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Der Verteidiger der SG Schönau, Florian Popp, stieg in dieser Situation am höchsten, verzog aber den Kopfball knapp und ärgerte sich verständlich. (Foto: Christian Wechslinger)

»Noch nie so schön verloren«

120 Zuschauer, darunter 30 Schönauer, kamen zur Begegnung des BSC Surheim gegen die SG Schönau, bei der es für die Schönauer darum ging, den zweiten Tabellenplatz zu sichern. Gewann die SG Schönau das Heimspiel noch klar mit 3:0, so blieb die Mannschaft im Rückspiel viel schuldig. Ohne den wichtigen Abwehrchef Daniel Widl, der beruflich unabkömmlich war, erwies sich die Abwehr teilweise instabil, wenngleich dies im ersten Abschnitt noch keine Rolle gespielt hat. Aber auch das Mittelfeld und der Angriff konnten nicht an die letzten Topspiele anknüpfen und so unterlag die SG Schönau mit 1:3.


Nach dem Anpfiff des umsichtig leitenden Schiedsrichters Ladislau Kis vom FC im TSV Töging, dessen Kinder Jennifer und Lorincz Kis an der Seitenlinie agierten, lief das Match zunächst nach den Vorstellungen der SG Schönau, die den Ton angab. Kis ließ das Match laufen und griff nur ein, wenn es nötig war. Allerdings verteilte der konsequente Unparteiische an die Platzherren fünf und an die Schönauer vier gelbe Karten. Schönau machte das Spiel und kam immer wieder zu guten Möglichkeiten. Doch auch der Gegner kreierte Chancen, die jedoch Schönaus Abwehr zunächst vereitelte.

Dies sollte sich nach dem für Surheim schmeichelhaften 0:0-Halbzeitstand ändern. Denn Surheim ging in der 58. und 63. Minute durch einen Doppelschlag von Michael Eglseder nach eklatanten Abwehrfehlern mit 2:0 in Führung. Als Marko Koller nach dem dritten Schönauer Fehler auf 3:0 erhöhte, war es um den Tabellenzweiten geschehen. Zwar gelang Daniel Maier in der 78. Minute durch einen verwandelten Elfmeter noch eine Resultatsverbesserung, dennoch brachten die Surheimer den 3:1-Vorsprung sicher über die Zeit.

Die Schönauer Spieler und die Fan-Kolonie waren zunächst enttäuscht. Als aber die unerwartete 2:3-Heimniederlage des TSV 1885 Teisendorf gegen den Abstiegskandidaten TuS Traunreut die Runde machte, wurde die Schönauer Niederlage plötzlich unwichtig. Denn nun hat die SG Schönau unabhängig vom Ausgang des letzten Saisonspiels am Samstag um 15 Uhr gegen den gesicherten Tabellenzehnten TSV Reischach den zweiten Tabellenplatz hinter dem Meister TSV Peterskirchen auch bei einer Niederlage sicher.

Der Schönauer Trainer Thomas Meißner sprach von einer Klasse-Frühjahrsrunde. Seine Mannschaft habe in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt, aber dann das Spiel durch drei individuelle Abwehrfehler und Ballverluste in der Vorwärtsbewegung aus der Hand gegeben: »Wir haben noch nie so schön verloren, weil auch Teisendorf im Kampf um den zweiten Platz gepatzt hat. Darüber hinaus haben wir gegen eine sehr starke Mannschaft verloren, die mit offenem Visier gespielt und unsere Fehler eiskalt ausgenützt hat«, erklärte SG-Trainer Thomas Meißner. Der Gegner um den Aufstieg in die Bezirksliga wird aus der Kreisliga Gruppe 1 kommen – entweder der TuS Raubling, der ASV Au, der SV Ostermünchen oder der TuS Prien, die allesamt noch Chancen auf Platz zwei haben. Die Relegationsspiele zum Aufstieg in die Bezirksliga finden voraussichtlich bereits nächste Woche statt.

SG Schönau: Christian Thurner; Florian Popp. Lukas Laue, Lukas Klaus. Michael Hirtl-Stanggaßinger, Stefan Weinbuch, Markus Lochner, Raphael Handke (63. Luka Moric), Rade Kocic, Daniel Maier, Sebastian Wessels.

Christian Wechslinger

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