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»Olympia dahoam«

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Sie setzen sich für »Olympia dahoam« ein (von links): Steffi Gampert, Christian Hümmer, Robert Aigner, Peter Stocker, Claudia Daxenberger und der zehnfache Paralympicssieger Martin Braxenthaler. (Foto: S. Huber)

»Olympia dahoam« – das soll es für unsere jungen Sportler werden«, brachte es die Vorsitzende des BLSV-Kreises Traunstein, Claudia Daxenberger bei einem Pressegespräch der Initiative »OlympiJa 2022« auf den Nenner. Daxenberger gehört zum Kreis der Unterstützer der neugegründeten Initiative.


»OlympiJA 2022« stellte die Ziele bis zum Bürgerentscheid am 10. November zu Olympia vor. Bei diesem Entscheid sind 13 000 Ja-Stimmen bei 130 000 Wahlberechtigten erforderlich. Um dieses Ziel zu erreichen, will Christian Hümmer, Sprecher der Initiative, mit seinen Mitstreitern in den kommenden Tagen und Wochen massiv in die Offensive gehen. Zunächst ist auf der Traunsteiner Gewerbeschau »Truna« ein Info-Stand vorgesehen. Zu diesem werden im Verlauf der Messe eine Reihe von heimischen Spitzen- als auch Nachwuchssportler erwartet; unter anderem hat Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma ihr Kommen zugesagt.

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In der »heißen Phase« vor dem Volksentscheid wird es Informationsveranstaltungen in Trostberg, Traunstein und Ruhpolding geben. »Wir werden alle Dinge ansprechen und auch die Anliegen der Kritiker ernstnehmen – sei es Umweltschutz, Finanzen oder Sportstätten-Konzept. Wir werden alles ansprechen und uns die Sorgen der Chiemgauer anhören. Nur mit einer offenen Diskussion macht eine Bewerbung Sinn«, betonte Hümmer.

Er bedauerte, dass noch keine konkreten Zahlen aus München für die Bewerbung vorliegen. Das Finanzierungskonzept soll erst nach der Bundestagswahl bekannt gegeben werden. Am 25. September werden die Zahlen im Kreisausschuss vorgestellt und zwei Tage später in einer Kreistags-Sondersitzung diskutiert. »Für mich gibt es zwei zentrale Fragen: Was bringt uns Olympia? Und was kostet es?«, warf Hümmer in den Raum. Derzeit könne man nur mit Zahlen der Bewerbung 2018 aufwarten. Hier lagen die Kosten im Vorfeld der Bewerbung bei 30 Millionen Euro, davon kamen 70 Prozent aus der Wirtschaft. Jetzt müssten die Gesellschafteranteile neue verteilt werden, da nun der Landkreis Traunstein dabei sei. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hatte bereits angedeutet, dass sich auch der Bund möglicherweise an den Bewerbungskosten beteiligen werde.

In Vertretung der heimischen Wirtschaft erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Gewerbeverbands Traunstein und Umgebung, Robert Aigner, er sehe für die Region klare Vorteile bei einer Austragung der Olympischen Spiele 2022, und zwar nicht nur wirtschaftlich. »Olympia ist das Beste, was uns passieren kann. Vor allem ist es eine Sonderkonjunktur im Baubereich. Die Anlagen sind da«, sagte Aigner und verwies darauf, dass er bereits in München und in Innsbruck Olympische Spiele hautnah erleben durfte.

Außerdem profitiere nicht nur der Süden des Landkreises, sondern auch der Norden; sei es durch Gäste oder auch im gewerblichen Bereich. Peter Stocker vom heimischen Hotel- und Gaststättenverband sagte, dass seine Mitglieder geschlossen hinter der Bewerbung stünden; »In unserem Bereich gibt das einen richtigen Schub.« Für die Traunreuter Stadträtin Steffi Gampert bedeutet Olympia auch einen »emotionalen Faktor«: »Wir rücken zusammen und packen das gemeinsam. Die Nachhaltigkeit ist da, siehe die Anlagen in Ruhpolding und Inzell.«

Zur Kritik an der Bewerbung, dass die Inzeller Max-Aicher- Arena sportlich keine Rolle spielen würde, erklärte Hümmer, dass man in Inzell möglicherweise zwei temporäre Hallen zu Trainingszwecken errichten müsse. Außerdem reiche die vom IOC geforderte Zuschauerkapazität nicht aus. Dafür werde es das Medienzentrum für rund 2000 Journalisten geben und auch das Olympische Dorf für etwa 1700 Athleten. Eine Anlage, die diesen Ansprüchen genügt, sei eh geplant. »Ich sehe das auch als Aufbruch für den Breitensport«, so Claudia Daxenberger.

Auf die Frage, wie es mit der notwendigen Infrastruktur bei einem möglichen Zuschlag aussehen würde, meinte Hümmer: »Sollte uns das IOC 2015 den Zuschlag geben, dann blieben sieben Jahre Zeit, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.« Der Sprecher betonte, dass die Initiative ausschließlich von der heimischen Wirtschaft unterstützt werde. »Wir bekommen keine öffentlichen Gelder – und das ist gut so. Wir wollen bestimmt, aber auch bescheiden auftreten. Wir machen eine spezielle und eigene Kampagne und die muss zu uns passen«, so Hümmer. SHu