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Olympia 2018? – »Wenn alles passt, sollte das möglich sein«

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Biathlet Johannes Kühn (links) bereitet sich mit seinem neuen Trainer Ricco Groß in Ruhpolding schon wieder auf die neue Saison vor. (Foto: Brenninger)

Die vergangene Saison war eine zum Vergessen. Biathlet Johannes Kühn, der in Ruhpolding lebt und für den RSV Reit im Winkl startet, konnte an seine Erfolge früherer Tage nicht anknüpfen. Er durfte daher erneut nur im IBU-Cup, der II. Liga des Biathlonsports, ran. Die Ergebnisse dort waren für den 22-Jährigen alles andere als gut. Nun ist Johannes Kühn, der Oberwachtmeister beim Zoll ist, nach einem kurzen Urlaub am Stützpunkt in Ruhpolding schon wieder in die Vorbereitung zur neuen Saison gestartet. Im Interview mit dem Traunsteiner Tagblatt verrät der junge Biathlet, welche Ziele er sich steckt und wie sein neuer Trainer Ricco Groß ist.


Hallo Herr Kühn, Sie trainieren ja schon wieder. Wo liegen denn momentan die Schwerpunkte im Training?

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Johannes Kühn: Zu Beginn der Saison trainieren wir noch sehr viel allgemein; das heißt Grundlagenausdauer mit Radfahren, Bergtouren, Joggen und so weiter. Dazu kommt noch Krafttraining sowie natürlich das Schießen. Hier arbeiten wir aber auch vor allem im Grundlagenbereich. Die ersten Skirollereinheiten standen zwischenzeitlich aber auch schon auf dem Programm.

Haben Sie auch einen persönlichen Schwerpunkt gesetzt?

Kühn: Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf dem Schießen. Damit hatte ich im letzten Winter ja bekanntermaßen die meisten Probleme!

Die letzte Saison im IBU-Cup ist für Sie so gar nicht nach Wunsch verlaufen. Haben Sie das schon alles verdaut?

Kühn: Ja, zwischenzeitlich schon. Unmittelbar nach der Saison war die Luft natürlich raus. Da wäre es auch relativ schwer gewesen, sich direkt nach dem Ende der Saison neu zu motivieren.

Und jetzt?

Kühn: Nach der Pause ist das kein Problem mehr. Ich freue mich auf die neue Saison und gehe sehr motiviert in die Vorbereitung.

Woran hat es Ihrer Meinung nach gelegen, dass es zuletzt nicht so gut gelaufen ist?

Kühn: Es kamen mehrere kleine Faktoren zusammen, die sich über den Sommer angesammelt haben. Kurz vor dem Winter gab es dann auch noch ein schießtechnisches Problem, das ich während der Saison dann nicht in den Griff bekommen habe. Gegen Ende der Saison war es nach den vielen schlechten Schießergebnissen dann auch mental immer schwieriger.

Sie haben mit Ricco Groß nun einen neuen Trainer bekommen. Was erwarten Sie sich von ihm?

Kühn: Ricco kenne ich bisher noch nicht so gut. Ich hoffe aber, dass er mir bei meinen Problemen etwas weiterhelfen und mich dadurch auf meinem Weg an die Spitze ein Stück weiterbringen kann. Zusätzlich habe ich aber auch nach wie vor sehr viel Kontakt zu meinem bisherigen Trainer Andi Stitzl, wir trainieren hier am Stützpunkt häufig zusammen.

Wie war denn Ihr erster Eindruck von Ricco Groß?

Kühn: Es lässt sich bisher alles sehr gut an. Ricco Groß bringt sicher einige neue Aspekte ins Training mit ein, insbesondere beim Schießen.

Ricco Groß galt als guter Schütze. Können Sie sich von ihm etwas abschauen?

Kühn: Ricco ist ja nicht mehr aktiv, insofern kann ich mir nicht unmittelbar was abschauen. Aber er hat einige sehr gute Tipps und Ideen, die mich hoffentlich weiterbringen werden. Ich hoffe auch, dass ich von seiner großen Erfahrung profitieren kann. Und wenn er mir einen Teil seines eigenen Schießvermögens vermitteln könnte, dann wäre das natürlich super!

Was sind Ihre Ziele für die neue Saison?

Kühn: Als erstes muss ich mein Schießen in den Griff bekommen, sonst verläuft die Saison ähnlich wie letztes Jahr. Anschließend will ich wieder ein paar gute Ergebnisse im IBU-Cup sammeln und mich dadurch für den Weltcup empfehlen.

Läuferisch haben Sie ja keine Probleme. . .

Kühn: Ja, aber ich muss natürlich auch an meinen läuferischen Fähigkeiten weiterarbeiten, das ist ganz klar. Biathlon besteht aus Laufen und Schießen. Wenn ich meine Schießleistung aber Schritt für Schritt stabilisieren kann und die läuferische Entwicklung normal weitergeht, dann bin ich zuversichtlich, dass sich die gewünschten Ergebnisse dann von alleine einstellen werden.

2018 sind die nächsten Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. Werden wir Sie da auf der Loipe sehen?

Kühn: 2018 ist zwar noch weit weg – und ich von Olympia derzeit auch noch. Aber ganz klar, das ist das Ziel. Und wenn alles passt, dann sollte das auch möglich sein.

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Das Interview führte Stephanie Brenninger