden die Spieler auf ganz ungewohnte Weise läuferisch gefordert, zum anderen war es für die Duos eine spannende Zusammenarbeit.

Und genau das waren ja die Hauptaufgaben des Aufenthalts im Achental: Konditionelle Arbeit und teambildende Maßnahmen sollten im Vordergrund stehen. »Hier sind die Spieler mal den ganzen Tag auf dem Platz und im Hotel zusammen, da können sie sich besser kennenlernen«, so Weiler. Zwar wurde unter anderem am vorletzten Tag des Aufenthalts auch am Kurzpass-Spiel gearbeitet, doch da ein Großteil der Defensivspieler überhaupt nicht zur Verfügung stand, könne man noch wenig für das Einstudieren des Spielaufbaus tun. Zu früh sei es auch noch, Prognosen über die Qualität des Kaders abzugeben. »Stand heute bin ich zufrieden – aber man weiß in so einer frühen Phase noch nicht, ob noch Spieler gehen wollen, oder noch jemand hinzukommt«, so Weiler. Und bei jungen Akteuren – egal ob Neuzugänge oder aus dem eigenen Verein – müsse man einfach abwarten, ob sie schon reif für die Zweite Liga seien.

Trotzdem ist er zuversichtlich, dass man aus der »zähen und lehrreichen« vergangenen Saison die richtigen Schlüsse gezogen habe. In dieser hatte Weiler das Team im November 2014 in der Abstiegszone übernommen und noch auf den 9. Platz geführt. Nun rechnet er wieder mit einer »zähen« Runde, »aber eben lieber zäher im oberen Drittel.« Denn das ist das Ziel: Die Nürnberger wollen sich in der ausgeglichenen Liga möglichst lang im Vorderfeld behaupten, »aber da gibt es rund zehn Mannschaften, die dafür in Frage kommen«, wissen Wolf und Weiler.

Überhaupt verstehen sich die beiden sehr gut. Weiler arbeitete in der Schweiz ja nicht nur als Trainer, sondern auch schon als Sportlicher Leiter, Wolf wiederum hat jahrelange Erfahrung als Trainer. »Das ist sicher kein Nachteil«, weiß der Schweizer. Wolf ergänzt: »Ja, wir sprechen eine Sprache, das erleichtert vieles.«

Dass die Punkterunde gleich mit einem Auswärtsspiel beim SC Freiburg beginnt, sei zwar anspruchsvoll, so Weiler. Aber: In der Zweiten Liga »ist jedes Startprogramm anspruchsvoll.« Wohl wahr: Auch Partien gegen vermeintlich schwächere Teams bergen ihre Tücken. »Gerade gegen solche Mannschaften haben wir in der vergangenen Saison viele Punkte liegen gelassen«, betont Wolfgang Wolf. Selbst die relativ gute Heimbilanz (9-4-4, nur 3 Punkte weniger als Meister Ingolstadt) sei ein wenig zwiespältig: Auch hier habe man gerade gegen »kleinere« Mannschaften Zähler eingebüßt. »Da haben wir oft das Spiel bestimmt und nicht getroffen – und dann kriegst du auf einmal ein Gegentor...«, erinnert er sich.

Auch aus diesem Grund habe man mehrere neue Spieler im Alter zwischen 26 und 28 Jahren geholt, »die machen sich nicht verrückt, wenn es mal nicht so läuft.« Und die jungen Fußballer, die die vergangene Saison erlebt hätten, seien nun auch »gestählt«, zeigt sich Wolf zuversichtlich.

Zwar sei bei der Mannschaft der Umbruch nicht so massiv ausgefallen wie nach dem Abstieg aus der I. Liga, dennoch: »Wenn unsere Zugänge ihre erhoffte Leistung bringen, gehen wir trotzdem mit einer halben neuen Mannschaft in die Saison«, betont Wolf, dass sich vieles einspielen müsse. Deshalb gilt, dass man »einen langen Atem« brauche, wenn man am Saisonende noch im oberen Drittel dabei sein möchte. »Du musst dir in jedem Spiel alles neu erarbeiten, da kriegst du nix geschenkt«, weiß Wolf.

Außer vielleicht die Zuneigung der Fans. Denn die sei phänomenal, wie Weiler und Wolf gemeinsam betonen. »Wie die uns in der verkorksten Saison unterstützt haben, das war super«, so der Sportliche Leiter. Damit meint er nicht nur die Anzahl (der Zuschauerschnitt betrug 30 784), sondern: »Auch in den Spielen, in denen es nicht rund lief, haben sie uns immer unterstützt.«

Auf die Fans kann der »Club« auch in der kommenden Runde setzen: Schon 17 500 Dauerkarten waren abgesetzt, wie die stellvertretende Pressesprecherin Luana Valentini betont. Erst am heutigen Mittwoch beginnt dann der freie Verkauf. »Wir haben schon die Hoffnung auf eine gute Saison«, so Valentini. Das hoffen auch Trainer und Sportlicher Leiter. who