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Olympia-Nachlese und schneearmer Winter im Mittelpunkt

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Den Ehrenbrief des SV Chiemgau überreichte (von links) Engelbert Schweiger an Sabine Gampe, Andreas Szesnat und Günter Obermaier. Es fehlte Anton Huber. (Foto: S. Huber)

Auf der gut besuchten Jahreshauptversammlung des Skiverbandes Chiemgau (SVC) im Pallinger Michlwirt stand der schneearme Winter im Mittelpunkt der Berichte. Sowohl die einzelnen Sportwarte als auch Verbandsvorsitzender Engelbert Schweiger klagten über die ausgebliebene weiße Pracht. Trotzdem gelang es, die meisten geplanten Wettbewerbe durchzuziehen.


Schweiger blickte auf vier zentrale Themen zurück. Diese hatten alle mit Olympia zu tun. Zunächst ging er noch einmal auf den gescheiterten Bürgerentscheid zur Münchner Olympiabewerbung zusammen mit dem Chiemgau, Berchtesgadener Land und Garmisch Partenkirchen 2022 ein. Man habe mit der Ablehnung eine große Chance vertan. Verschiedene Faktoren hätten dazu geführt.

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»Im Stich gelassen«

»Die große Politik hat uns im Stich gelassen. Dazu ist der Olympiafunke in der Bevölkerung nicht angekommen«, sagte Schweiger. »Erbärmlich« sei größtenteils die Teilnahme aus den Reihen der heimischen Sportvereine bei den Sternenläufen in Traunstein und Bad Reichenhall gewesen. »Natürlich waren auch das negative Image des IOC und die protzigen Spiele von Sotschi ein Grund für die Ablehnung.« Erfreulich sei aber die Goldmedaille im Teamspringen für Andreas Wellinger gewesen. Die Silbermedaille von Anke Karstens vom WSV Bischofswiesen im Snowboard sorgte ebenfalls für Freude.

Wie ein Schlag habe ihn dann aber der positive Dopingbefund bei Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle getroffen. »Ich will hier mir kein persönliches Urteil erlauben. Dieser Fall ist anders zu bewerten. Trotzdem kann ich heute noch nicht sagen, wie sich dieser Fall auf die Nachwuchsarbeit auswirken wird.« Plötzlich habe man die Staatsanwaltschaft in der Chiemgau-Arena gehabt, erinnert er sich an die Vorfälle damals. »Ich wünsche der Evi trotzdem alles Gute auf ihren weiteren und sicher schweren Weg«, gab sich Schweiger versöhnlich.

Entwarnung am Kälberstein

Positive Nachrichten hatte der Vorsitzende im Hinblick darauf, was die Sportstätten im Bereich des SV Chiemgau betrifft. Für die Schanzenanlage am Kälberstein gibt es Entwarnung und für die Schanzen in Ruhpolding ist eine leichte Besserung der Verhältnisse angesagt. Absolute Gewissheit wird es aber erst im Hochsommer geben, wenn der neue Sportstätten-Strukturplan vorliegt.

Im alpinen Bereich sieht es im Bereich des Jenner gut aus, am Götschen hofft man auf eine Entspannung und der Liftbetrieb am Ruhpoldinger Unternberg konnte dank einer Kraftanstrengung weiter geführt werden. »Wir müssen regional denken und unsere Skilifte unterstützen. Alpines Skifahren ist die Grundlage für alle anderen Wintersportarten«, so der Appell an die Vertreter der 75 Mitgliedsvereine mit seinen über 14 000 Mitgliedern.

Ein Lob richtete Schweiger an die Sponsoren des Skiverbands Chiemgau, ohne deren Unterstützung sie finanziell nicht so gut dastehen würde. Er betonte aber auch die Wichtigkeit der Fördervereine im Biathlon und Langlauf und die Behörden, bei denen die Sportler in den Fördergruppen untergebracht sind. Sein Dank galt aber auch dem CJD Berchtesgaden und den Partnerschulen des Wintersports.

Einen großen Rahmen nahm die Ehrung bei der Versammlung von Langläufer Tobi Angerer (bereits berichtet) ein. Dazu gab es für vier verdiente Mitglieder den Ehrenbrief des Skiverbandes Chiemgau. Diesen erhielten Schriftführerin Sabine Gampe, Sportwart Andreas Szesnat und Günter Obermaier als Referent für den Seniorensport sowie Kassenprüfer Anton Huber. In seinem Ausblick auf die kommenden Monate sagte Schweiger, dass es in Zukunft keine Herbstversammlungen mehr geben wird. Im Zeichen der Vernetzung sei das nicht mehr notwendig. Am 11. Juli wird es in Reit im Winkl ein Golfturnier zugunsten des Skiverbandes Chiemgau geben. Die Sportlerehrung mit dem Sommerfest wird am 18. Juli in der Chiemgau-Arena über die Bühne gehen.

100 Jahre BSV

Zudem war der Geschäftsführer des Bayerischen Skiverbandes, Klaus Rambach, zu Gast. Er stellte das neue Buch zum 100-jährigen Bestehen des Bayerischen Skiverbandes vor und verwies auf den Festabend beim Verbandstag am 10. Oktober in München.

Für die Bayerischen Sportler zog Rambach aus den Olympischen Spielen in Sotschi eine positive Bilanz. Beim Teamskispringen hätten immerhin drei Bayern beim Gewinn der Goldmedaille gestanden. »Der Gradmesser sind aber die Jugend- und Juniorenweltmeisterschaften«, sagte der Geschäftsführer und verwies auf die Förderung acht olympischer Disziplinen.

Aus bayerischer Sicht sei man mit Kaderathleten gut vertreten. Man habe hervorragende Strukturen und seit neuestem auch einen eigenen Landestrainer im Skisprung. Auch im Bereich Biathlon und Langlauf sei man mit Trainern gut ausgestattet. SHu.

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